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Kneipp-Kuren als Quelle der Gesundheit: So nutzen Sie die Heilkraft des Wassers!

Das Wasser ist ein Allround-Talent – es löscht nicht nur unseren Durst, sondern erfrischt uns an heißen Tagen und kann zur Reinigung herangezogen werden. Das nasse Element kann aber noch viel mehr...


Kneipp-Kuren als Quelle der Gesundheit: So nutzen Sie die Heilkraft des Wassers!

Schon die Mama hat es immer gesagt: So ein kalter Armguss bei der Hitze wirkt Wunder und bringt den Kreislauf wieder in Schwung! Auch Pfarrer Kneipp wusste die Heilkraft des Wassers zu nützen. So machte der berühmte Abhärtungsapostel Wassertreten, Güsse & Co. salonfähig. Zwar sind die umfangreichen Anwendungen des Lebenselixiers Wasser das Kernstück jeder Kneipp'schen Behandlung („Hydrotherapie“), aber auch Heilpflanzen, Ernährung sowie Bewegung und ein maßvoller Lebensstil spielen eine wichtige Rolle. Hält man sich an all diese Faktoren, dann ist diese Therapie sehr wirksam.

Kneipp selbst hat die Wirkweise an seinem eigenen Körper bewiesen: Von Ärzten aufgrund eines schweren Lungenleidens bereits aufgegeben, heilte sich der Pfarrer mit kalten Güssen selbst – getreu seinem Motto: „So viel Wärme wie nötig, so viel Kälte wie möglich.“ Denn die niedrigen Temperaturen „stimulieren die körpereigenen Abwehrmechanismen.“ Heute dient diese Naturheilmethode zur komplementären Behandlung von chronischen und akuten Erkrankungen.

So können Sie die Kneipp'schen Wasserkuren zu Hause anwenden:

Der Ort, wo die Behandlung erfolgt, sollte gut temperiert sein. Eine Durchschnittstemperatur von 22 Grad Celsius wäre perfekt. Vermeiden Sie Zugluft! Am besten kneippen Sie täglich oder zumindest viermal pro Woche. Für den erwünschten Erfolg sollten die Anwendungen über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen durchgeführt werden. Die Regel besagt: Kaltes Wasser darf nur auf warme Körperregionen prasseln! Nach den Güssen das kühle Nass nur abstreifen und Wärme durch Bewegung und Kleidung erzeugen. Um die Hitze zu speichern, ziehen Sie sich warme Sachen an. Bei Krankheiten oder einer Schwangerschaft klären Sie das Kneippen aber davor mit Ihrem Arzt ab.

Bei angeschwollenen Beinen
Schwere Füße sind besonders im Sommer eine lästige Nebenerscheinung. Die Hitze lässt die Beine unweigerlich anschwellen. Ein kalter Knieguss schafft Abhilfe und trainiert zugleich die Venen: Dazu den Wasserstrahl von der rechten kleinen Zehe langsam an der Außenseite des Beines bis zur Kniekehle führen. Dort schwenken Sie den Brausekopf dreimal hin und her. Dann eine Handbreit über dem Knie den Strahl erneut dreimal hin und her gleiten lassen und an der Innenseite des Beines nach unten fahren. Bein wechseln und abschließend beide Fußsohlen abgießen.

Sommergrippe
Klimaanlage, langes Sonnenbaden, Zugluft & Co. schwächen das Immunsystem – im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer Sommergrippe kommen. Zur Abhärtung und Stärkung der Abwehr rät Kneipp, täglich morgens und abends zu einer Kälteanwendung, wie etwa das „Wassertreten“. Das „Stapfen“ im H2O ist weit verbreitet und härtet den Körper ab. Als Alternative dazu gibt es die Möglichkeit des „Tautreten“. Wenn möglich laufen oder gehen Sie barfuss zwei Minuten lang über den taufrischen Rasen. Das stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern aktiviert den Kreislauf und auch Muskelkater verschwindet prompt.

Nicht nur als Erfrischung gedacht...
Belebende Wirkung bei Überforderung oder starker Hitze hat ein kaltes Armbad: Füllen Sie eine Schüssel mit kaltem Wasser. Tauchen Sie zuerst den rechten und dann den linken Arm für mindestens 20 Sekunden so weit wie möglich ein.

Bei Schlafstörungen & Co.
Teilwaschungen am Morgen vor dem Aufstehen lindern Durchschlafstörungen, Kreislaufbeschwerden und morgendliche Anlaufschwierigkeiten. Stellen Sie schon am Vorabend eine Schüssel mit Wasser plus Waschlappen neben Ihr Bett. Vor dem Aufstehen erfrischen Sie sich mit dem Lappen. Diese Art der Anwendung wirkt schon am Morgen sehr anregend und aktiviert den Kreislauf auf die sanfte Tour.

Redaktion: Sabine Haydu