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"Unsere Kinder streiten sich um unsere Liebe"

Streitereien zwischen Geschwistern sind ganz normal. Wenn diese aber in einen echten Konkurrenzkampf ausarten, wird es für Eltern ganz schön schwierig.

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"Unsere Kinder streiten sich um unsere Liebe"
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"Meine Kinder streiten sehr viel. Unser Sohn ist 17, unsere Tochter fast 16. Sie sind beide sehr stark in der Pubertät, und ihre schulischen Leistungen sind leider schlimm, aber das bekommen wir hin. Seit einiger Zeit gibt es aber starke Konkurrenz zwischen beiden. Es geht im Streit meistens darum, wer von beiden bei meinem Mann oder mir gerade beliebter ist. Dabei erziehen wir beide gleich, geben ihnen gleich viel Liebe und Aufmerksamkeit. Auch Materielles wird immer gleich aufgeteilt. Trotzdem haben sie das Gefühl, vom einen oder anderen bevorzugt zu werden. Mein Mann und ich halten diese Streitereien nicht mehr aus. Sie bestimmen unser Familienleben, und es nützt leider auch kein Gespräch. Am nächsten Tag geht der Streit weiter, als hätten wir nie mit ihnen darüber geredet. Bitte könnten Sie uns sagen, wie mein Mann und ich uns verhalten sollen."

Der Rat des Experten

DR. SCHMITZ: Sie lassen sich von den beiden zum Publikum ihrer Streitereien machen. Sie versuchen, alles richtig zu machen, und lassen sich so doch in die Streits hineinziehen, in denen es nichts zu gewinnen gibt. Sie sollten bei solchen Aufführungen lediglich mitteilen: Der Streit ist überflüssig und unangenehm. Wir hören nicht weiter zu. Legen Sie Regeln für den Umgang miteinander fest. Übernehmen Sie die Verantwortung dafür, dass Regeln eingehalten werden. Fordern Sie Konsequenzen ein, wenn das nicht geschieht. Lassen Sie nicht zu, dass die Streitereien das Familienleben bestimmen. Greifen Sie ein. Ordnen Sie an: Sohn und Tochter sollen in ihr jeweiliges Zimmer gehen und erst wieder rauskommen, wenn sie sich beruhigt haben und in gutem Ton miteinander und mit Ihnen reden können.

Wer Regeln nicht einhält, bekommt eine Warnung. Wird die Warnung ignoriert, die Regel erneut verletzt, gibt es - wie im Sport selbstverständlich - Platzverweis. Seien Sie klar in Ihrer Haltung. Sonst geben Sie Ihren Kindern keine gute Orientierung. Sie können zusätzlich Gespräche zu zweit anbieten - jeweils in verschiedenen Konstellationen: Mutter-Sohn, Vater-Tochter, Mutter-Tochter, Vater-Sohn. Versichern Sie den Kindern, dass Sie beide gleich lieben. Erklären Sie, wie beide den Streit entfachen und beide ihn sein lassen müssen. Setzen Sie die Inszenierungen der Streiterei ab, entziehen Sie dafür die Bühne.

Der Paar-Berater, Psychologe und Autor Dr. Michael Schmitz kennt sich aus mit Beziehungen und berät realistisch, aus männlicher Sicht sowie mit viel Herz.

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Themen: Eltern, Kinder

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