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Keine Geburtstagsgeschenke für mein Kind – und das geschah!

Ihr Sohn feierte seinen 3. Geburtstag - und seine Mutter bat die Gäste, bitte keine Geschenke zur Kinderparty zu bringen. Wie sich das auswirkte...


Keine Geburtstagsgeschenke für mein Kind – und das geschah!
© Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash

Die Spielzeugladen im Kinderzimmer quellen über, der Großteil wird nicht mehr benutzt (Außer, du rufst dazu auf, alles einmal Auszumisten. Da fällt den Zwergen dann plötzlich ein, dass das Playmobil-Piratenschiff, das ein ganzes Regel braucht, nach wie vor DRINGEND gebraucht wird. Genau die die "Trash Bag"-Sammlung. Und die grausigen Slimes. Und und und....)

In Kürze steht der nächste Kindergeburtstag an. Bedeutet: Neue Geschenke, neues Spielzeug, noch mehr Kram, der irgendwo verstaubt oder vom Kinderzimmer übers Wohnzimmer bis ins Eltern-Schlafzimmer über den Boden kriecht und sich überall ausbreitet wie eine lästige Krake...

Du kannst es zugeben: Du hast vermutlich auch schon mal daran gedacht, wie es wäre, wenn du einfach mal darum bittest, dass keiner Geschenke mitbringt. Darüber fantasiert, wie aufgeräumt alles mit etwas weniger Spielzeug wäre. Da wäre auch noch der moralische Effekt: Wie bringt du deinem Kind Demut und Dankbarkeit über Kleinigkeiten bei, wenn sie so viel Zeugs besitzen, dass man damit in Wahrheit eine Armee aus Kleinkindern unterhalten könnte?

Auf der anderen Seite: Viel Glück, wenn du deiner Schwiegermutter die Enkelkind-Verwöhnung absprichst. Und was sagst du deinem Kind, das sich bereits aufs Aufreißen der Geschenke freut? (In Wahrheit oft mehr als über den Inhalt...)?

Wie haben mit einer vierfachen Mutter gesprochen, die genau dieses Experiment neulich ausprobiert hat...

WOMAN: Warum hast du darum gebeten, dass keine Geschenke zum Kindergeburtstag deines Sohnes mitgebracht werden?
Linda: Mein Sohn hat zwei Wochen nach Weihnachten Geburtstag. Er war schon völlig übersättigt von all den Geschenken. Dazu kommt: Ich wusste, dass es sich die Omas und Opas auf keinen Fall nehmen lassen werden, ihm zum Geburtstag wieder etwas zu schenken. Aber das reicht auch. Für die Party haben wir dann etwas anderes gemacht: Einen Kinderbuch-Tausch. In einer Kiste hatten wir die bereits gelesenen Bücher meines Sohnes. In eine andere Kiste haben die Gäste dann ein gelesenes Buch ihres Kindes gelegt – und beim Abschied ein altes meines Sohnes mitgenommen. So haben alle neue Kinderbücher. Toll, oder?

WOMAN: Haben sich alle daran gehalten?
Linda: Ja, nur eine Mutter hatte den Hinweis auf der Einladung überlesen. Aber die Idee fanden alle großartig. Niemand musste was Neues kaufen, alle waren glücklich.

WOMAN: Wie hast du die Idee deinem Sohn erklärt?
Linda: Er war nicht der Erste, bei dem wir das so gemacht haben. Ich habe vier Kinder, wir haben es bei allen so gehalten. Ich habe meinen Kindern immer erklärt, dass sie sowieso sehr viele Geschenke von den Verwandten bekommen. Das größte Geschenk am Kindergeburtstag ist doch, dass alle Freunde kommen und man einen Tag nur Spaß mit ihnen hat. Und sie bekommen ja trotzdem etwas. Es ist nur einfach ein Tausch-Geschenk und nichts neu gekauftes. Sie haben nie dagegen gemault, sondern waren einverstanden.

WOMAN: Wann würdest du empfehlen, damit zu starten?
Linda: Am besten beginnt man damit, wenn die Kinder noch klein sind. Sie sind wahnsinnig verständig, wenn man ihnen das erklärt. Mit meinen älteren Kindern halte ich es mittlerweile so, dass wir Geschenke, die sie zusätzlich bekommen und nicht wirklich brauchen, gemeinsam an eine Charity spenden. Das machen wir auch mit alten Spielsachen. Wichtig ist dabei, dass die Kinder mitkommen, wenn wir die Sachen übergeben. Dann können sie selbst spüren, wie gut die Dankbarkeit tut, wenn man Gutes tut. Nebeneffekt: Sie trennen sich auch leichter von Spielzeug und sortieren bereitwillig selbst aus.

Thema: Erziehung

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