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Können Zähne durch Stress plötzlich ausfallen?

Schauspielerin Demi Moore hat ihre Vorderzähne verloren. Schuld sei Stress gewesen. Aber kann hoher Druck im Alltag wirklich zum Zahnverlust führen?

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Können Zähne durch Stress plötzlich ausfallen?
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Schauspielerin Demi Moore erzählte in der Late Night Show von US-Talker Jimmy Fallon erstaunliches: Ihr gesamtes Vordergebiss besteht aus Kronen. Ihre Zähne seien ausgefallen, als sie unter enormer Anspannung und Druck gestanden sei. Demi: "Meine Zähne haben sich gelockert, der Zahnarzt konnte sie nicht mehr retten."

Können Zähne durch Stress ausfallen?

Es ist nicht direkt der Stress, der dein Zahnmaterial angreift. Es sind eher die Folgen von Drucksituationen, die deine Zähne angreifen und zerstören können. So wird durch Stress die Immunabwehr geschwächt: Dann haben schädliche Bakterien im Mund leichtes Spiel und es kann zu Zahn- und Zahnfleischproblemen wie zum Beispiel Karies und insbesondere Parodontitis kommen. Unbehandelt führen beide Erkrankungen unweigerlich zum Zahnverlust.

Denn unter Stress neigen viele Menschen dazu, sich sprichwörtlich "durchzubeißen". Die Folge: In der Nacht knirschen sie mit den Zähnen. Meistens bemerken die "Zähneknirscher" erst am Morgen, dass sie in der Nacht den Kiefer einkrampfen. Er fühlt sich verspannt an, fast wie bei einem Muskelkater, der sich bis zu den Schläfen zieht.

Sowohl das Zähneknirschen als auch das Zähnepressen fallen in der Medizin unter den Begriff „Bruxismus“. Dabei wird das Pressen und Knirschen am Tage vom nächtlichen Zähneknirschen unterschieden. Gerade nächtliche Knirscher sind sich ihres Leidens oft nicht bewusst. Die Folgen für die Zähne sind jedoch irreversabel.

Bruxismus: Die Beißschiene gegen das Zähneknirschen

Die Belastung für das Gebiss ist nämlich beim Zähneknirschen wesentlich höher als beim Kauen: Der Druck kann bei bis zu 600 Kilogramm pro Quadratzentimeter und mehr liegen! Wer knirscht oder die Zähne aufeinanderpresst, schmirgelt seine Schneide- und Eckzähne ab und die Kauflächen glatt. Zahnhartsubstanz geht für immer verloren, die Zähne verlieren ihre ursprüngliche Form und auch ihren Halt. Manche Extrem-Knirscher zerbeißen den Zahn regelrecht: Er geht zu Bruch. Dazu werden die Zähne schmerzempfindlich, Kälte oder Hitze sorgen für einen stechenden Schmerz.

Manchmal legt sich der Bruxismus von selbst wieder. Wenn man gerade unter Stress steht, können Meditation, Yoga oder autogenes Training dabei helfen, den Druck vor dem Schlafengehen abzulegen und so das Zahnknirschen zu minimieren.

Wenn du jedoch über einen längeren Zeitraum mit den Zähnen knirscht, dann hilft nur mehr eine Aufbissschiene aus Kunststoff für die Nacht. Die sogenannte Okklusionsschiene schützt die Zähne, indem sie den Druck, der beim Knirschen und Pressen entsteht, verteilt. Außerdem bewahrt sie die Zähne vor weiterer Abnutzung.

Die Schiene wird an das eigene Gebiss angepasst. Anfangs ist die Beißschiene ungewohnt, vergleichbar mit einer Zahnspange über Nacht. Nach ein paar Tagen haben sich die meisten aber daran gewöhnt.

Gereinigt wird sie einfach mit Zahnbürste und Zahnpasta.

Themen: Zähne, Stress