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Was kostet deine Welt? Eine Projektassistentin in der Metall- & Baubranche über ihren Kontostand

Arbeiten, zahlen, leben: Wie viel verdient eine Projektassistentin in der Metall- und Baubranche? Und wie viel bleibt am Ende des Monats übrig? Wir haben im Rahmen unserer Serie nachgefragt.

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Was kostet deine Welt? Eine Projektassistentin in der Metall- & Baubranche über ihren Kontostand

Und was verdienst du?!

© PhotoArt Alex Dennecke

"Über Geld spricht man nicht" - das gilt besonders in Österreich. Das eigene Gehalt halten die meisten von uns geheim. Dabei sind wir tagtäglich mit unseren Finanzen konfrontiert. Wo ist der 100er im Geldbörsl schon wieder geblieben? Wie soll ich die Reparatur des Autos bloß bezahlen? Wie schaffen es andere Leute, etwas auf die Seite zu legen? Und wie viel verdienen eigentlich die KollegInnen, die mit mir im Büro sitzen? Nicht zuletzt diese unnötige Verschwiegenheit ins Sachen Einkommen trägt dazu bei, dass Frauen immer noch nicht gleich viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Wir sagen: Schluss damit, über Geld spricht man! Deshalb fragen wir im Rahmen dieser Serie Frauen mit den unterschiedlichsten Berufen: Was kostet deine Welt? Wie viel verdienst du? Was bleibt am Monatsende übrig? Im 15. Teil der Serie haben wir eine Projektassistentin in der Metall- und Baubranche zum Interview gebeten.

Raffalea Marchal ist 27, lebt alleine in einer Wohnung im 14. Wiener Gemeindebezirk und hat ihre Ausbildung mit der AHS-Matura abgeschlossen. Bis vor Kurzem arbeitete sie als Assistentin in der Metallbranche, seit 1. März - auch als Assistentin - im Baumanagement und verdient dadurch auch etwas mehr. Raffaelas größtes Hobby ist ihr Pferd Eddy, für das gleichzeitig ein großer Teil des Einkommens draufgeht! Nebenbei hat sie außerdem eine Ausbildung zur Tiermasseurin gemacht.

Wie viel verdienst du monatlich?
Raffaela: Ich arbeite Vollzeit und verdiente bisher 2.200 Euro brutto, was um die 1.600 Euro netto sind. Im neuen Job verdiene ich 2.800 Euro brutto.

Wie kann man sich den Aufgabenbereich in deinem Job vorstellen?
Raffaela: Meine Aufgaben waren bisher unter anderem Auftragsabwicklung, telefonische Störungsannahme, Rechnungsprüfung, Auswertung und Dienstplanpflege. Außerdem bin ich die Schnittstelle zwischen Mitarbeitern und Betriebsstättenleiter, mache die Weiterverrechnung an diverse Stellen, die Reisekostenabrechnung, allgemeine Assistenztätigkeiten, Terminverwaltung, Protokollführung, Wartungsbeauftragung, Kassaführung, Bestellungen und Betreuung bei Besprechungen. Über meine neue Tätigkeit kann ich noch nicht viel sagen, da ich gerade erst in der Anfangsphase bin.

Wie hoch sind deine Fixausgaben?
Raffaela: Meine Fixkosten sind wegen meines Hobbys - ein eigenes Pferd - ziemlich hoch. Knapp 1.300 Euro muss ich monatlich für Miete, Strom, Fernwärme, Handy, Fernsehen, Auto, Pferd und den Kleinigkeiten rechnen.

Sparst du Geld? Und wie legst du es an?
Raffaela: Ich habe keine private Versicherung. Dafür habe ich allerdings einen Bausparer, wo monatlich 50 Euro gespart werden. Mehr war bisher einfach nicht drin.

