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Keine Weltklimakonferenz wegen Corona: Wir haben keine Zeit mehr den Klimaschutz zu verschieben

Ab Montag, den 9. November, sollte eigentlich die Weltklimakonferenz COP26 im schottischen Glasgow stattfinden. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wurde sie jedoch auf 2021 vertagt. Und erst 16 von 188 Ländern haben bislang neue Klimapläne zur Einhaltung des Pariser Abkommens eingereicht. Verzögerungen, die sich bitter rächen könnten...


Keine Weltklimakonferenz wegen Corona: Wir haben keine Zeit mehr den Klimaschutz zu verschieben
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Für viele Länder scheint die pandemiebedingte Vertagung eine willkommene Ausrede dafür zu sein, auch ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen auf das kommende Jahr zu vertagen. Doch Klimaschutz erlaubt keinen Aufschub mehr.

Deshalb fordert beispielsweise die internationale Hilfsorganisation CARE: Regierungen, die das Pariser Klimaschutzabkommen unterzeichnet haben, müssen den Rest des Jahres 2020 als letzte Frist betrachten, um endlich ambitionierte Klimapläne vorzulegen. Aktuell haben nur 16 von insgesamt 188 Ländern, die das Abkommen unterzeichnet haben, neue Klimapläne vorgelegt, darunter kein G20-Staat – deutlich zu wenig. Stärkere Emissionsreduktionen der EU, China, Japan oder der USA bis 2030 müssen im Mittelpunkt der Klimapläne stehen.

Industrieländer sollen zudem bis 2022 weitere 42 Milliarden Euro finanzielle Hilfe bereitstellen, damit Menschen in ärmeren Ländern, die Folgen des Klimawandels besser bekämpfen können - denn dort sind dieselben heute schon massiv.

Hier tragen die Industrieländer als Hauptverursacher von Kohlendioxid-Emissionen eine besondere Verantwortung. Aktuell leiden vor allem diejenigen unter den Folgen des Klimawandels, wie extremen Dürren und Überschwemmungen, die am wenigsten zur Erderwärmung beitragen.

Yen Thi Nguyen, Klimaexpertin aus Vietnam: „Vietnam wurde in den letzten Wochen von insgesamt fünf Wirbelstürmen getroffen. Alleine im Oktober fiel in Zentralvietnam zwei bis dreimal so viel Regen wie in Mitteleuropa in einem ganzen Jahr. Es trifft genau das ein, wovor der Weltklimarat (IPCC) bereits seit Jahren warnt: Wird die Erderhitzung nicht gestoppt, treten nicht nur mehr, sondern auch immer heftigere Wirbelstürme auf.“

Sven Harmeling, Klimapolitischer Leiter von CARE International: „Keines der großen G20-Länder hat bisher einen verbesserten nationalen Klimaschutzplan vorgelegt. Zusagen für eine Verdoppelung der Klimafinanzierung für ärmere Länder bis 2025 sind von den Regierungen dringend notwendig. Nur so können wir Regionen, die bereits heute unter den massiven Folgen des Klimawandels leiden, widerstandsfähiger machen. Verpassen wir diese Chance, rasen wir mit Höchstgeschwindigkeit ungebremst in eine Klimakatastrophe.“

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Thema: Klimaschutz