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Kim Kardashian: Das Protokoll des Überfalls

Was geschah in der Nacht des Überfalls? Die französische Zeitung "Le Monde" veröffentlicht exklusiv die Anhörungs-Protokolle von Kim Kardashian.


Kim Kardashian: Das Protokoll des Überfalls

Kim Kardashian und ihr Mann Kanye West: Rückzug nach dem Überfall

© 2016 Getty Images

Paris, die Nacht vom 3. auf den 4. Oktober. Die Nacht, in der sich das Leben von Reality-Star Kim Kardashian, einer der bekanntesten Frauen der Welt, für immer änderte. Als Polizisten getarnte Räuber verschafften sich Zugang zu der französischen Luxusresidenz, in der Kardashian mit ihren Schwestern während der Modewoche nächtigte, sperrten die damals 35-Jährige im Badezimmer ein, bedrohten und fesselten sie und erbeuteten Schmuck im Wert von rund neun Millionen Euro.

Nach Razzien im Großraum Paris und im Süden des Landes wurden im Jänner 17 Verdächtige festgenommen, alle zwischen 23 und 72 Jahre alt, wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte. Neun befinden sich in Untersuchungshaft. Die französische Zeitung Le Monde veröffentlicht nun exklusiv Auszüge aus der Anhörung von Kim Kardashian vor dem Untersuchungsrichter. Darin bestätigt Kardashian den Verdacht, dass es sich bei dem Überfall um einen Insider-Job gehandelt habe – und erzählt über die Ängste, die sie in jener Nacht ausstehen musste.

Die Luxusresidenz, in der Kardashian überfallen wurde

Kim Kardashian: "Ich fühle mich nicht mehr sicher!"

"Ich will nicht mehr zurück nach Paris," so Kardashian. Mit diesen Worten beginnt das Transkript der Anhörung vor der französischen Untersuchungsrichterin Armelle Briand. "Es ist kein guter Ort für mich. Ich bin sehr froh, dass die Verdächtigen nun vor Gericht kommen. Aber der Vorfall hat mir bewusst gemacht, dass diese Welt kein sicherer Ort mehr ist."

»Sie wussten immer, wo ich mich gerade aufhalte«

Bereits vor der Abreise nach Paris habe sie ein mulmiges Gefühl gehabt, berichtet Kardashian. "Zwei Wochen vor dem Abflug machte ich mir Sorgen, dass wir Opfer einer terroristischen Attacke werden könnten. Dann hatte meine Schwester Kourtney Probleme mit ihrem Pass... Ich sah all das als ein böses Signal, ich hatte eine Vorahnung, dass irgendetwas passieren würde. Als wir in Paris waren, habe ich jeden Abend ein Stoßgebet ausgestoßen, weil uns nichts passiert ist."

Sie betone das, weil sie das Gefühl habe, dass Insider-Informationen aus ihrem direkten Umfeld zu dem Überfall geführt hätten. In dem Protokoll wird die Reality-Ikone deutlich. Ihr Verdacht richte sich, so Kardashian, auf zwei Chauffeure, die sie seit vier Jahren fahren, sobald sie in Paris sei. "Ein paar Wochen vor unserer Anreise sandten sie ein SMS an meine Assistentin Stéphanie S. und boten kostenlosen Transport an. Das hatten sie noch nie zuvor getan, ich fand das eigenartig..."

Einer der Männer wurde im Rahmen der Untersuchung wegen Verdachts der Komplizenschaft festgenommen und verhört, aber wieder auf freien Fuß gesetzt.

Kim Kardashian: "Ich hatte Angst, dass sie mich vergewaltigen!"

An die Nacht des Überfalls erinnert sich Kardashian deutlich: "Stéphanie, meine Schwester Kourtney und mein Bodyguard Pascal kamen gegen halb ein Uhr morgens zurück in die Residenz. Stéphanie und Kourtney zogen sich um, weil sie noch zu einer Party wollten. Ich ging nach oben, zog einen Bademantel an und legte mich mit meinem Laptop ins Bett, um noch ein wenig fernzusehen und Mails zu checken. Unter dem Bademantel war ich nackt."

Etwas später hörte sie Geräusche. "Es waren laute Schritte auf der Treppe, ich dachte erst Stéphanie und Kourtney seien wieder da und würden betrunken herumlärmen. Ich rief "Hallo", aber es kam keine Antwort. Da wurde mir bewusst, das etwas nicht stimmt. Dann kamen zwei Männer in Polizeiuniform ins Zimmer, sie trieben den Portier vor sich her. Sie waren extrem aggressiv. Ich dachte, es seien Terroristen, die mich nun kidnappen würden." Die Männer forderten ihren 4-Millionen-Dollar-Ring, den Kardashian erst einen Tag zuvor auf Instagram gepostet hatte:

Als die Männer sie zu den Treppen trieben, hätte sie kurz überlegt zu flüchten, aber Angst gehabt, dass die Räuber dann schießen könnten. Ihre Hände wurden mit schwarzem Gafferband zusammengebunden. "Ich dachte, dass sie mich vergewaltigen würden, sie brüllten in einem fort, dass ich still sein solle und klebten mir den Mund mit dem Tape zu."

Darauf hätten die Männer sie im Badezimmer eingesperrt. Wie die polizeiliche Untersuchung ergab, flüchteten die Männer und drei Komplizen, die unten Schmiere gestanden hatten, mit Schmuck im Wert von neun Millionen Dollar. Kim Kardashian: "Ich hatte entsetzliche Angst. Auch als die Polizei kam, konnte ich mich erst nicht beruhigen, da die Beamten dieselbe Uniform wie die Männer trugen."

Wie "Le Monde" berichtet, hat Kim Kardashian die Konsequenzen aus dem Überfall gezogen. Sie postet nicht mehr ihre Aufenthaltsorte auf Instagram, auch ihr Bodyguard Pascal wurde gefeuert: "Man könnte sonst den Eindruck erhalten, ich sei weiterhin ein leichtes Ziel..."