Wie viel bleibt am Monatsende übrig?
Raffaela: Am Monatsende ging ich bis zuletzt meistens leer aus, somit kam ich mit meinen 1600 Euro gerade so über die Runden. Ich denke schon, dass ich aufgrund meiner Aufgaben mehr verlangen hätte können, aber meine vorherige Firma hatte diesbezüglich einfach keinen Spielraum.

Bist du zufrieden mit deinem Gehalt?
Raffaela: Ich bin der Meinung, dass das Gehalt grundsätzlich immer besser sein könnte, aber ich bin zufrieden.

Weißt du, was deine KollegInnen verdienen?
Raffaela: Da ich eigentlich in einem reinen Männerunternehmen gearbeitet habe und lediglich die Assistentinnen Frauen waren, weiß ich, dass meine Kollegen um einiges mehr verdient haben als ich.

Wofür gibst du gern Geld aus?
Raffaela: Ich gebe mein Geld hauptsächlich für Essen gehen, Kino und ab und zu "auf den Putz hauen" aus.

Wofür würdest du gern mehr Geld haben?
Raffaela: Da ich sehr gerne reise, würde ich natürlich gern mehr Geld für Reisen haben - eine Fernreise wäre ein Traum.

Hast du noch sonstige Einnahmen?
Raffaela: Ich habe nebenbei eine Ausbildung zur Tiermasseurin gemacht, das Geschäft dazu läuft aber eher schleppend - also sonst keine Einnahmen. (lacht)

Raffaela und ihr größter Luxus: ihr Pferd Eddy


Sprecht ihr in deinem Freundeskreis über Geld?
Raffaela: In meinem Freundeskreis reden wir über Geld und ich weiß auch, wie viel meine Freundinnen in anderen Unternehmen verdienen - deutlich mehr als ich!

Was ist dein größter Luxus?
Raffaela: Mein größter Luxus ist definitiv mein Pferd. Wenn ich diese "Spardose ohne Boden" nicht hätte, wäre ich sicher reicher, aber definitiv nicht so glücklich und ausgeglichen.

Würdest du von dir selbst behaupten, dass du gut mit Geld umgehen kannst?
Raffaela: Ich würde behaupten, dass ich schon gut mit Geld umgehen kann, aber leider kann man gewisse Ausgaben, wie zum Beispiel die Tierarztrechnung oder eine Autoreparatur, einfach nicht planen. Daher ist es schwierig alles genau durchzuplanen.

Kannst du dir die Dinge leisten, die du gerne haben möchtest oder musst oft auf etwas verzichten?
Raffaela:
Ein verlängertes Wochenende in einer anderen Stadt ist schon mal drin, aber ein richtiger Großurlaub ist schon sehr lange her. Dafür muss beziehungsweise müsste ich schon auf einiges verzichten.

Würdest du lieber mehr verdienen oder eher weniger arbeiten und dafür halt auch weniger haben?
Raffaela:
Ich würde gerne mehr verdienen, dazu wäre ich auch bereit mehr zu arbeiten beziehungsweise komplexere Aufgaben zu erledigen. Ich habe zwar "nur" eine AHS-Matura und zusätzlich immer "nur" Weiterbildungen gemacht, trotzdem behaupte ich von mir, dass ich sehr schnell lerne und vor allen Dingen zielstrebig bin. Ich brauche einen Job, in dem ich richtig gefordert werde.

Wie wichtig ist dir Arbeit generell? Welchen Stellenwert nimmt sie in deinem Leben ein?
Raffaela: Mir ist meine Arbeit sehr wichtig! Ich möchte mich gut aufgehoben fühlen und natürlich gefordert sein. Ich brauche keinen Job in dem ich jeden Tag das gleiche mache und Däumchen drehe, wenn nichts mehr zu tun ist. Am meisten merke ich es immer, wenn ich mal krank zu Hause liege - nach einer Woche freue ich mich dann schon wieder auf meine Arbeit, weil ich das machen kann, was ich gut kann und vor allen Dingen auch gern mache!

Du sprichst auch gerne über Geld? Melde dich einfach per Mail bei uns unter online@woman.at