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"Dry January": Das bringt der einmonatige Verzicht auf Alkohol

Die Briten begrüßen das neue Jahr mit dem "Dry January": Einen Monat lang soll man dabei auf Alkohol verzichten. Von den Vorteilen der Aktion ist man rund um den Globus überzeugt.

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dry january
© Photo by Toa Heftiba on Unsplash

Gerade noch hatte man die dritte Sektflasche in der Hand, um gemeinsam auf das neue Jahr anzustoßen und nun soll man ihn ganz aus der Hand geben, den Alkohol. Diese Aktion promotet der britische Verein Alcohol Change unter dem Namen "Dry January", also trockener Jänner. Einen Monat lang soll man gänzlich auf Alkohol verzichten. Die positiven Auswirkungen, die ein solcher Verzicht haben kann, nährt die Popularität des "Dry January" Jahr für Jahr.

2018 haben ForscherInnen der Universität Sussex eine Erhebung mit 800 TeilnehmerInnen des "Dry January" 2018 gemacht. Sie wollten wissen, welche Veränderungen der Alkoholverzicht im Körper bewirken kann. Die TeilnehmerInnen gaben insgesamt an, dass sie sich sich nach dem Monat körperlich fitter fühlten. Sie hätten auch bessere Haut und mehr Geld im Börserl gehabt.

  • Positive Auswirkungen des "Dry January":
  • Mehr Geld
  • Besserer Schlaf
  • Reinere Haut
  • Bessere Konzentration

Doch nicht der Gewichtsverlust oder die pickelfreie Haut sind der alleinige Antrieb des Vereins. Sie wollen, dass die Menschen am Ende des Monats eine andere Einstellung zu Alkohol haben; dass sie ihren Alkoholkonsum noch einmal von Grund auf überdenken. Denn in England ist Alkohol die wahrscheinlichste Todesursache für Menschen zwischen 15 und 49 Jahren. Sieben verschiedene Krebserkrankungen sind mit dem Konsum von Alkohol verknüpft. Und der Konsum hat nicht nur Auswirkungen auf einen selbst, sondern auch auf das soziale Umfeld.

Doch wer glaubt, dass nur Großbritannien ein Alkoholproblem hat, muss sich nur folgendes auf der Zunge zergehen lassen: Österreich stand 2015 an er Spitze des Alkoholkonsums in Europa. Laut den OECD-Zahlen tranken ÖsterreicherInnen 1,1 Liter mehr als der EU-Durchschnitt. Bei einer Befragung der GfK gab nur jeder Dritte an, nur einmal im Monat zum Glas zu greifen. Dagegen gaben 9 Prozent der Befragten an, dass sie mindestens zweimal im Monat stärker alkoholisiert zu sein.

Man sieht also, dass auch hierzulande viele Menschen davon profitieren würden, zumindest im Januar nichts zu trinken. Wobei das leichter gesagt als getan ist. Eine WOMAN Online-Redakteurin hat in diesem Zusammenhang den Selbsttest gewagt: Sie hörte auf, Alkohol zu trinken. Und obwohl es ihr gar nicht so schwer fiel, einfach etwas anderes zu bestellen oder Nein zu sagen, erschwerte ihr Umfeld die Aktion wesentlich. So schräg es also auch klingen mag: Wer auf Alkohol verzichtet, muss auf teils skeptische, teils bissige Kommentare gefasst sein.

Und mit solchen Vorsätzen ist es auch ja auch so: Manchmal fällt man in die alten Bahnen zurück, auch wenn man das gar nicht will. Laut einer Studie, die kurz nach dem "Dry January" 2018 veröffentlicht wurde, ist der 20. Jänner der Tag, an dem die meisten Briten mit der Aktion aufhörten. Trotzdem: Allein der Versuch, keinen Alkohol mehr zu trinken, kann für ein Umdenken sorgen.

Und übrigens: In Österreich sind mit dem Jahreswechsel auch Änderungen im Jugendschutzgesetz eingetreten: Harte alkoholische Getränke dürfen nicht mehr ab 16 Jahren, sondern erst ab 18 Jahren gekauft werden.Diese Altersgrenze gilt in der Steiermark, im Burgenland, in Niederösterreich und in Vorarlberg ab dem 1. Jänner. In Wien soll das ab Februar oder März durchgesetzt werden. Und in Salzburg gilt das Gesetz ab 1. März.