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In diesem Game kannst du in Coronazeiten Trost spenden & selber getröstet werden

Es gibt viele Menschen, die still leiden – nur dem Computerspiel "kind words" vertrauen sie sich an und hoffen, von anderen SpielerInnen getröstet zu werden.

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kind words spiel
© iStock

Ja, uns stehen wieder strengere Maßnahmen bevor. Und die müssen auch sein, da sonst eine Überlastung des Gesundheitssystems droht. Doch trotz des Willens, gemeinsam die Zahl der Corona-Infizierten zu senken, macht die Situation vielen Menschen Angst. Große Angst! Manche leiden laut und holen sich Hilfe. Andere leiden still und ziehen sich in sich selbst zurück.

Für all jene, die ihre Probleme lieber einer fremden, als einer bekannten Person anvertrauen wollen, ist das Spiel "kind words" gedacht. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Indie-Computerspiel, also ein Game, das mit einem recht kleinem Budget kreiert wurde. Dementsprechend kostet es aber auch nur vier Euro. Und die sind gut investiert, denn man kann hier nicht nur chilligen Beats lauschen, sondern auch fremden Menschen rund um den Globus Trost spenden.

Und zwar funktioniert das so: Wer etwas zu sagen, eine Frage oder eine Dilemma hat, schreibt einen kurzen Brief. Diese anonymen Briefe werden dann an andere SpielerInnen übermittelt, die wiederum auf sie antworten können – wenn sie wollen. Umgekehrt funktioniert das natürlich auch: Man bekommt einen Brief und schreibt eine Antwort. Und um dem Ganzen noch einen niedlichen Touch zu verpassen, kann man die Briefe auch mit Stickern verzieren.

Laut dem Entwicklerstudio soll "kind words" genau das sein, was der Titel schon andeutet: eine Möglichkeit, um nette Worte an jemanden zu senden, der oder die sie gerade dringend braucht. Also das perfekte Game für die Coronazeit, in der man manchmal gar nicht mehr weiß, wie man den Frust, die Angst und die Ungewissheit ausdrücken soll. Doch irgendwo da draußen sitzt jemand, der oder die zuhören wird.

Wir haben das gute Game natürlich gleich angeworfen und was sollen wir sagen: Es besteht ein gewisser Suchtfaktor! Das ist auch echt ungewöhnlich, denn wann macht schon etwas süchtig, das auch wirklich gut für einen ist? In diesem Spiel fliegen zum Beispiel kleine Papierdrachen durchs digitale Zimmer, auf denen UserInnen einfach nette Worte an alle richten. Da steht dann etwa "Sei gut zu dir selbst, du bist genauso viel wert wie die Menschen, die du liebst!" oder "Hattest du heute schon einen Snack? Dann hol dir gleich einen und gönn dir!".

Und natürlich kann man sich gleich um die Briefe der anderen kümmern. Die Sorgen reichen von COVID-Angst, über Liebeskummer, bis zur Ratsuche bei spezifischen Problemen im Alltag. Natürlich kann es sein, dass man über bösartige oder gemeine Nachrichten stolpert, doch jene kann man beim Entwicklerstudio melden. Jedoch merkt man gleich, dass es die SpielerInnen ernst meinen und wirklich gut zueinander sein wollen. Und das unterscheidet "kind words" auch von so vielen Internetforen da draußen, wo Mobbing an der Tagesordnung steht.

Belastet dich etwas und du möchtest dir fachliche Hilfe holen? Du kannst dich jederzeit bei der psychiatrischen Soforthilfe oder aber auch bei der Telefonseelsorge melden.

Thema: Coronavirus
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