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Kinder, jetzt gibt's Kultur

Unser kulturelles Angebot für Kids ist ebenso spannend wie umfangreich. In ihrem neuen Online-Magazin "Linzerkind" bahnt sich Julia Rumplmayr einen Weg durch das Programm-Dickicht und findet die besten Tipps.

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Kinder, jetzt gibt's Kultur
© istockphoto.com

"Mama, was wollen wir heute unternehmen?" Oft ist es einfacher, in einer fremden Stadt interessante Freizeitaktivitäten zu finden als in der nahen Umgebung. Zu Hause, wo vermeintlich jeder Winkel, jeder neue Laden und jede hippe Location bekannt sind, werden freie Nachmittage oft zum Nachdenk-Marathon. Erst recht, wenn es regnet und Outdoor-Aktivitäten wie Zoo und Co. wegfallen. In solchen Momenten wären ein paar ausgefallene Ideen, die man schnell zur Hand hat, äußerst hilfreich. Auch die zweifache Mutter Julia Rumplmayr kennt dieses Problem aus eigener Erfahrung. Sie überlegte nicht lange ...

Unter dem Titel "Linzerkind" gibt die Journalistin seit Kurzem Tipps zu Freizeitaktivitäten für Kids von 0 bis 10 Jahren und entdeckt dabei viele außergewöhnliche Dinge, die sie in ihrem Magazin vorstellt. Wie etwa "Antons Kids Club", in dem man regelmäßig hinter die Kulissen des Brucknerhauses schauen kann. Im Theater Kuddelmuddel werden Theaterstücke schon ab zwei Jahren angeboten, und im Linzer Wissensturm "CoderDojo" lernen die Jüngsten von erfahrenen Mentoren, wie Coden funktioniert, basteln eigene Websites oder können an Programmierprojekten tüfteln. Spannend sind auch die "mini. music"-Konzerte im Brucknerhaus, die kleine Musiklieber von drei bis sechs Jahren in den Konzertsaal locken.

Wir sprachen mit Julia über ihr "Linzerkind" – das Teilen der Begeisterung für kulturelles Erleben mit dem eigenen Nachwuchs und was in Linz dennoch fehlt.

WOMAN: Kultur für Kinder ist wichtig. Brauchen Eltern dieses Programmangebot aber nicht noch mehr als die Kids, um unter die Leute zu kommen?

Rumplmayr: Ja, natürlich braucht man es auch selbst. Aber auch dieses Gemeinschaftserlebnis ist wichtig. Ich hatte zum Beispiel Lust, mit meinem großen Sohn ins Theater oder Konzert zu gehen und konnte das erste Mal kaum erwarten. Letzten Endes war er vielleicht doch noch etwas zu jung. Ich habe so viele positive Erinnerungen an kulturelle Aktivitäten aus meiner Kindheit und habe mich einfach so sehr darauf gefreut, meinen Kleinen diese Eindrücke zu vermitteln. Kultur bringt Eltern und Kinder aus der Alltagsroutine raus.

WOMAN: Wie sind Sie auf die Idee eines Online-Magazins mit Kulturtipps für Kinder gekommen?

Rumplmayr: Ein reichhaltiges Angebot, was man mit der Familie unternehmen kann, ist ja vorhanden. Daran scheitert es nicht. Aber es gab bisher kein Medium, in dem alles schön zusammengefasst war. Deshalb habe ich mir ganz einfach mein eigenes Online-Magazin gebastelt.

WOMAN: Sie haben sich zuvor schon als Journalistin mit der Linzer Kulturszene beschäftigt. Was fehlt?

Rumplmayr: Ich bin eigentlich zufrieden. Das Angebot ist groß und ohnehin fast nicht zu bewältigen. Schade ist, dass viele tolle Sachen ihr Publikum nicht erreichen. Denn in den Zeitungen sind Freizeittipps für die Kleinen eine Randerscheinung und oft nur interessant, wenn ein Politiker für ein Foto posiert. Das zu ändern, habe ich mir in meinem Magazin zur Aufgabe gemacht. Und die Möglichkeit zu bieten, auf einen Blick zu sehen, was es gibt. Meine Zielgruppe sind nicht nur Eltern, sondern auch Tanten, Onkeln und Großeltern, die oft mehr Zeit haben, um mit den Kindern etwas zu unternehmen.

WOMAN: Ich habe schon erlebt, dass mein Kind und ich in einem Museum nicht willkommen waren. Ist die Diskrepanz zwischen Besuchern, die Kunst in Ruhe erleben wollen, und aufgeweckten Kindern überhaupt überwindbar?

Rumplmayr: Das ist eine schwierige Frage. Was machen Eltern mit Zweijährigen, die einfach noch nicht verstehen, dass sie nichts angreifen dürfen und leise sein sollen? In diesem Alter ist ein Museumsbesuch wahrscheinlich schwierig und für die Kids nicht so geeignet. Da fällt mir also doch etwas ein, das Linz braucht: Ein Kindermuseum, dann können sich die Kleinen endlich austoben und die Eltern sind entspannter. Zusätzlich wäre ein Kindercafé auch nicht verkehrt. Aber das hat sich anscheinend hier in Linz noch niemand antun wollen.

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