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Dein Körper weiß schon vor dir, dass du dich trennen wirst

Funktioniert eure Beziehung noch? Haltet ihr noch verzweifelt an den Resten der Liebe fest? Dein Körper weiß schon vorher, dass du dich trennen wirst.


Dein Körper weiß schon vor dir, dass du dich trennen wirst
© Instagram/naila

Liebe, diese Narretei der Hormone! - Nein, wir sind keine ernüchternden Zyniker, die die Idee von romantischer Verbundenheit bis ins hohe Alter nach jahrelangem Kampf auf dem Minenfeld der Beziehungen abgetan haben.

Aber es ist tatsächlich erwiesen: Das, was wir als Liebe empfinden, ist rein medizinisch ein hormoneller Prozess. Wir produzieren verstärkt Glückshormone, haben das Gefühl, dass die Welt uns und unserem Partner gehört. Mit der Zeit flacht der Hormon-Ausstoß ab, wir verlieren die rosarote Brille. Ob wir zusammen bleiben? Hier taucht die erste Klippe auf, die wir umschiffen müssen.

Dein Körper verrät, wann du dich trennen wirst

Aber wenn Hormone die Liebe bestimmen – beeinflussen sie dann auch deren Ende? In gewisser Weise ja. Denn dein Körper verrät durch bestimmte Symptome, dass eine Trennung bevorsteht.

In einer Studie der Universität Braunschweig wurden 68 Paare über einen Zeitraum von 11 Jahren beobachtet. Sie mussten Fragebögen zu ihrem Konfliktverhalten ausfüllen, außerdem gab es regelmäßige Videoaufzeichnungen von Streitgesprächen. Elf Jahre später hatten sich von den 68 Paaren etwa ein Drittel (32,5 Prozent) scheiden lassen. Durch ihre Analyse stellten die Mediziner fest: Je emotionaler ein Streit ausgetragen wird, desto höher ist auch das Risiko einer Trennung.

Die Wissenschaftler werteten für ihre Untersuchung eine Reihe von Parametern im Hinblick auf ihre Vorhersagekraft von Trennung und Scheidung aus. Dazu gehörten unter anderem physiologische Werte wie Blutdruck, Puls, Cortisolspiegel und Sprachgrundfrequenz.

Die Wissenschaftler fanden bei ihrer Auswertung zwei signifikante körperliche Reaktionen, die auf ein erhöhtes Scheidungsrisiko hinwiesen. Bei Frauen war dies die Sprachgrundfrequenz: Je lauter eine Frau im Zwist mit ihrem Partner wurde, desto höher war auch die Wahrscheinlichkeit einer Trennung. Bei Männern hingegen zeigte sich eine erhöhte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol in emotionalen Konfliktsituationen.

"Stress-Hormone und laute Stimme sind deutliche Anzeichen dafür, dass ein Streit eskaliert und damit verletzend wird," so Kurt Hahlweg, Professor für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik an der Technischen Universität Braunschweig.

Das Ergebnis zeige, wie wichtig es ist, einen Streit mit dem Partner möglichst sachlich und konstruktiv zu führen. Wie das gelingt? Hier erfahrt ihr es!