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Köchin wurde gefeuert, weil sie den 12-Stunden-Tag verweigerte

Nach 20 Jahren im Beruf wurde eine Wiener Hilfsköchin nun entlassen. Der Grund: Die 56-jährige Teilzeitkraft verweigerte den 12-Stunden-Tag.

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Hilfsköchin gefeuert
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Eine Hilfsköchin aus Wien wurde gefeuert, weil sie sich weigerte, 12 Stunden am Tag zu arbeiten. Die 56-Jährige war seit fast 20 Jahren in dem Restaurant angestellt, das sie nun aufgrund der Verweigerung des 12-Stunden-Tages verlassen muss. Die Teilzeitkraft hätte unter Druck einvernehmlich gekündigt und sich anschließend an die Arbeiterkammer gewandt. "Das ist genau das, was wir befürchtet haben", wird die Präsidentin der Arbeiterkammer Renate Anderl zitiert. Laut der Aussendung der Arbeiterkammer Wien verlangte der Chef der Hilfsköchin, dass sie entweder ab 1. September 12 Stunden arbeiten solle oder sie würde infolgedessen entlassen werden. Die 56-Jährige hat sogar angeboten 40 Stunden zu arbeiten. Der Chef der Restaurantkette lehnte dies allerdings ab. Die Arbeiterkammer fordert für sie nun die Abfertigung von sechs Monatsentgelten ein.

Strache spricht von einem "Missbrauchsfall"

Das "auf freiwilliger Basis" beruhende Arbeitsgesetz, das den 12-Stunden-Tag erlaubt, ist seit 1. September in Kraft. Die Freiwilligkeit wurde von mehreren Seiten, vor allem den ArbeitnehmerInnenvertreterinnen- und Vertretern angezweifelt. Wie der ORF berichtet, drohte Vizekanzler Heinz-Christian Strache Firmen mit Sanktionen, die sich bei der Anwendung des 12-Stunden-Tages nicht an die von der Regierung versprochene Freiwilligkeit halten. AK-Präsidentin Renate Anderl kritisiert: "Hätte die Bundesregierung beim neuen Arbeitszeitgesetz gleich auf die Arbeiterkammer und die Gewerkschaften gehört, dann müsste Vizekanzler Heinz-Christian Strache jetzt den Unternehmen keine Sanktionen androhen." Strache sprach im Fall der Wiener Hilfsköchin von einem "Missbrauchsfall", der zu ahnden sein werde.

Sehr viele Beschäftigte würden aus Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes erst gar nicht den Gang zur AK oder den Gewerkschaften wagen, heißt es in der Presseaussendung. "Und dabei wissen wir noch gar nicht, wie schwer die gesundheitlichen Folgen des 12-Stunden-Tages sein werden“, gibt die Renate Anderl zu bedenken.

Themen: Report, Karriere

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