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Raus aus dem Bürofrust

Ist nun mal so: Einen Großteil unserer Lebenszeit verbringen wir im Job. Das ist aber noch lange kein Grund, frustriert rumzuhängen und nur fürs Wochenende zu leben. Mache das Beste daraus! Wie aus Frust schnell wieder Lust wird? Mit diesen Strategien ...

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Raus aus dem Bürofrust
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Unser Joballtag ist sehr komplex, schnell und oft konfliktgeladen. Ein Klon wäre da nicht schlecht. Vor allem könnte man ihm unangenehme Aufgaben zuschieben ... Dennoch gibt es Menschen, die es offensichtlich leichter schaffen, tagtäglich auf der "Welle zu surfen", statt in den Wogen der vielen Anforderungen unterzugehen. Eva Mandl (himmelhoch.at) ist eine davon. Die Wiener Kommunikationsexpertin baute in den letzten zehn Jahren ihre PR-Agentur von einem Ein-Frau-Betrieb zu einem 30-Personen-Unternehmen auf. Die Frage, wie man es am besten durch den stressigen Joballtag schafft, beantwortete die Expertin mit einem Plädoyer für mutige Aktionen, Unordnung und Chaos, gnadenlosen Optimismus und Gehaltsverhandlungstricks.

Chaos steigert die Produktivität

Unordnung bringt's. Auf deinem Schreibtisch stapeln sich Klebezettel, Zeitschriften und Papierkram? Nicht verzagen, nur weiter so! Denn dein "Messi"-Dasein macht Sinn: Ein Durcheinander im Büro spart Zeit und sorgt für Kreativität. Erstens sind unordentliche Menschen glücklicher – und das allein wäre ja schon das ganze Chaos wert. Hinzu kommt, dass sie effizienter arbeiten. Ja, richtig gelesen! Ordnung herzustellen und dieses System dauerhaft aufrechtzuerhalten, erfordert unnötig Zeit und Energie, die sonst fehlt. Studien belegen die Power der "Stapler". Im Vergleich zu "Schlichtern" verwenden sie Dokumente deutlich öfter und trennen sich eher von überflüssigem Papier. Außerdem finden sie die gesuchten Unterlagen im Stapel schneller als in Ordnern & Archiven. Das gilt auch für E-Mails. Warum nicht lieber den Computer im übervollen Eingang nach einer bestimmten Mail auf die Suche schicken, als wertvolle Arbeitszeit mit dem Sortieren einzelner Nachrichten zu verschwenden? Noch etwas: Mitarbeiter, die man hinter ihrem aufgetürmten Zeug kaum erkennt, gelten als aufgeschlossener gegenüber Neuem. Die Botschaft an alle Kollegen mit "keimfreien" Schreibtischen: "Macht euch locker, Kuddelmuddel inspiriert!"

Nicht ewig nachdenken, sondern handeln

Effizienz steuern. Versuche, anstehende Aufgaben sofort zu erledigen, oder warte immer bis zuletzt? Wir kennen doch den Leitsatz: Die erste Idee ist meist die richtige – das trifft auch auf To-do's zu. Oft hat man im ersten Moment den richtigen Impuls. Wenn man diesem nicht unmittelbar folgt, ist es später viel mühsamer, wieder den "roten Faden" aufzunehmen. Doch vielen fehlt der Mut, etwas gleich und aus dem Bauch heraus zu entscheiden. Du denkst: "Ich muss mir das noch einmal durch den Kopf gehen lassen." Lieber nicht zu viel grübeln!
Es steht fest, dass wir unsere Entscheidungen binnen Millisekunden treffen und unser Gehirn danach lediglich Argumente "sucht", um diese Entscheidungen zu bestätigen. Intuition ist ein unverzichtbares Tool, wenn du in der Arbeitswelt erfolgreich sein willst. Also, Mut zur Spontaneität: Mail öffnen und gleich bearbeiten. Es kostet unnötig Zeit, die Nachricht später wieder herauszusuchen. Und: Wichtige Beschlüsse unbedingt in der Früh treffen, denn am Morgen ist die Konzentrationsfähigkeit selbst bei Morgenmuffeln am höchsten. Nicht nur der Körper ermüdet im Laufe des Tages, auch unser Gehirn baut zunehmend ab. Perfekter Tagesplan: Die schwierigsten und lästigsten Erledigungen zwischen 8 und 13 Uhr ansetzen. Danach kann man sich auf weniger Wichtiges konzentrieren und das langsam abarbeiten.

