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Was du für die Konzentration deines Kindes tun kannst

...und was dein Handy damit zu tun hat. Dein Kind kann sich schwer konzentrieren, ist schnell unaufmerksam? Wie du seine Konzentration verbesserst.


Was du für die Konzentration deines Kindes tun kannst

Nein, es geht nicht darum, ein Wunderkind zu züchten

© iStockphoto

Es gibt Kinder, die können sich stundenlang mit einer Sache beschäftigen. Basteln, zeichnen, Figuren aufstellen, ein Musikinstrument lernen ... Und dann gibt es Kinder, die bereits nach wenigen Minuten das Interesse verlieren, denen es schwer fällt, sich auf etwas länger zu konzentrieren.

Spätestens wenn sie in die Schule kommen, merkst du es. Lernwörter? Werden sogar beim dritten Anlauf falsch geschrieben. Nicht, weil das Kind dumm wäre – es mangelt einfach an Konzentration.

Wie verbessere ich die Konzentration meines Kindes?

Du denkst, dass du gar nichts dazu beitragen kannst, um die Aufmerksamkeitsspanne deines Kindes zu erhöhen? Kannst du wohl. Denn Forscher der Indiana University Bloomington konnten mit einer neuen Studie nachweisen, dass das Verhalten der Eltern die Konzentrationsfähigkeit der Kinder bereits im Kleinkind-Alter beeinflusst. Und bewiesen damit erstmals, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeit und sozialer Interaktion besteht.

Für den Versuch beobachteten die Psychologen und Gehirnforscher Eltern und Kinder beim Spiel. Die Eltern und ihr Kind mit speziellen Kameras ausgerüstet, die den Augenbewegungen genau folgen. Dann wurde eine typische Spielsituation nachgestellt, wie sie zuhause oder im Kindergarten stattfinden könnte.

Für die Kinder lagen Spielsachen bereit, die Eltern bekamen keine Anweisungen, wie oder ob sie mit ihrem Nachwuchs überhaupt interagieren sollten. Dabei bildeten sich drei Gruppen heraus.

Studienleiter Professor Chen Yu zum Fachmagazin Current Biology : "Manche Eltern wollten in der Testsituation beweisen, dass sie besonders gute Eltern sind. Sie nahmen das Spielzeug hoch, benannten es und spielten vor dem Kind selbst damit herum. Doch die Kameras bewiesen, dass die Kinder überhaupt nicht aufmerksam waren: Sie schauten immer wieder an die Decke oder an einen Punkt oberhalb der Schultern ihrer Eltern."

Beobachte dein Kind - aber lenke es nicht ab!

Erfolgreicher waren jene Eltern, die abwarteten, bis die Kinder von sich aus Interesse an einem Spielzeug zeigten – und dann erst mit ihrem Nachwuchs interagierten. Die Forscher trackten exakt mit: wie lange blickten die Kinder jeweils auf ein Spielzeug? Das Ergebnis: Wenn Eltern und Kindern gemeinsam mindestens 3,6 Sekunden auf ein Objekt sahen, bevor die Eltern in eine andere Richtung schauten, verweilte der Blick der Kinder anschließend noch 2,3 Sekunden länger auf dem Objekt. Insgesamt war ihre Aufmerksamkeitsspanne so fast viermal länger als bei Kindern, deren Eltern früher als bei 3,6 Sekunden wegsahen.

Diese Sekunden klingen nun nicht wahnsinnig unterschiedlich – aber hochgerechnet auf eine Spielstunde ist der Unterschied in der Aufmerksamkeitsspanne signifikant.

Der Blick aufs Handy irritiert dein Kind

Die niedrigste Aufmerksamkeitsspanne zeigten die Kinder der dritten Gruppe. Deren Eltern integrierten sich überhaupt nicht in das Spiel der Kinder. Sie lehnten sich auf dem Sofa zurück, spielten mit ihrem Handy herum oder ließen den Blick durch den Raum schweifen. Yu: "Diese Kinder konnten sich kaum auf ihr Spiel konzentrieren, sie blickten immer wieder zu ihren Eltern und suchten deren Aufmerksamkeit." (Lies hierzu : Wie die Handynutzung der Eltern Kinder verunsichert.)

Für den Forscher steht damit fest: "Das Sozialverhalten der Eltern beeinflusst ein Kind massiv. Eltern können die Konzentration ihres Kindes gezielt verlängern, wenn sie die Kleinen beim Spiel den Takt angeben lassen und ihnen dabei die volle Aufmerksamkeit schenken."

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