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Was passiert, wenn du Kaugummi schluckst?

Kaugummi IMMER ausspucken. Das haben schon unsere Eltern gesagt. Aber was macht Kaugummi im Magen? Und ist es wirklich ungesund, ihn zu schlucken?

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Was passiert, wenn du Kaugummi schluckst?

Chewing Gum aufblasen - und ausspucken

© Instagram/Bubblegummagazine

"Nicht runterschlucken, den Kaugummi. Spuck' ihn bitte aus!" - Wie Gebetsmühlen haben unsere Eltern das runtergerattert. Und wir? Plappern es gegenüber unseren Kindern vermutlich nach. Der Kaugummi darf nicht gegessen werden. Kaum ist der Geschmack verloren – raus damit. In ein Papier, direkt in den Mistkübel, nur ja nicht in den Magen befördern.

Warum wir Kaugummi nicht schlucken sollten

Aber gibt es eigentlich wirklich einen triftigen Grund, warum wir Kaugummi nicht einfach wie alle anderen Nahrungsmittel schlucken sollten? Tatsächlich. Denn unser Bauch kann alles mögliche verarbeiten: Kohlenhydrate, Proteine, Ballaststoffe. Dafür wurde er nämlich mit speziellen Enzymen ausgestattet, die diese Bestandteile aufspalten und so gut verdaubar machen. Mit Kaugummi gelingt das nicht. (Lies hier: Kaugummi macht uns attraktiv! )

Aus was besteht Kaugummi?

Ein Kaugummi besteht aus zwei wesentlichen Bestandteilgruppen: Da ist einmal die eigentliche "Kaumasse". Diese gummiartige Zusammensetzung nennen die Hersteller von Kaugummis die "Base". Sie besteht aus Kautschuk, Harzen und dem Milchsaft von Bäumen wie dem Sapotillbaum. Dieser kommt im Dschungel von Mittelamerika vor. Der Saft wird durch Schnitte im Stamm gewonnen, aus denen der Saft sickert. Dieser Saft wird eingedickt und man gewinnt so einen "Chicle" genannten Stoff als Zutat zur Base. Es werden noch andere natürliche und synthetische Zusatzstoffe als Binder, Weichmacher oder Füllstoffe eingesetzt.

Was passiert, wenn ich den Kaugummi verschlucke?

Nichts dramatisches. Nur eben, dass unsere Verdauungsenzyme die Gummimasse nicht aufspalten und zersetzen können. Es werden zwar die Zutaten wie Zucker herausgefiltert, der Gummi selbst aber bleibt unverändert und wird ausgeschieden. Er verklebt also nicht unseren Magen oder bildet einen riesigen Klumpen, der für alle Zeiten festsitzt.

Verursacht Kaugummi Blähungen und Durchfall?

Gut, ganz unrecht hatten unsere Eltern nicht, wenn sie uns vor dem Schlucken des Kaugummis gewarnt haben. Denn viele Kaugummis enthalten synthetische Süßstoffe wie Sorbit. Die "zuckerfreien" Kaugummis mögen also zwar die Zähne schonen, für den Darm sind sie jedoch ein Problem. Wer ständig zu viele Zuckerersatzstoffe isst, bezahlt mit Blähungen, Krämpfen und Durchfall. Sorbit kurbelt nämlich die Verdauung an. Der Darm kann den Stoff nicht aufnehmen, er bleibt im Verdauungstrakt, bindet dort Wasser und verflüssigt damit den Stuhl. Die Folge: Durchfall.

Wie viel zuckerfreier Kaugummi ist ungesund?

Lebensmittel, die mehr als 10 Prozent Sorbit enthalten, müssen daher den Hinweis "Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken" tragen. Ab 5 Gramm kann Sorbit zu Blähungen führen, ab 20 Gramm zu wässrigen Durchfällen. Schon ein einzelner Kaugummistreifen enthält oft bereits 1,25 Gramm Sorbit. Eine kritische Dosis ist also schnell erreicht - zumal Sorbit ebenfalls in Früchten vorkommt, und auch die anderen Zuckeraustauschstoffe Xylit, Mannit, Isomalt, Maltit oder Fructose in größeren Mengen abführend wirken.