Streitereien nicht aus dem Weg gehen

Konfliktbereit. Dass nicht jeder Kollege auf deiner Wellenlänge liegt, ist ja okay. Aber da gibt es noch diejenigen, die einen permanent nerven. Wie reagieren? Den Kopf einziehen und sich seinen Teil denken? Falsch! Denn Harmonie ist nicht immer die Lösung. Hinter dem Wunsch nach Einklang steckt oft Angst. Angst vor Ablehnung, Versagen oder der Reaktion des Gegenübers. Konflikte zu vermeiden, bringt aber höchstens, dass du auf der Stelle trittst und sich nichts ändert.
Tanze aus der Reihe, traue dir Auseinandersetzungen zu, und sprich Themen an, die es dir wert sind. Damit gewinnst du an Authentizität. Kritik muss natürlich ehrlich und respektvoll sein. Auszuzucken und laut zu werden, ist fehl am Platz. Besser ein klärendes Gespräch mit dem "lästigen" Kollegen unter vier Augen suchen. Mit Positivem einleiten. Damit lenkt man die eigene Aufmerksamkeit auf das, was funktioniert. Erst dann kritisieren und einen Verbesserungsvorschlag anbieten. So findet man leicht einen versöhnlichen Abschluss. Bedenke: Ein fester Standpunkt ist noch lange kein Grund, sich nicht aufeinander zuzubewegen. Und der Kollege wird dir vielleicht sogar dankbar sein. Er bekommt ja auch die Gelegenheit, Ihnen mal die Meinung zu sagen ...

Lächeln ist ein Karriereturbo

Miese Laune ausschalten. Sie schaffst es nicht, mit einem Dauergrinser im Büro zu sitzen? Grübele nicht ständig darüber nach, was nervt, sondern lenke deinen Fokus auf das, was Spaß macht. Freude steckt an. Gehe auf andere zu, und ziehe dich nicht schlecht gelaunt zurück, sonst wird man auch von dir Abstand nehmen. Ein Team ist immer noch stärker als ein Einzelkämpfer. Und lachende Menschen wirken sympathischer und klettern schneller die Erfolgsleiter hinauf. Dabei ist es unserem Gehirn egal, ob wir aus echter Freude oder völlig grundlos lächeln. Die beteiligten Muskeln signalisieren den grauen Zellen, dass gegrinst wird, und das setzt Glückshormone frei. Studien zeigen, dass fröhliche Menschen ihr Ansehen steigern und öfter weiterempfohlen werden. Mehr noch: Gut gelaunte Kollegen sind beliebter, werden von ihren Vorgesetzten besser bewertet und verdienen mehr. Es gibt immer einen Grund zum Lachen! Falls nicht, hat man nicht genau hingeschaut.

Krumme Summen fordern

Gehaltsverhandlung. Sie ist ein schmaler Grad zwischen Traum und Albtraum. Schuld daran sind die bekannten W-Fragen: Wann ist der ideale Zeitpunkt? Welche Argumente bringe ich vor? Wie viel kann ich verlangen? Gute Vorbereitung ist das Um und Auf. Aus einer Laune heraus den Chef um mehr Geld "anzuschnorren", geht gar nicht. Frühestens nach sechs Monaten im Job kannst du überhaupt an eine Verhandlung denken.
Lege dir gute Argumente zurecht: Stärken, Leistungen und konkrete Erfolge. Übe das Gespräch unbedingt vorher mit Freunden. Und versetze dich in die Lage deines Chefs: Schütte ihn nicht mit Begründungen zu, sondern konzentriere dich auf das Wesentliche. Sei konkret und fasse dich möglichst kurz. Du willst ja auch nicht zugelabert werden. Tipp: Fordere eine realistische Summe. Aber keine glatte Zahl, sondern zum Beispiel € 2.450,– brutto. Das zeigt, dass du dich über deinen Marktwert informiert hast. Der Chef wird darüber eher nachdenken. Und wenn auch nur, weil er krampfhaft überlegt, wie du bloß auf diesen ungeraden Wert gekommen bist ...

Themen: Karriere, Stress

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