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Das Leben zu leben bedeutet für mich, unabhängig und frei zu sein!“

Kathrin H. hat ihren sicheren Job in einer leitenden Position an den Nagel gehängt, um ihren Traum zu leben. Heute ist die alleinerziehende Mutter zweier Söhne (Fabian, 14, Felix, 7) Reitlehrerin und Stallmanagerin. Angst vor der Zukunft hat die 41-Jährige aber keine: „Ich denke, mit der staatlichen Rente und der Pensionsvorsorge, die mein Vater in weiser Voraussicht für mich abgeschlossen hat, später gut über die Runden kommen zu können. Ich brauche ja nicht viel, um glücklich zu sein!“


Das Leben zu leben bedeutet für mich, unabhängig und frei zu sein!“
© cemera-photography.com

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Kathrin H. (41) ist Alleinerzieherin und hat trotz sicherem Job den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Angst vor der Zukunft hat sie dennoch keine.

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Heute sind Sie Reitlehrerin. Ihr Traumjob?

Kathrin H.: Im wahrsten Sinn des Worts! Wer mich kennt, weiß, dass ich mir damit vor einigen Jahren meinen wohl größten Kindheitstraum erfüllt habe. Dass dem tatsächlich so ist, lässt sich übrigens auch in den Stammbüchern meiner damaligen Freundinnen nachlesen (lacht). Heute kann ich sagen: Neben meiner Familie gibt es nichts Wundervolleres als die Zusammenarbeit mit Tieren im Einklang mit der Natur.

Das heißt, Sie waren nicht immer Reitlehrerin?

Kathrin H.: Als Kind lässt man sich von den Meinungen Erwachsener stark beeinflussen und bis zu einem gewissen Grad „steuern“. Da ich für meinen Berufswunsch von Eltern und Lehrern maximal ein müdes Lächeln geerntet habe, habe ich mich vorerst für einen „seriösen“ Werdegang entschieden. Nach der HBLA habe ich – zur Freude meines Vaters – mit der Lehre zur Bürokauffrau bei der Gemeinde Wien begonnen. Sein Traum war es, dass ich eines Tages in seine Fußstapfen trete. Allerdings komme ich diesbezüglich eher nach meiner Mutter, die der totale Freigeist ist, und habe relativ schnell gemerkt, dass dieses Beamtentum absolut nichts für mich ist. Unmittelbar nach dem Lehrabschluss habe ich also meine Beamtenkarriere an den Nagel gehängt und bin als Reisebürokauffrau ins Reisebüro gewechselt. Da mir auch hier relativ schnell langweilig wurde, habe ich nach rund einem Jahr wieder aufgehört und schließlich in der ISDN-Branche Fuß gefasst, wo ich zuletzt Leiterin einer Servicestelle war.

Und dann kam das Reiten?

Kathrin H.: Eigentlich war das Reiten schon immer Teil meines Lebens. Wie viele andere Mädchen auch bin ich als Kind mit neun Jahren erstmals aufs Pferd gestiegen, war sofort Feuer und Flamme und wollte nicht wieder runter. Mit 14 Jahren hatte ich dann mein eigenes Pferd, bereits zahlreiche Kurse belegt und einen Trainer, dem ich heute vieles zu verdanken habe. Das Reiten war somit nicht nur ein Hobby, sondern längst Leidenschaft. Als ich dann schließlich mit Fabian schwanger war, habe ich während der Karenz meinen Freundinnen Reitunterricht gegeben. Damit war’s um mich geschehen: Die Freude am Unterrichten und die positive Resonanz haben mich in dem, was ich tat, bestärkt. So bin ich nach der Karenz ins Büro zurückgekehrt, hatte eine Zeit lang zwei Jobs und habe relativ schnell gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann. Eine Entscheidung war fällig. Ohne lange zu überlegen habe ich den Entschluss gefasst, das zu tun, was ich eigentlich immer tun wollte. Seither bin ich Reitlehrerin.

Was erfüllt Sie heute in Ihrem Job am meisten?

Kathrin H.: Eben genau das machen zu können, was ich eigentlich immer machen wollte. Als Reitlehrerin unterrichte ich nicht bloß das Reiten, sondern habe jeden Tag die Chance, Mensch und Tier zusammenzubringen. Für viele meiner Schüler ist das Reiten der wichtigste Ausgleich im Leben, da entstehen eine Verbindung, ein Vertrauen, das beinahe therapeutische Ausmaße annimmt. Wenn meine Schüler den Stall mit einem Lächeln verlassen, ist das die wohl schönste Bestätigung.
Unterm Strich, denke ich, ist es das größte Geschenk, wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann – seine Träume leben darf. Und dafür bin ich extrem dankbar.

Gibt es auch Schattenseiten in Ihrem Beruf?

