Ressort
Du befindest dich hier:

Klammern: So viel Distanz braucht die Liebe

Ohne dich kann ich nicht mehr sein, ohne dich bin ich allein! Doch Klammern bewirkt genau das Gegenteil. Warum Liebe auch ein wenig Distanz braucht.

von

Klammern: So viel Distanz braucht die Liebe
© Instagram/BabbaC

Am Anfang ist es schmeichelhaft, wunderschön. Da ist jemand, der am liebsten jede Sekunde des Tages mit dir verbringen würde, der dir Nachrichten schreibt, kaum hast du das Haus verlassen.

Aber im Laufe einer Beziehung kann dieser permanente Wunsch nach ständigem Beisammensein auch ins Gegenteil umschlagen. Vor allem, wenn jeder allein verbrachte Abend zu Diskussionen, Vorhaltungen oder Tränen führt. Man fühlt sich erdrückt, gefangen, es wird einem sprichwörtlich die Luft zum Atmen genommen. Klammern: Ein Verhalten, das verzweifelt Nähe fördern will, schafft am Ende nur Distanz.

Wie viel Nähe braucht die Liebe – und wie viel Distanz ist gut?

Manche Menschen gewöhnen sich ein wenig an den klammernden Partner, wollen ihn aus falsch verstandener Rücksichtnahme nicht verletzen. Sie finden sich – zumindest eine Zeit lang – damit ab, dass ihre Unabhängigkeit flöten geht. Sie nur mehr im Doppelpack auftreten, sie sich keinen Zentimeter ohne den anderen bewegen können.

Doch hinter klammernden Verhalten stecken zwei Ursachen, die man lösen muss, wenn die Beziehung wirklich Bestand haben soll:

  • Mangelndes Vertrauen in den Partner.
  • Und die Angst, nicht ausreichend geliebt zu werden.

Beides ist nicht gesund. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Partner dich dauerüberwacht und nicht loslässt, dann ist Redebedarf nötig. Möglicherweise merkt dein Partner gar nicht, wie sehr dich sein Kontrollzwang erdrückt. Das Wichtigste: Bleib' sachlich, liebe- und verständnisvoll.

Du solltest deinem Partner nicht zum Vorwurf machen, dass er Zeit mit dir verbringen will. Sondern ihm erklären, wie sehr du ihn liebst – auch wenn ihr nicht jede Sekunde aufeinander klebt. Gerade diese Sicherheit braucht er, wenn er so stark zweifelt. Gleichzeitig musst du ihm aber auch klarmachen, dass du im Alltag auch Momente für dich selbst brauchst. Dass du dann mit neuer Leidenschaft und Neugierde auf ihn zugehen kannst. Du willst die Beziehung durch etwas mehr Distanz nicht beenden, sondern verbessern. Und zwar gemeinsam mit ihm.

Vermeide auf jeden Fall Sätze wie "Ich will weniger Zeit mit dir verbringen", "Dein Verhalten engt mich ein" oder "Ich brauche Luft von dir". All das ist ein Angriff. Und bestärkt deinen Partner in seinen Ängsten, statt sie ihm zu nehmen.

Thema: Liebe