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Klammern in der Beziehung: Wie du dagegen ankämpfst

Wer liebt, wünscht sich Nähe. Wer aber zu sehr klammert, hat Angst. Wie du das Klammern in der Beziehung abstellst und ein gesundes Verhältnis aus Nähe und Distanz schaffst.


Klammern in der Beziehung: Wie du dagegen ankämpfst
© Photo by Uroš Jovicic on Unsplash

Ohne dich schlaf' ich heut Nacht nicht ein, ohne dich fahr' ich heut' Nacht nicht heim, ohne dich komm' ich heut' nicht zur Ruh... (Liedtext "Münchner Freiheit").

Ihr habt alles gemeinsam gemacht, seid ihr euch kennengelernt habt. Jede Sekunde seid ihr aneinander geklebt, ihr wolltest es so. Beide. Aber jetzt möchte dein Partner auf einmal etwas ohne dich machen. Und plötzlich meldet sich bei dir ein hässliches Gefühl: Panik. Angst. Werde ich nicht mehr so geliebt? Entfernt er sich von mir? Will er nicht mehr mit mir zusammen sein?

Deine Reaktion: Du kettest dich an ihn. Oder machst ihm eine Szene, zwängst dich dazu, urgierst so lange, bis du auch an diesem Event, an dieser Sache teilhaben kannst. Ohne dich? Gibt es nicht.

Angst: Der Hauptgrund, warum in Beziehungen geklammert wird

Dabei möchte dein Partner meist einfach nur mal ein wenig Zeit mit seinen Freunden verbringen. Aber das zu akzeptieren ist schwierig. Zumindest dann, wenn man von der Angst getrieben wird, dass Momente, die man nicht zusammen verbringt, Distanz schaffen und die Liebe zerstören.

Es sind meist wir Frauen, die in einer Beziehung alles mit dem Partner teilen wollen. Männer hingehen suchen ihre Freiheit in der Distanz. Beide Verhaltensweisen werden im Grunde durch Furcht befördert: Sie hat Angst vor Liebesentzug und Einsamkeit, er vor der völligen Vereinnahmung. Und oft liegen die Gründe für unser Verhalten in den Beziehungsmustern, die wir aus unserer Kindheit gelernt haben und nun auf unsere Weise nachspielen, wenn unser Wunsch nach Nähe oder Distanz nicht erfüllt wird.

Eine gute und gesunde Beziehung braucht aber eine Balance. Extreme schaden der Liebe nun mal. Schließlich geht es darum, zwei Individuen mit eigenen Interessen und Bedürfnissen zu verbinden. Und nicht darum, die komplette Symbiose herzustellen, in der der eine nicht mehr ohne den anderen kann.

So stellst du das Klammern in der Beziehung ab

Der wichtigste Punkt: Lerne Selbstliebe. Nur wer sich selbst schätzt, kann innere Stabilität und damit auch eine gesunde Unabhängigkeit vom Partner entwickeln. Das wieder ist die Voraussetzung, um mit dem Wechselspiel aus Nähe und Distanz besser umzugehen.

Klingt natürlich einfach. Ist aber gar nicht so leicht. Ein Anfang kann sein, dass du dich ganz bewusst zu einer neuen Unabhängigkeit verpflichtest. Indem du dir etwas mit Freundinnen ausmachst. Oder auch mal eine kurze Reise ohne deinen Partner machst. Erkennst, dass du auch ohne ihn Spaß hast und geschätzt wirst. Und du und er sich umso mehr freuen, wenn ihr wieder aufeinander trefft.

Außerdem:

  • Nimm deine, aber auch seine Bedürfnisse wahr. Selten haben beide Partner das gleiche Bedürfnis nach Nähe und Distanz.
  • Geh auf den Partner zu und akzeptiere seine Interessen.
  • Lerne, einen gewissen Abstand und Zurückweisung zu ertragen.
  • Pflege einen liebevollen Umgang mit dir selbst und verschwinde nicht hinter einem «Wir».