Kathrin H.: Als Reitlehrerin und Stallmanagerin – eine Aufgabe, die ich vor einigen Jahren zusätzlich übernommen habe – ist man physisch ganz schön gefordert. Der tägliche Einsatz verlangt einem insbesondere während der kalten Jahreszeit einiges ab. Aber die Erfüllung, die ich man dabei erlebt, entschädigt alles.

Trotz ersten Kindes haben Sie Ihren doch recht sicheren Job an den Nagel gehängt und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Was hat Sie dazu ermutigt?

Kathrin H.: Zum damaligen Zeitpunkt war ich noch verheiratet und hatte einen Mann, der ganz gut verdient hat. Hinzu kommt, dass wir 21 Jahre ein Paar waren – wir sind zusammengekommen, da waren wir gerade 17. So hatten wir die Möglichkeit, gleich von Anfang an ein Haus zu bauen und eine solide Basis zu schaffen. Als ich letztlich den Schritt gewagt habe, waren die Schulden abbezahlt und wir finanziell gut abgesichert. Da fällt es einem natürlich leichter, diesen Schritt zu wagen.

Apropos Finanzen. Ganz allgemein: Ist es Ihnen wichtiger, einen Job zu haben, der Sie erfüllt oder in dem Sie gut verdienen?

Kathrin H.: Definitiv einen Job, der mich erfüllt. Ich hatte vor gut sieben Jahren eine schwere Krankheit, die mich wirklich gelehrt hat, das Leben so zu leben, wie es gerade kommt, und dabei die Dinge zu tun, die einen wirklich glücklich machen. Weil man nicht weiß, wie lange es dauert …

Wenn ich fragen darf: Was ist Ihnen damals widerfahren?

Kathrin H.: Was man zum damaligen Zeitpunkt nicht wusste, ist, dass ich von Geburt an eine dünnwandige Vertebralis, hintere Halsschlagader, habe, die damals durch eine ruckartige Bewegung beim Reiten eingerissen ist. In weiterer Folge hat sich ein Hämatom gebildet, das ins hintere Kleinhirn gewandert ist und dort einen Schlaganfall ausgelöst hat. Durch die unterbrochene Versorgung des Gleichgewichtsnervs litt ich an einem massiven Drehschwindel. Das ging so weit, dass ich eines Tages an einem Punkt angelangt bin und gesagt habe: Wenn es jetzt aus ist, ist es gut so. Durch eine Brille, die der Sichtfeldstabilisierung dient, ist der Schwindel über die Jahre immer leichter geworden. Auch wenn der Schwindel heute kaum noch spürbar ist, hat mir die Krankheit gezeigt, dass es auch in jungen Jahren schnell vorbei sein kann und materielle Dinge einfach nebensächlich sind. Was wirklich zählt, ist, dass man Spaß bei dem hat, was man tut.

Hat dieses Erlebnis Ihr Leben verändert?

Kathrin H.: Ja, es hat mir die Augen geöffnet und gezeigt, dass es mehr braucht, um vollständig frei sein zu können. Also habe ich den nächsten großen Schritt gewagt: Ich habe mich von meinem Exmann – mit dem ich mich aber nach wie vor gut verstehe – scheiden lassen und trotzdem selbstständig weitergemacht.

Seither sind Sie alleinerziehend. Stößt man da im Alltag häufig an seine Grenzen?

Kathrin H.: Es wäre gelogen, wenn ich „Nein“ sagen würde (lacht). Es braucht schon einiges an Biss und Durchhaltevermögen, um den alltäglichen Herausforderungen gewachsen zu sein. Aber glücklicherweise hat mir meine Mutter genau diese Eigenschaften mit auf den Weg gegeben. Aber jeder muss für das kämpfen, was er erreichen möchte. Und da für mich der innere Seelenfrieden neben Gesundheit der größte Luxus ist und materielle Dinge längst zweitranging sind, fällt es mir trotz der Schwierigkeiten, die der Alltag einer Alleinerzieherin mit sich bringt, dennoch leicht, glücklich zu sein.

Materielle Dinge sind für Sie zweitrangig. Wie meistern Sie die finanzielle Belastung?

Kathrin H.: Die Entscheidung, einen Schlussstrich unter meine Ehe zu ziehen, war keine leichte und hat sich über Jahre gezogen. Mir war und ist es nach wie vor wichtig, das Haus für die Kinder erhalten zu können, damit zumindest die Wohnsituation unverändert bleibt. Dazu war es wichtig, Prioritäten neu zu setzen, weil ganz ohne Abstriche geht es dann doch nicht: Was früher der Audi Q5 war, ist heute eben der Škoda Octavia. Aber damit kann ich ganz gut leben.

Gibt es heute einen Mann in Ihrem Leben?

