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WOMAN testet: Kleiderkasten-Check

Style-Coach Denise Aras bietet einen außergewöhnlichen Service: den Kleiderkasten-Check, bei dem die vorhandene Garderobe gemeinsam überprüft wird und alte Sachen neu entdeckt sowie kombiniert werden. Wir haben den Kleiderkasten-Check gemeinsam mit einer WOMAN-Leserin ausprobiert.

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Kleiderkastencheck
© Corbis/ Arman Zhenikeyev

Wer von uns kennt das nicht: Man steht vor seinem - eigentlich ja gut gefüllten - Kleiderschrank - und findet dennoch nichts zum Anziehen. Bevor man nun in Verzweiflung ausbricht und einfach wild drauf los shoppt, sollte man jedoch vielleicht einmal einen Termin bei Denise Aras buchen. Denn dieselbe ist Style-Coach, macht Hausbesuche und untersucht dabei den Patienten Kleiderschrank auf Herz und Nieren beziehungsweise Kleidung und Accessoires. Wir fanden diesen Service überaus spannend und haben ihn gemeinsam mit WOMAN-Leserin Ursula Stefaner getestet!

Ein paar Stunden muss man schon ein berechnen, wenn man wissen möchte, was der eigene Kleiderschrank modetechnisch hergibt: Denise gibt an, dass eine Beratung mindestens drei Stunden dauert - inklusive Friseurbesuch sowie Make-up natürlich etwas länger. Dabei kostet die erste Stunde 70 Euro, jede weitere 60 Euro.

In der sonnigen Wohnung von Ursula treffen wir alle das erste Mal aufeinander und die Stimmung ist gleich hervorragend: 4 Frauen, die allesamt offen und neugierig sind und dann noch die Themen Mode und Styling: Wie könnte ein Tag besser ablaufen? Nach dem ersten Beschnuppern und einigen Fragen von Denise an Ursula, wird auch gleich das Problem in Angriff genommen: Der Kleiderschrank wird ausgiebig inspiziert!

Schon bald wird klar: Es fliegen die Fetzen! Aber zum Glück nur die stoffenen: Es wird im großen Stil ausgemistet! Schnitte, die einfach nicht mehr modern sind und ebenso der tollen Figur von Ursula nicht schmeicheln, werden rigoros aussortiert. Ebenso Farben sowie Muster, die Ursula nicht passen. Dafür folgen Tipps, was besser passen könnte, woraus bald eine Einkaufsliste wird. Schließlich werden noch einige der für gut befundenen Kleidungsstücke probiert und kombiniert.

Kleiderkastencheck
Ursula: Vorher - Nachher

WOMAN-Leserin Ursula

Aber wie beurteilte Ursula selbst ihr Kleiderkastenerlebnis? In guter, alter Herzblatt-Manier haben wir die beiden nach unserem gemeinsamen Tag getrennt voneinander befragt:

WOMAN: Warum hast du dich für den Kleiderkasten-Check beworben?
Ursula: Frisur, Make-up, Kleidung und Schuhe müssen für mich in erster Linie bequem sein. Irgendwann waren es aber nur mehr Zopf, Wimperntusche, Labello, Jeans und Converse - jeden Tag. Ich wusste, dass ich mehr aus mir machen könnte, konnte es aber nicht umsetzen - trotz einem vollen Kleiderkasten, themenbezogenen Zeitschriften, modischen Freundinnen und einem Grundinteresse an der Materie. Der Kleiderkasten-Check war für mich DIE Gelegenheit alte Muster zu sprengen.

WOMAN: Was hast du dir erwartet vom Kleiderkastencheck? Und sind diese Erwartungen auch eingetroffen?
Ursula: Ich habe mir erhofft, dass man mit den vorhandenen Dingen etwas machen kann. Ich dachte, dass ich gute Sachen habe, ich aber einfach nicht in der Lage bin, sie raffiniert zu kombinieren. Dass ich mit einem riesigen Berg an ausgemusteter Kleidung und einer langen Einkaufsliste ende, habe ich nicht erwartet, fand ich aber nicht weiter schlimm.
Ich habe nun einen Plan im Kopf und kann drauf los starten. Ich bin total glücklich, dass ich für den Kleiderkasten-Check ausgewählt wurde. Er hat mich, meine Einstellung und mein Selbstbild verändert und fühlt sich nachhaltig einfach gut an.

