Ressort
Du befindest dich hier:

Wieso ihr Daddy zum Feministen wurde

Weil seine Tochter ihr geliebtes Spaghettiträger-Kleid im Kindergarten nicht tragen durfte, verwandelte sich dieser Vater in einen engagierten Feministen.

von

Wieso ihr Daddy zum Feministen wurde

Jeff Rouns Tochter: Ihr Lieblingsdress ist gegen die Kleiderordnung

© Je Rouner

Es war der erste sonnige Tag des Jahres und die kleine Tochter von Jeff Rouner wollte nur eines: Ihr geliebtes, wunderschönes Kleid mit Regenbogenstreifen und Spaghettiträgern in den Kindergarten anziehen. "In diesem Kleid fühlt sie sich toll, es ist ihr 'Sonnenscheinkleid'. Sie war überglücklich, dass sie es warm genug war, um es anzuziehen – also ließ ich sie," schreibt Rouner wenig später in einem Blog-Post für die Houston Press, den er mit "Die offenbar völlig unmoralischen Schultern meiner Tochter" betitelte.

Denn als der Journalist seine Tochter vom Kindergarten abholte, hatten ihr die Betreuerinnen ein T-Shirt über das Kleid und Jeans darunter angezogen. "Sie haben gesagt, dass Spaghettiträger gegen die Kleiderordnung sind," schluchzte seine Tochter. Für Rouner eine unfassbare Angelegenheit: "Als ich die Tränen meiner Tochter sah und merkte, wie unglücklich sie ist, habe ich mich in die Sache verbissen."

Er studierte die Kleiderordnung des Kindergartens. Und entdeckte: "In der Liste gab es nur Vorschriften, wie sich kleine Mädchen anständig zu kleiden haben. Jungs wurden mit keinem Wort erwähnt."

Für den engagierten Daddy eine Doppelmoral: "Auf diese Weise wird Mädchen von vornherein eingetrichtert, dass sie sich an die Regeln einer Geschmackspolizei zu halten haben, die über "anständige" Kleidung entscheidet. Indem man ihnen aber sagt, dass ein Kleidchen mit Spaghettiträgern unanständig oder aufreizend sei, nimmt man den Kindern einen Teil ihrer Unschuld."

Er denke nicht daran, dass sich seine Tochter diesen Regeln unterwerfen solle: "Mein Kind diskutiert mit mir stundenlang über die Höchstgeschwindigkeit von Landtieren in Afrika bis zur Größe von Planeten. Und dann soll es wort- und widerstandslos akzeptieren, dass ein Kleid mit dünnen Trägern, das man in jedem großen Kaufhaus in ganz Amerika erstehen kann, etwas Schlechtes ist. Etwas unanständiges, aufreizendes. Und dass die einzig wahre Reaktion darauf sein muss, dass man das Kind auf der Stelle bedeckt. Ich halte das für infam."

Rouners Blog-Post erhielt Zusrpuch in ganz Amerika – sogar Modezeitschriften wie die Elle berichteten auf ihren Homepages über den absurden Vorfall. Der kämpferische Vater: "Ich habe den Kindergarten um eine Antwort gebeten, sie wollten es nicht kommentieren. Ich jedenfalls werde meine Tochter ihr Kleid immer anziehen lassen – wann immer und wo immer sie auch will."

Tipp: Lest hier, was Talkerin Barbara Karlich über die Kleiderwünsche ihrer Tochter schreibt.

Themen: Kinder, Erziehung