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Kindesunterhalt: das musst du beachten

Über das Thema Alimente wird oft gestritten. Wie viel Unterhalt muss man zahlen? Auf welcher Basis wird er berechnet? Und welche Ausnahmen gibt es? Wir haben die wichtigsten Fakten!

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Kindesunterhalt: das musst du beachten
© Chris Reed

Trennt sich ein Paar und es sind Kinder im Spiel, muss man sich mehrere Fragen stellen: Bei welchem Elternteil werden die Kinder in Zukunft leben? Wer muss den Kindern Unterhalt zahlen? Und wie viel ist das eigentlich?

Im Bezug auf Unterhalt haben beide Elternteile gegenüber ihren Kindern die gleichen Rechte und Pflichten. Das gilt übrigens immer, egal ob die Eltern verheiratet waren oder nicht. Immer der Elternteil, bei dem das Kind lebt, hat für den "Naturalunterhalt" zu sorgen. Hierbei handelt es sich um Dinge wie Unterkunft, Nahrung, Kleidung, Schule, Freizeitgestaltung oder Taschengeld. Der Elternteil, bei dem das Kind nicht im selben Haushalt lebt, ist stattdessen dazu verpflichtet, dem anderen Elternteil Unterhalt für das Kind in Form von Geldleistungen zu bezahlen.

Wie hoch diese Geldleistungen sind, ist unterschiedlich. Es handelt sich entweder um einen privat vereinbarten oder gerichtlich festgelegten Betrag. Im Falle von letzterem ist dieser vom Gehalt der Person abhängig, die den Unterhalt zahlen muss. Die genaue Höhe ist immer eine Einzelfallsentscheidung, die im Zuge eines Scheidungs- oder Unterhaltsverfahrens vom Gericht beschlossen werden kann.

Falls ein Kind gerechtfertigte Sonderbedürfnisse hat (zum Beispiel außergewöhnliche Lernhilfen, kieferorthopädische Behandlungen oder Spitalskosten), ist der Unterhalt zahlende Elternteil auch verpflichtet, anteilig dafür aufzukommen. Kosten für Schikurs, Schullandwochen oder Ähnliches zählen in der Regel nicht als Sonderbedarf.

"Es kommt immer wieder vor, dass Personen, die Alimente zahlen müssen, das nicht sonderlich gerne tun", erzählen Theresa Kamp und Patrick O. Kainz von Law & Beyond. Versucht ein zum Geldunterhalt verpflichteter Elternteil sich der Zahlung von Alimenten zu entziehen, indem sie/er die Beschäftigung aufgibt, dann wird nicht das tatsächliche Einkommen, sondern das fiktive Einkommen, das absichtlich ausgeschlagen wurde, zur Berechnung herangezogen.

Aktuell musste sich der Oberste Gerichtshof mit einer Konstellation auseinandersetzen, bei der der Kindesvater über Jahre nur sehr wenig Unterhalt gezahlt hat, weil er selbst ohne Beschäftigung war. Er war jedoch mit einer sehr wohlhabenden Frau verheiratet. Wie der Fall ausgegangen ist, erfährst du im Video.