WOMAN: Wie war dieser Umstyling-Tag für dich?
Ursula: Für mich war es wie ein Wachrütteln nach einer Zeit, wo sich für mich alles um Schwangerschaft und Baby gedreht hat. Dass ich nicht nur eine Mama, sondern auch eine Frau bin, die sich für sich selbst hübsch machen darf.
Der Tag mit euch war lustig und schockierend zugleich. Mir war nicht klar, dass 80 Prozent meiner Sachen mindestens 6 Jahre alt ist und mir weder vom Schnitt, noch von der Farbe her passen. Ich habe eure Ehrlichkeit sehr geschätzt - so was muss man vertragen können, wenn sich etwas ändern soll.

WOMAN: Was hast du für dich an Tipps mitgenommen?
Ursula: Neben einer lange Liste mit Dingen, die ich unbedingt brauche (lacht)?
Ich hab wenige "coole" Sachen, aber die verstauben in einer Lade. Ich hab ein gut sortiertes Schminkkofferl und tolle Pinsel, aber ich nehme sie nicht. Dass man die Dinge, die man hat, nutzt und sich selbst weniger kritisch betrachten sollte (Stichwort Eigen- und Fremdwahrnehmung), DAS hab ich für mich mitgenommen.
Außerdem weiß ich jetzt, welche Schnitte mir stehen - vor allem bei Röcken und Hosen.
Heute wache ich in der Früh auf und überlege, was ich anziehen möchte. Auf welche Hose habe ich Lust? Welches Armband führe ich heute spazieren? Erstmals macht es mir Spaß, mich mit dem Thema zu beschäftigen.

WOMAN: Wirst du in Zukunft anders shoppen?
Ursula: Anders: Ich werde in Zukunft WIEDER shoppen.
Und wie Denise auch immer wieder gepredigt hat - besser 1 gutes Teil im Monat kaufen, als viele billige Dinge, die einem nicht stehen und die man dann sowieso nicht anzieht.

WOMAN: Welche Tipps haben dir besonders geholfen?
Ursula: Dass ich unbedingt eine Jeansjacke brauche, mir schwarzer Eyeliner steht und ich nicht ohne Armbänder außer Haus gehen sollte (lacht).
Ich sollte mich auf Schwarz, Weiß, Grau und EINE Farbgruppe konzentrieren und nicht Schals, Armbänder, Taschen in zig verschiedenen Farben kaufen. Das ist dann schwer zu kombinieren. Ich habe für mich Pink und Koralle ausgesucht – alles andere lasse ich beim Shoppen nun links liegen.
Wichtig finde ich auch, dass man in gute, klassische Teile investiert, die nie unmodern werden und die man immer wieder gut kombinieren kann.

Kleiderkastencheck
Was fehlt im Kleiderschrank? Die Liste wird länger und länger...

WOMAN: Hast du nun neue Sachen im Kleiderschrank? Welche?
Ursula: Jeansjacke, schwarze, enge Jeans, helle Used-Jeans, Maxirock in Koralle, Blazer in Schwarz und Beige, dünne Gürtel in Schwarz und Weiß. Ein paar Armbänder und eine lange Kette durften auch bei mir einziehen. Und weil ich's gerade auf WOMAN.at gesehen hab: Ein Strohhut mit schwarzem Band. Bei den Schuhen bin ich noch dran – da hab ich noch nichts gefunden, was mir gefällt UND angenehm zu tragen ist.

WOMAN: Was musste raus aus dem Kleiderschrank?
Ursula: Vor allem die unzähligen Röcke, die mir einfach nicht standen und die ich schon ewig nicht mehr getragen hab. Unter dem Motto „Die sind ja noch gut – die zieh ich sicher IRGENDWANN mal wieder an“ haben sie einfach viel zu lang ein trauriges Dasein in meinem Kleiderkasten gefristet. Die vielen Blusen, die vom Schnitt oder vom Muster so gar nicht zu mir passten, mussten weg. Die Shirts, die nur mehr fürs Schlafen gut/schön genug waren, wurden bis auf ein paar wenige entfernt.
Alles, was ich ausgemustert habe, habe ich erst mal meinen Freundinnen gezeigt. Jede konnte sich nehmen, was gepasst und gefallen hat. Ich hab 2 Kleidertausch-Partys besucht und was übrig blieb, landete auf willhaben.at oder im Kolping-Container.

