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Schülerin trug stinknormales Outfit: "Lehrer fühlen sich unwohl"

Nicht schon wieder: Ein Mädchen hat gegen die Kleidungsvorschrift ihrer amerikanischen High School verstoßen - mit einer Oversize-Bluse und einer schwarzen Leggings.

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kleidervorschrift
© Photo by Anthony Tran on Unsplash

Man hat es nicht leicht, wenn man in der Pubertät ist. Der Körper verändert sich, man ist nicht mehr gänzlich die Person, die man noch vor ein, zwei Jahren war und gleichzeitig muss man sich mit dem Schulalltag rumkämpfen. Da könnte man meinen, dass es ein Teenie zumindest mit den Basics des Lebens leicht hat: "Habe ich mein Lunchpaket eingepackt?" oder "Wann beginnt nochmal meine Klavierstunde?" - sollten demnach typische Fragen sein, die einem jungen Menschen durch den Kopf gehen. Und nicht: "Ist mein Outfit so aufreizend, dass sich meine Lehrer nach meinem Po umdrehen?"

Doch scheinbar sollte auch diese Frage auf dem Menü des Alltags von amerikanischen High School Schülerinnen stehen. Denn schon wieder wurde eine junge Frau ermahnt, sie habe ein unangemessenes Outfit in der Schule angehabt. Dabei trug sie ein Oversize-Hemd und eine schwarze Leggings:

Kate Wilson heißt das Mädel und sie hat ein langes Facebook-Posting zu dem Geschehen verfasst. Erstaunlich ist, wie reflektiert sie von der Angelegenheit berichtet: "Ich bin heute spät aufgewacht, mir war kalt und deshalb habe ich ein bequemes Outfit angezogen, das mich durch den Montag bringen sollte. (..) Vizedirektor meiner Schule rief mich in sein Büro und meinte, dass meine Hose die Lehrer 'in Verlegenheit' bringen würde. Ich war geschockt. Wie konnte ein erwachsener Mann so selbstbewusst sagen, dass ich das Problem bin? Das 16-jährige Mädchen, die Schülerin, bringt erwachsene Lehrkörper in Verlegenheit. Ich werde es nicht zulassen, dass andere kleine Mädchen in dem Büro stehen und ihnen gesagt wird, dass sie ihre Kleidung wechseln muss, damit Männer (die jeden Tag von jungen Mädchen umgeben sind) nicht von ihr angeturnt werden, wenn sie die Stufen raufgeht."

Sie führt weiter aus, dass sie hier keinen Stunk machen wolle und wisse, dass man Regeln folgen muss. In ihrer vorigen Schule hätte man Leggings tragen dürfen und es wäre für Wilson kein Problem gewesen, jetzt auf die engen Hosen zu verzichten. Der Ton und die Worte des Vize hätten sie schockiert. Und wenn die tatsächlich so geklungen haben, hat sie auch jeden Grund dazu. Denn was ist das für eine Welt, in der sich Lehrer wegen dem Aussehen ihrer Schülerinnen unwohl fühlen? Vor allem, wenn es sich um ein solch unauffälliges Outfit wie dem von Kate Wilson handelt.

»Wie konnte ein erwachsener Mann so selbstbewusst sagen, dass ich das Problem bin?«

Und dies ist bei weitem nicht der erste solche Fall. Erst vor ein paar Monaten schrieb ein Mädel auf Twitter, dass sie aus der Klasse geholt worden war, weil sie keinen BH trug. Man sagte ihr, sie würde so ihre Klassenkameraden ablenken. Und vor wenigen Wochen wurde eine Schülerin suspendiert, weil sie eine Jeans mit Riss am Knie trug.

In vielen amerikanischen Schulen gibt es Kleidungsvorschriften. Diese werden aber häufig gegen die Mädchen ausgelegt und zielen darauf ab, dass sich die Schülerinnen "nicht zu aufreizend" kleiden. Was das genau bedeutet, bestimmt jede Schule selbst. Das problematischste an der Sache sind aber die Begründungen der Aufsichtspersonen, die häufig davon sprechen, dass die Mädchen so ihr Umfeld ablenken oder aufreizen würden. Und im Falle von Wilson ganz extrem: Wegen ihrer Leggings sollen sich männliche Lehrkräfte unwohl gefühlt haben. Man kann nur hoffen, dass die Worte jenes Vizedirektors nur schlecht gewählt waren und nicht der Wahrheit entsprachen. Denn es ist schon schlimm genug, dass Mädchen scheinbar nur als sexualisierte Körper gesehen werden, die die Hormone ihrer Schulkollegen durcheinander bringen. Da sollten sie sich nicht noch extra verhüllen müssen, damit sich die Lehrer wohlfühlen.

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ABGBkant

Und das in der sogenannten freien Welt. Diese Lehrer gehören suspendiert. Es macht schon wieder Schule, dass man Mädchen ind Frauen für ev. Übergriffe von Männern schuldig spricht. Eine spezielle Form bieten die Wiener Schulen. Wenn in der Klasse 2-3 Moslems sitzen, wird auf Ausschnitt, offenes Haar, etc. mit dem Wort "Haram!" hingewiesen. Das Mädchen verleitet zur Sünde, sie soll sich bedecken.

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