Ressort
Du befindest dich hier:

„Die Vorwürfe fressen mich auf!“

EXKLUSIVINTERVIEW. Ihre Tochter war zwölf, als sie ein Kind zur Welt brachte – missbraucht & geschwängert vom Stiefvater. Für Mutter Birgit K., die Frau des Täters, brach letzten November eine Welt zusammen. Sie sprach mit WOMAN.

von

Meine Vorwürfe fressen mich auf

Birgit K. hat nur mehr ihre Tiere zum Kuscheln. Denn ihre Kinder wurden ihr vom Jugendamt abgenommen. Ihr Lebensgefährte hatte die älteste Tochter geschwängert. Jetzt kämpft sie darum, sie zurückzubekommen. „Ich liebe sie doch so!“

© Philipp Horak

Nie wieder werde ich ein Interview geben. Ich mache es nur, um anderen Müttern zu sagen, dass sie vielleicht doch besser hinschauen sollten.“
Birgit K. sitzt auf der Kücheneckbank ihres Einfamilienhauses und blättert in Gutachten, Stellungnahmen und eigenen Aufzeichnungen. An den Wänden Fotos von Kindern: im Babyalter, mit Sonnenbrille im Garten, beim Kuscheln mit den Geschwistern. Auch ein selbstgebastelter Bilderrahmen hängt hier. Darauf zu sehen sind fünf Menschen: Birgit K. selbst, zwei Mädchen und zwei Babys. „Es war immer was los bei uns“, huscht der 37-Jährigen ein Lächeln übers Gesicht. Kurz flammt Freude auf in den grünen Augen der Frau. „Aber jetzt ist es ruhig“, setzt sie fort. Nur das Plätschern des Aquariums ist zu hören, ab und zu ein Bellen der beiden Familienhunde, ein Schnurren der drei Katzen. Die Tiere sind geblieben, die Kinder aber weg. Jetzt ist Traurigkeit ins Gesicht der Burgenländerin gekehrt. Zu viel war all das, was die dreifache Mutter in den vergangenen Monaten durchlebt hat.

RÜCKBLICK. Es war Montag, der 11. November 2013, der das Leben von Familie K. völlig verändern sollte. Tags- über war noch alles wie immer. Die Mutter fuhr einkaufen, ihr Lebensgefährte Robert zu einem Bekannten. Tochter Julia, 12, hatte wieder mal Migräne und sperrte sich im Zimmer ein. Um Ruhe zu haben vor den Geschwistern, der fünfjährigen Barbara und der vier Monate alten Sarah. Als sie abends aber nichts essen wollte, ging Stiefvater Robert nachsehen. Er kam nicht mehr in die Küche zurück. Birgit ging ihm nach und stand vor versperrter Türe. Drinnen hörte sie ihren Partner und ihre älteste Tochter diskutieren. Julia wollte keinesfalls, dass sie reinkommt. Er öffnete schließlich doch und schickte ein „Aber schreck dich nicht!“ voraus.

Das gesamte Gesichte und das Interview findest du in der aktuellen WOMAN-Ausgabe 10/2014.