WOMAN: Wie hat dein Umfeld auf deine "Verwandlung" reagiert?
Ursula: Ich habe durch die Bank nur positive Reaktionen bekommen. Alle waren von meiner neuen Frisur begeistert – vor allem, dass ich die Haare nun endlich wieder offen trage. Ich werde oft darauf angesprochen, dass ich jetzt immer so aussehe, als ob ich mir was dabei gedacht hätte. Das mache ich mittlerweile wirklich!
Viele haben meinen Kleiderkastencheck zum Anlass genommen, selbst auch mal kräftig auszumustern. Mit meiner Freundin, die immer schon ein tolles Händchen für Mode hat, hab ich hiermit auch ein neues Gesprächsthema. Wenn ich mir beim Shoppen unsicher bin, schick ich ihr schnell ein Foto. Auf ihre Meinung und ihren Geschmack halte ich sehr viel.
Eine liebe Freundin bat mich, sie zum Shoppen zu begleiten. Ich konnte ihr helfen, viele, gut kombinierbare Outfits mit wenigen Teilen zusammen zu stellen. Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, umso mehr Spaß findet man auch daran. Das hab ich euch ursprünglich ja nicht geglaubt (lacht).

Kleiderkastencheck
Redakteurin Michaela im Gespräch mit Denise.

Style-Coach Denise

Style-Coach Denise Aras berät nicht nur, sie beantwortete ebenso unsere Fragen:

WOMAN: Wie bist du auf die Idee des Kleiderkasten-Checks gekommen?
Denise: Durch einen Blick in den Kleiderschrank meiner Tochter und durch die verzweifelten Hilferufe meiner Kundschaft als Modeverkäuferin: "Ich habe so viel, ich kann es aber nicht kombinieren." Oder: "Hilfe, ich kaufe immer das Falsche!"

WOMAN: Wie läuft der Kleiderkasten-Check in der Regel ab?
Denise: Zuerst lerne ich meine Kundin kennen, höre mir an, wie ihr Alltag abläuft, damit ich ihren Kasten so organisiere, wie sie ihn braucht, damit sie nach mir mit einem Griff immer trendy angezogen ist. Der nächster Schritt ist ab vor den Kleiderschrank und wir fangen an zu sortieren - auch Lieblingsstücke müssen manchmal raus! Ich zeige ihr auch, wie sie ihre Sachen am besten kombinieren soll: Welche Farben sie mischen kann, welcher Schuh passt oder welches Accessoire. Ich gebe Tipps und Tricks bis hin zu ihrem Tagesmake-up. Bei so einem Kastencheck sind auch Schuhe inbegriffen: Sie sind das wichtigste Accessoire - sie entscheiden, wie wir wirken. Ob sportlich, elegant oder klassisch.

WOMAN: Was macht Stil für dich aus?
Denise: Stil ist etwas ganz besonderes - entweder man hat ihn oder man hat ihn nicht. Ich finde, auch Körperhaltung und Redegewandtheit tragen zum guten Stil bei. Wenn man das hat, kommt das Äußerliche einfach von mir!

WOMAN: Was sollte jede Frau in ihrem Kleiderkasten haben?
Denise: Auf jeden Fall eine blaue Jeans, ein T-Shirt in Schwarz und Sakko in Schwarz. Mal etwas anderes, nicht immer dieses kleine schwarze Kleid. Und Peep-Toes dürfen nicht fehlen.

WOMAN: Was würdest du Ursula für ihre neue stylishe Zukunft empfehlen?
Denise: Die liebe Ursula kann sich selbst helfen, in dem sie sich die Zeit für sich nimmt, die sie braucht.

WOMAN: Gibt es einen Tipp oder Rat, der in Bezug auf Stil zu fast jeder Frau passt?
Denise: Wir dürfen das Lachen nie vergessen. Lachen passt jeder Frau und es macht uns glücklich und schön.

Mehr Infos auf denise-aras.at.

Unser Fazit:

Bezüglich der Kombinationen, die angezogen wurden, hätten wir uns vielleicht noch etwas mehr Schwung und Jugendlichkeit gewünscht, da Ursula ja ein sehr frischer und sportlicher Typ ist. Die Stylings waren hingegen alle eher klassisch und schlicht gehalten.
Wir finden die Grundidee großartig und sind uns sicher, dass viele Frauen davon profitieren können. Denn, wenn man seinen Stil gefunden hat und sich in seiner Kleidung und in seinem Auftreten wohl fühlt, strahlt man auch ein ganz anderes Selbstbewusstsein aus. Denise hilft mit Charme und Einfühlungsvermögen dabei, sich wohl und besser zu fühlen und sich mehr mit dem Thema Mode auseinander zu setzen.

Thema: WOMAN testet

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