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Wann dein Kind dranbleiben sollte – und wann nicht!

Gitarre-Kurs, Fußballtraining, Ballett: Irgendwann verlässt ein Kind die Lust. Wann du den Ehrgeiz fördern solltest. Und wann es besser ist, aufzuhören.

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Wann dein Kind dranbleiben sollte – und wann nicht!
© iStockphoto

Fast alle Eltern kennen es. Man schreibt den Fortpflanz zum Fußballtraining ein, führt ihn jedes Wochenende zur Ballett-Aufführungen oder zahlt den Gitarre-Lehrer, den sich das Kind so sehr gewünscht hat. Und auf einmal verliert der Nachwuchs die Lust. Nörgelt in der Früh, wenn es sich für das Training anziehen soll, gibt es eine Diskussion, weil es nicht Gitarre üben will.

Was nun? Dranbleiben oder nachlassen? Welche Lektion soll dein Kind mitnehmen?

  • Dass man sich auch dann überwinden soll, wenn man mal keine Lust hat? Dass sich Ehrgeiz und Beharrlichkeit lohnen und Durststrecken überwunden werden müssen?
  • Oder willst du ihm zeigen, dass du seine Gefühle ernst nimmst und ihm Rückendeckung bei seinen Entscheidungen gibst?

Wann es Sinn macht, auf Ausdauer zu bestehen. Und wann es besser ist, dass du dein abmeldest und seinem Willen nachgibst.

KINDER SOLLTEN DRANBLEIBEN, WENN...

1. Sie generell Angst vor Neuem oder Herausforderungen haben

Für manche Kinder bringen Herausforderungen oder Neues einen Tsunami an Ängsten mit sich. Dabei ist es egal, wie sehr sie etwas eigentlich wollen und ob es ihre eigene Idee war, sich dafür anzumelden. Die Sorge vor einer neuen sozialen Situation ("Die kennen sich in der Gruppe alle schon!") ist ganz plötzlich schier überwältigend. Wenn dein Kind deshalb aufhört, dann wird diese erfolgreiche Vermeidungs-Taktik von Stress oder unangenehmen Momenten möglicherweise zu einer durchgängigen Taktik. Doch mit jeder erfolgreich bewältigten Herausforderung gewinnt dein Kind an Selbstsicherheit und wird so für die Zukunft gestärkt. Dabei braucht es natürlich deine Unterstützung. Lade die anderen Kinder ein, begleite es in die Stunde, sprich' mit ihm über seine Sorgen.Beobachte, ob es Freunde findet und der Unwillen nur durch die unbegründete Angst vor Ablehnung entstanden ist.

2. Es super-ehrgeizig ist

Niemand verliert gerne. Für einige Kinder ist die Aussicht, nicht absolut an der Spitze zu stehen, ein Grund, das Handtuch zu werfen. Möglicherweise geben sie erst dem Trainer oder anderen Kindern die Schuld an ihrem gefühlten "Versagen", ehe sie aufhören wollen. Wenn dein Kind allgemein dazu neigt, zu verweigern, wenn die Dinge nicht so laufen, wie es sich das vorstellt und wünscht: Zeig' ihm, dass man dranbleiben muss, um sich zu verbessern. Dass auch Leistung Phasen unterliegt, es mal leichter und mal schlechter laufen kann und vor allem: Zeig' ihm, dass es auf keinen Fall ein Versager ist, nur weil es nicht den Pokal holt oder jedes Mal ein Tor schießt.

3. Der Reiz des Neuen nachlässt

Das Schlagzeug war der größte Wunsch, karach-kawumms. Nach zwei Wochen steht es in der Ecke. Groß, unpraktisch, unbespielt. Psychologen nennen das den "Flitterwochen-Effekt": Er beschreibt den Moment, in dem die erste Begeisterung, der Reiz des Neuen nachlässt – vor allem, wenn es um das Erlernen von Musikinstrumenten geht. Eltern sollten ihre Kinder deshalb von Anfang an darauf vorbereiten, dass der Wunsch auch mit Übung verbunden ist. Dass es Zeit und Mühe kostet, etwa ein Instrument zu erlernen. Wichtig ist es, erreichbare Ziele und routinemäßige Übungszeiten einzuführen. Beim Sport gilt die Faustregel: Eine Saison sollte durchgehalten werden. Diese Zeit braucht man, um die Teamkameraden und den Trainer kennenzulernen. Danach kann man die Sache neu bewerten.

UND ES IST VÖLLIG OKAY, AUFZUHÖREN, WENN...

1. Dein Kind wirklich alles gegeben hat

Wenn dein Kind darum bettelt, eine Tätigkeit aufzugeben, in die es davor viel Zeit und Mühe investiert hat, aber an der es nicht mehr interessiert ist. Dann hat es die Aktivität wirklich erlebt, ist der Wunsch nach einer Beendigung keine spontane Lust- und Laune-Entscheidung. Es liegt kein Mehrwert darin, ein Kind weiter zum Klavier oder Taekwondo zu schicken, nur weil man sieben Jahre investiert hat.

2. Es konstant unglücklich ist

Paar Mal vor dem Turnen zu quengeln, weil die Freunde auf dem Spielplatz sind, ist eine Sache. Aber wenn deine Kind jede Woche vor dem Training jammert und am Abend davor wirklich bereits die Tränen fließen, dann lohnt es sich nicht, weiter zu machen. Die Freude soll schließlich überwiegen.

3. Es einfach nicht passt

Nicht jedes Kind ist dazu geboren, Tore zu schießen – sondern taugt eigentlich mehr für Denksport wie Schach. Wenn die Aktivität nicht zu den Talenten und Interessen deines Kindes passt, dann macht es auch wenig Sinn dranzubleiben. Laut Kinderpsychologen kann es sogar das Selbstvertrauen und das Wohlbefinden beeinträchtigen, wenn man die Kleinen nachhaltig zu Leistungen herausfordert, die ihnen schlichtweg nicht entsprechen. Die Frage, die man sich stellen sollte: "Baut diese Aktivität das Selbstvertrauen meines Kindes auf – oder zieht es dieses eher runter?"

Themen: Kinder, Erziehung

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