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So sehr wirkt sich die Klimakatastrophe bereits in Österreich aus

"Klimakatastrophe? Das betrifft uns doch in Österreich nicht. Und wenn dann erst in vielen Jahren!" Leider nein: Die Klimakrise ist längst in Österreich angekommen. Und bereits jetzt belasten die Folgen Mensch und Natur.

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So sehr wirkt sich die Klimakatastrophe bereits in Österreich aus
© Greenpeace/ Mitja Kobal

Die Klimakrise - oder mittlerweile leider Klimakatastrophe - ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Und es wird immer dringlicher. Der hohe Verbrauch fossiler Brennstoffe wie Öl und Kohle macht die Erde zum Treibhaus. Bereits heute sind die Auswirkungen in vielen Regionen des Planeten deutlich spürbar. Die Gründe für die Erderhitzung sind bekannt: Seit Beginn der Industrialisierung steigen die klimaschädlichen Treibhausgase in unserer Atmosphäre rasant an. Dafür ist fast ausschließlich der Mensch verantwortlich.

Österreich ist im internationalen Vergleich überdurchschnittlich stark betroffen

Die Klimakrise hat auch Österreich erreicht und ihre Folgen machen sich in allen Bundesländern klar bemerkbar. Die durchschnittlichen Temperaturen sind in Österreich seit Beginn der Wetteraufzeichnungen seit 1880 um knapp zwei Grad Celsius angestiegen. Das klingt doch nicht nach viel? Um dies jedoch in Relation zu setzen: In der Eiszeit waren die durchschnittlichen Temperaturen gerade mal 4 Grad weniger als heute.

Weltweit liegt der Anstieg "nur" bei ca. einem Grad Celsius. Die Erderhitzung trifft Österreichs sensibles, alpines Klima besonders hart. Absinkende Grundwasserspiegel, Einwanderung fremder und Verdrängung heimischer Pflanzen-Arten sowie die Abnahme der Bodenqualität bedrohen unsere Ökosysteme. Auch die Gletscherschmelze, das österreichweite Fichtensterben, Waldbrände und Trockenheit sind Sinnbild der Klimakrise und schon heute Teil unseres Alltags in Österreich.

Besonders betroffen sind in Österreich auch die Landwirtschaft, durch die Zunahme an Extremwetterereignissen - etwa Starkregen, Hagel oder Dürre - und der Wintertourismus, durch die Abnahme der Schneesicherheit und die steigende Schneefallgrenze, die bis Ende des Jahrhunderts um 300-600 Meter nach oben wandert.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace präsentiert nun erstmals einen Report zu den vielfachen Auswirkungen der Klimakrise auf Österreich - und dies sogar für jedes Bundesland.

“Wir leiden schon heute an den Folgen der Erderhitzung: Im Westen schmelzen unsere Gletscher, sterben unsere Almen und die Berge drohen auseinanderzubrechen. Im Osten kämpfen wir mit Hitze, Dürre, Stürmen und der Neusiedlersee trocknet immer weiter aus”, warnt Sophie Lampl, Kampagnendirektorin bei Greenpeace.

Auf Basis der Analysen des Climate Change Centre Austria (CCCA), hat Greenpeace für seinen Report die Orte des Geschehens in jedem Bundesland besucht und fotografisch dokumentiert, wie sich die Klimakrise schon heute auswirkt.

Gletscher verschwinden

Im Westen Österreichs leiden vor allem die alpinen Landschaften: So sind etwa höher liegende Regionen besonders betroffen: Schmelzende Gletscher in Tirol, sterbende Almen in Vorarlberg und tauende Permafrostböden in Salzburg fallen der zunehmenden Hitze zum Opfer.

Kärnten, Oberösterreich und die Steiermark sind besonders betroffen von Dürre, Waldsterben und Extremwetterereignissen wie Hagel oder Stürmen - die LandwirtInnen sind hier die größten Leidtragenden.

Der Neusiedlersee droht auszutrocknen

Der Osten mit Niederösterreich, Wien und dem Burgenland ist von extremer Trockenheit und Hitze geprägt, aber auch Starkregen und Hochwasser setzen dieser Region zu.

Im äußersten Osten ist der Neusiedlersee akut bedroht: Er droht auszutrocknen. Der Report verdeutlicht zudem, wo Mensch und Wirtschaft betroffen sind: Extreme Hitze in den Städten, allen voran Wien, das Waldsterben durch Brände oder den Borkenkäfer in Kärnten und Oberösterreich, verwaiste Skigebiete in der Steiermark oder extreme Trockenheit, die in Niederösterreich zu Ernteausfälle führt, setzen heimischen Bauern und Tourismusbetrieben zu.

“Klimaschutz muss endlich Priorität in der Politik haben. Nur so können wir das schützen, was uns lieb ist: unsere Berge, unsere Wälder und unsere Seen. Darum braucht Österreich dringend höhere Reduktionsziele bei den Treibhausgasen, eine ökosoziale Steuerreform und unser Land muss raus aus schmutzigem Öl. Egal wer die nächste Regierung stellt, diese Punkte gehören ins Regierungsprogramm. Jetzt nicht zu handeln bedeutet die leidenden Menschen und die betroffene Natur im Stich zu lassen”, stellt Lampl klar.

Den Greenpeace Report zur Klimakrise in Österreich findest du unter bit.ly/GPReportKlimakriseÖsterreich.