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Kopenhagen: Hafenstadt im Aufwind

Im Wikingermuseum Geschichte erleben und Smørrebrød in 250 Variationen verkosten: Kopenhagens buntes Programm abseits des klassischen Sightseeings.

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Impressionen von Kopenhagen
© Thinkstock

Genauso frei wie Kopenhagen sich beim Blick auf die offene Ostsee gibt, gestaltet sich auch die Stadt selbst, die über mehrere Inseln verteilt ist – der westliche und größere Teil der Hauptstadt Dänemarks liegt etwa auf der Insel Seelands.

Kopenhagen, Sitz der Regierung Dänemarks und der königlichen Familie, verbindet Tradition und Moderne nicht nur in politischen Belangen: Neben Sightseeing historischer Bauten im Stadtzentrum, lässt sich die Hafenstadt auch gut von seiner bunten und kulturell vielfältigen Seite erkunden – und das am besten per Fahrrad, um es den Einheimischen gleichzutun, die tagtäglich die weit ausgebauten Netze der internationalen „Cycling Embassy“ nutzen.

Urlauberinnen und Urlauber, die Kopenhagen am liebsten von seiner geschichtsträchtigen Seite kennenlernen möchten, sollten auf jeden Fall Christiansborg besuchen, welches den Sitz des dänischen Parlaments, des Obersten Gerichtshofes und des Außenministeriums an einem Ort vereint. In direkter Nähe findet sich ein weiteres Zeitzeugnis: Von der verbliebenen historischen Festung Kopenhagens, dem Kastell von Kopenhagen, lässt sich gemütlich über die Promenade „Langelinie“ zum geheimen Wahrzeichen der Stadt spazieren – der „Kleinen Meerjungfrau“. Die Nixenstatue des Bildhauers Edvard Eriksen feiert heuer sogar ein besonderes Jubiläum: Seit 100 Jahren verweilt die einem Märchen von Hans-Christian Andersem nachempfundenen Meerjungfrau mittlerweile im Hafen der Stadt.
Nahezu Kult hat zudem die Ablöse der Garden vor Schloss Amalienborg, die man beim Besuch in der Hauptstadt keinesfalls verpassen sollte: Befindet sich die Königsfamilie in den Palasträumen, so findet der Wechsel der Wachen täglich um 12 Uhr mittag vor dem Gebäude statt. Einen traumhaften Ausblick über ganz Kopenhagen verspricht hingegen der „Runde Turm“ im Zentrum der Stadt, zu dessen Aussichtsplattform in gut 34 Meter Höhe man über einen 200 Meter langen Wendelgang gelangt.

Impressionen von Kopenhagen

Wem Sightseeing entlang von Hafen und Altstadt zu wenig Action bietet, dem oder der sei der Freizeitpark „Tivoli“ inmitten Rathaus und Hauptbahnhof ans Herz gelegt. Neben Restaurants, Achterbahnen und dem bis 2010 höchsten Kettenkarussell der Welt, finden auf der Open-Air-Bühne des Parks noch bis 22. September Freiluftkonzerte regionaler und internationaler Bands statt. Bis dahin stehen auch die einzelnen Abende der Woche unter einem musikalischen Motto – etwa „PopUp Thursday“ oder „Friday Rock“. Ein Abendspaziergang ist hier besonders romantisch: Mit Einbruch der Dunkelheit erstrahlt der Freizeitpark in einem bunten Lichtermeer.

Musikliebende sei Kopenhagen übrigens ebenso wegen seiner pulsierenden Jazzkultur nahegelegt, denn quer durch die Stadt findet man die vielseitigsten Jazzlokale. Als wohl bekanntester Club dieser Art gilt das „Copenhagen Jazz House“ - hier finden immer wieder Live-Auftritte verschiedener Jazzkünstlerinnen und -künstler sowie Bands statt.
Und die ausgeprägte Lokalszene Kopenhagens lädt zum Tanzen ein: „ZeZe“ in der Store Regnegade eignet sich sowohl für einen letzten Absacker als auch einen Drink vor dem Abendessen bestens. Nachteulen werden sich im „Blue Note“ besonders wohl fühlen – der Club öffnet erst um fünf Uhr morgens seine Pforten und spielt bis zum Frühstück Techno- und Housemusik. Das „Blue Buddha“ hingegen ist für seine preiswerten Cocktails im orientalischen Ambiente bekannt, in der „KGB Vodka Bar“ bietet man neben dem russischen Kultgetränk Donnerstag bis samstags auch Kaviar und Champagner zu günstigen Preisen an.

Impressionen von Kopenhagen

Als regelrechtes Must-see gilt zudem das Wikingermuseum in Roskilde auf der Ostseeinsel Sjaelland, das etwa 30 Kilometer von Kopenhagen entfernt ist. Direkt am Fjord gelegen, gewährt das Museum Einblick in Funde und rekonstruierte Schiffe des Seevolks vor etwa 1000 Jahren. Beim Rundgang durch die noch aktive Werft können nicht nur die Handwerkskünste der Bootbauenden aus nächster Nähe beobachtet, sondern in speziellen Museumsworkshops gleich selbst ausprobiert werden.

Dänemarks kulinarischen Geheimnissen gelangt man am besten im zentral gelegenen „Aamanns Etablissment“ auf die Spur, wo neben vielerlei köstlicher Zutaten zum Belegen des traditionellen Smørrebrøds, weitere typisch dänische Speisen in moderner Interpretation angeboten werden. Mit über 250 verschiedenen Arten Smørrebrød lädt außerdem das Restaurant „Ida Davidsen“ in die Innenstadt von Kopenhagen ein.

Zum Genießen einer Tasse Kaffee oder eines kühlen Biers abseits der belebten Einkaufsstraße Strøget bietet sich das „Diamanten“ an, das in gemütlichen Ambiente bis 12 Uhr mittags Frühstück serviert. Das Restaurant „Cap Horn“ nahe dem Kanal wartet in erster Linie mit mediterranen Fisch- und Steakgerichten vom Grill auf. Im hippen Nørrebro-Viertel findet sich zudem das beliebte „Shark House Deli“, das vor allem Sandwiches, Salate und Suppen preisgünstig im „Take-away“ für zwischendurch anbietet.

Wer seinen Dänemarkurlaub gerne mit einer gemütlichen Shoppingtour ausklingen lassen möchte, wird mit der Einkaufsmeile Strøget seine Freude haben: Hier finden sich neben den internationalen Designlabels wie Louis Vuitton und Chanel in Richtung Rathaus ebenso Shops mit günstigerem Angebot. Dabei sollte man allerdings nicht auf den dänischen Wechselkurs vergessen - ein Euro entspricht etwa 7,46 dänischen Kronen. Ein weiterer Tipp: Ein Spaziergang durch Strøget lohnt sich meist schon wegen der vielen hier vertretenen Straßenkünstlerinnen und -künstler.

Impressionen von Kopenhagen
Thema: City-Trips