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Was kostet deine Welt? Eine Sales-Plannerin über ihren Kontostand

Arbeiten, zahlen, leben: Wie viel verdient man im Vertriebsinnendienst? Und wie viel bleibt am Ende des Monats übrig? Wir haben im Rahmen unserer Serie nachgefragt.

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Was kostet deine Welt? Eine Sales-Plannerin über ihren Kontostand

Und was verdienst du?

© Unsplash

"Über Geld spricht man nicht" - das gilt besonders in Österreich. Das eigene Gehalt halten die meisten von uns geheim. Dabei sind wir tagtäglich mit unseren Finanzen konfrontiert. Wo ist der 100er im Geldbörsl schon wieder geblieben? Wie soll ich die Reparatur des Autos bloß bezahlen? Wie schaffen es andere Leute, etwas auf die Seite zu legen? Und wie viel verdienen eigentlich die KollegInnen, die mit mir im Büro sitzen? Nicht zuletzt diese unnötige Verschwiegenheit ins Sachen Einkommen trägt dazu bei, dass Frauen immer noch nicht gleich viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Wir sagen: Schluss damit, über Geld spricht man! Deshalb fragen wir im Rahmen dieser Serie Frauen mit den unterschiedlichsten Berufen: Was kostet deine Welt? Wie viel verdienst du? Was bleibt am Monatsende übrig? Im 16. Teil der Serie haben wir eine Frau, die nach Metaller-Kollektivvertrag bezahlt wird, zum Interview gebeten.

Julia Trotb ist 27, lebt zusammen mit ihrem Partner und schließt im Sommer ihr berufsbegleitendes Bachelorstudium ab. Offiziell arbeitet sie 38,5 Stunden in der Woche als Sales Planner beziehungsweise Customer Service Representative oder wie sie selbst sagt "auf gut Deutsch im ganz normalen Vertriebsinnendienst".

Wie viel verdienst du monatlich?
Julia: Ich arbeite Vollzeit und verdiene brutto 3.078 Euro, das sind netto 2.030 Euro.

Wie hoch sind deine Fixausgaben?
Julia: Für Miete samt Betriebskosten, Versicherungen, Vorsorge, das Auto, Lebensmittel, Handy, Internet, Kleidung und Freizeitspielereien gebe ich monatlich um die 1.900 Euro aus.

Sparst du Geld? Und wie legst du es an?
Julia: Ich habe eine private Pensionsvorsorge und spare 60 Euro im Monat. Außerdem habe ich eine Art Mix aus Bausparer und Lebensversicherung und spare da nochmal 100 Euro pro Monat.

Wie viel bleibt am Monatsende übrig?
Julia: Am Ende des Monats bleibt eher wenig über - je nachdem, wie oft ich tanken muss sind das im Schnitt 20 bis maximal 100 Euro.

Bist du zufrieden mit deinem Gehalt?
Julia: Grundsätzlich bin ich mit meinem Gehalt zufrieden, aber ich weiß, was meine männlichen Kollegen verdiene und dann finde ich meine Entlohnung ungerecht.

Weißt du, was deine KollegInnen verdienen?
Julia: Ja.

Wofür gibst du gern Geld aus?
Julia: Natürlich für Urlaub. Und um für uns und Freunde & Familie zu kochen.

Wofür würdest du gern mehr Geld haben?
Julia: Urlaub.

Sprecht ihr in deinem Freundeskreis über Geld?
Julia: Selten. Mein Partner und ich bauen gerade wie viele andere in unserem Freundeskreis ein Haus.

Hast du noch sonstige Einnahmen?
Julia: Nicht wirklich. Ab und zu kellnere ich nebenbei.

Wie teilen du und dein Partner eure Ausgaben?
Julia: Ich zahle für die Wohnung, er für das Haus!

Was ist dein größter Luxus?
Julia: Materiell gesehen sind es wohl Urlaube. Mein größter Luxus sind aber eigentlich Freunde und Familie.

Würdest du von dir selbst behaupten, dass du gut mit Geld umgehen kannst?
Julia: Ich denke schon. Ich lege mir monatlich ein bisschen etwas zur Seite und kann trotzdem alle meine Rechnungen begleichen.

Kannst du dir die Dinge leisten, die du gerne haben möchtest oder musst oft auf etwas verzichten?
Julia:
Wenn ich mir etwas leisten will, spare ich darauf hin.

Würdest du lieber mehr verdienen oder eher weniger arbeiten und dafür halt auch weniger haben?
Julia:
Schwierige Frage. Ich hätte gerne zumindest eine gerechte Entlohnung. Weniger arbeiten bedeutet zwar mehr Freizeit aber auch weniger Geld - wer hat nicht gerne Freizeit? Aber ich finde man sollte zuerst etwas leisten und sich etwas aufbauen können. Gerade Frauen müssen im Beruf oft zurückstecken, wenn man einen Kinderwunsch hat; da sollte man vorher etwas angespart haben...

Wie wichtig ist dir Arbeit generell? Welchen Stellenwert nimmt sie in deinem Leben ein?
Julia: Mir ist Arbeit schon sehr wichtig - ich könnte nicht langzeitarbeitslos sein, da würde mir echt die Decke auf den Kopf fallen. Aber insgesamt kommt mir vor, dass immer mehr verlangt wird von immer weniger Personal - das finde ich ungerecht. Ich gehe gerne arbeiten, aber wenn ich mich tagtäglich abquälen müsste und die Hälfte meines Tages an einem Ort verbringe an dem ich mich nicht wohlfühle, dann stimmt etwas nicht.

Du sprichst auch gerne über Geld? Melde dich einfach per Mail bei uns unter online@woman.at