Kathrin H.: Ja, den gibt es. Allerdings teilen wir uns den Lebensalltag nicht, weil wir nicht zusammenleben – was zu gleichen Teilen an ihm und an mir liegt. Nach der Scheidung vor drei Jahren habe ich es – nachdem ich 21 Jahre lang in einer Beziehung war – genossen, einfach für mich und mit den Kindern zu sein. Heute sind wir verlobt und denken durchaus darüber nach, zusammenzuziehen. Stress machen wir uns beide aber keinen. Und wenn ich ihn brauche, weiß ich, dass er für mich und meine Kinder, mit denen er sich großartig versteht, da ist.

Sie planen also, erneut zu heiraten. Ist es Ihnen dennoch wichtig, auf eigenen Beinen zu stehen und finanziell von Ihrem Partner unabhängig zu sein?

Kathrin H.: Absolut. Unabhängigkeit ist ebenso eine Eigenschaft, die mir meine Mutter mit auf den Weg gegeben hat und die mir bereits in meiner vorherigen Ehe extrem wichtig war. So war ich, wenn auch nur geringfügig, auch während der Karenz arbeiten, um möglichst unabhängig zu sein. Eine Abhängigkeit von einem Mann würde mich in meiner Freiheit dermaßen einschränken, dass ich damit nicht würde leben wollen. Das Leben zu leben bedeutet für mich, die Dinge zu tun, die ich tun möchte – und das unabhängig und in Freiheit.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft. Wovon träumen Sie?

Kathrin H.: Von Gesundheit – für mich und meine Familie. Sonst möchte ich eigentlich derzeit gar nichts ändern, weil es gerade perfekt ist, so wie es ist. Obwohl, wenn ich mir noch etwas wünschen dürfte – auch im Ruhestand unabhängig zu sein, meinen Lebensstandard zu halten und vielleicht auch noch die Reserve für die schönen Dinge des Lebens zu haben.

Was oder wen würden Sie brauchen, um sich den Traum erfüllen zu können?

Kathrin H.: Den Traum könnte ich mir bereits erfüllen. Dazu bräuchte ich bloß den Andi, meinen Partner, an meiner Seite – allein wäre das Abenteuer nur halb so spannend.

Altersarmut, die immerhin 25 Prozent aller Frauen fürchten, bereitet Ihnen kein Kopfzerbrechen? Haben Sie vorgesorgt?

Kathrin H.: Dass ich heute sagen kann, keine Angst vor Armut im Alter haben zu müssen, ist nicht ganz allein mein Verdienst. Mein Vater war damals wohlweislich so clever – hat sich wahrscheinlich gedacht, die wird bestimmt so verrückt wie ihre Mutter, bleibt garantiert nicht bei der Gemeinde und hat vielleicht bis zu ihrer Pension einen nicht ganz so sicheren Job – und hat für mich eine gute Pensionsvorsorge abgeschlossen. Ich denke, davon und von der staatlichen Rente, die ich bekomme, da ich vor meiner Selbstständigkeit immer in Angestelltenverhältnissen gearbeitet habe, später gut leben zu können. Ich brauche ja nicht viel, um glücklich zu sein.

Sparen Sie selbst auch?

Kathrin H.: Früher habe ich mir immer Geld zur Seite gelegt – das ging dann allerdings für die Scheidung drauf. Heute bin ich finanziell nicht so sicher, dass ich mir nebenbei etwas ansparen kann. Im Moment ist es so, dass wir gerade gut von den Einnahmen leben können.

Aber Angst vor der Zukunft haben Sie dennoch keine?

Kathrin H.: Nein. Aber ich weiß auch, dass der derzeitige Zustand nicht von Dauer ist. Ich habe den Schritt in die Selbstständigkeit mitunter auch gewählt, um flexibler zu sein und Zeit für meine Kinder zu haben. Für mich stand es nie zur Debatte, meine Kinder nach der Schule in einen Hort zu stecken. Deshalb unterrichte ich auch zurzeit etwas weniger, weil meine Priorität ganz klar meine Kinder sind. Und das war auch immer mein Ziel: mein Leben so zu leben, wie’s gerade gut ist – man weiß schließlich nicht, wann es zu Ende ist …

Welchen Tipp würden Sie Frauen geben, für ihre Zukunft vorzusorgen?

Kathrin H.: So früh wie möglich für später vorsorgen. Damit hat man einen Vorsprung, den man nie mehr aufholen kann. Vielleicht einmal mit kleinen Beträgen anfangen und dann später erhöhen. Ich bin, wie gesagt, meinem Vater bis heute dankbar dafür. Ich sehe auch meine Verantwortung als Mutter darin, meinen Kindern für die Pension einen Grundstein zu legen beziehungsweise zumindest das Bewusstsein für eine finanzielle Vorsorge zu stärken. Wer weiß, wie die staatliche Pension in 40, 50 oder 60 Jahren aussehen wird?

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Marlies B. liebt die grenzenlose Freiheit.
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