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Das gibt's doch nicht!

WOMAN-Reportchefin Katrin Kuba über die aktuelle Situation in der oberösterreichischen Landesregierung. Sie sagt: Das gibt's doch nicht!

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Das gibt's doch nicht!

Mag. Doris Hummer (Oberösterreichische Landesrätin)

© APA/Picturedesk

Wir schreiben das Jahr 2015. Ja, 2.0.1.5.! Und damit das 21. Jahrhundert! Und da sollten Frauen endlich die gleichen Rechte haben wie Männer! Sie sollten in Chefposten sitzen, wenn sie Lust drauf haben. Sie sollten unmittelbar nach dem Mutterschutz wieder arbeiten können, ohne Rabenmutter genannt zu werden. Und: Sie sollten endlich auch Bundespräsidentin und Bundeskanzlerin werden können. Aber da hat jemand etwas dagegen. Und zwar gewaltig. Wenn es eng und ungemütlich wird, das politische Klima rauer und die Gesellschaft ungeduldig, wird schon mal auf Gleichberechtigung vergessen. Dann geht es darum, den eigenen Posten zu sichern, die alten vertrauten Positionen einzunehmen, Neues unmöglich zu machen. Und keinesfalls mehr darum, auch Frauen in einer Spitzenposition zu haben. Denn, beginnen Heerschaften von Männern ihre Netzwerke anzuheizen, zerbröselt es Frauen häufig. Dann werden sie schlecht geredet, ignoriert, wegrationalisiert. "Frechheit!", "Skandal!", "Das lassen wir uns nicht gefallen!" sagen die, die noch um ihre Chance kämpfen. "Und tschüss!" jene, die den immerwährenden Kampf satt haben.

Die oberösterreichische Landesrätin Doris Hummer hat sich gestern zu Ersterem entschlossen – und via Facebook um Unterstützung gebeten. Um ihren Verbleib in der neuen Regierung zu sichern. Und um zu verhindern, dass ihr Bundesland in Zukunft von einer reinen Männerriege regiert wird, also in völlig überaltete Muster zurückfällt. Ihr Einsatz hat nicht den erhofften Erfolg gebracht. Sie ist raus. Raus aus Österreichs einziger Landesregierung mit null Prozent Frauenanteil. Ein Trauerspiel, eine Farce, eine Blamage. Aber nicht für die Politikerin. Sie hat Mut gemacht. Mut, laut zu sein, dran zu bleiben, aufmerksam zu machen. Auch darauf, dass man 50 Prozent der Bevölkerung nicht einfach ausschließen kann. Denn das rächt sich. Garantiert.

Thema: Report

Kommentare

Wolfgang Adam

So wie ich es sehe, wurde in einem demokratischen Entscheidungsprozess geurteilt. Alle Frauen in Führungspositionen, sehen eine verpflichtende Frauenquote als für sie entbehrlich und peinlich an. Nur weil man weiblich ist, kann das kein Garant dafür sein, verpflichtend in eine Position gehoben zu werden. Wenn es eine Mehrheit gibt, ist das zu akzeptieren.

WOMAN

Natürlich ist eine Wahl eine demokratische Entscheidung. Aber es geht darum, warum eine Wahl getroffen wird. Und das hängt mit genannten Gründen zusammen…
Zudem gibt es von der Nationalratspräsidentin abwärts unzählige Frauen, die sich für eine Quote stark machen. Die finden sie weder entbehrlich noch peinlich. Wenn überhaupt, finden sie es nur lähmend, dass man noch immer darüber diskutieren muss