Ressort
Du befindest dich hier:

Kopfschmuck zum Verlieben

Sie zaubert Bräuten an ihrem großen Tag kleine Kunstwerke auf den Kopf - wir haben mit Kopfschmuck-Designerin Niely Hoetsch über ihre Leidenschaft gesprochen.

von

Kopfschmuck zum Verlieben
© Everton Rosa

Kopfschmuck-Designerin Niely Hoetsch hat bisher unter dem Namen "Das Weddings" gearbeitet, eine Manufaktur unikater Accessoires, ab Herbst wird sie ihre kunstvollen Designs unter ihrem eigenen Namen führen. Die Wienerin gewährte uns einen Einblick in ihre Design-Welt und verriet uns exlusive Neuigkeiten ...

Niely Hoetsch bei der Arbeit.

WOMAN: Schon Ihre Großmutter und Tante stellten Kopfschmuck her, Sie haben dann beschlossen, diese Familientradition fortzuführen - erzählen Sie uns darüber.

Hoetsch: Meine frühesten Kindheitserinnerungen verbinde ich mit dem Atelier meiner Großmutter und Tante in Brasilien. Es war das Zentrum meiner Familie mütterlicherseits und auch ein Treffpunkt für die Damen der feinen Gesellschaft. Dort gab es wunderbare Dinge - köstliche Düfte, hunderte Gläser voller exquisiter Perlen, Kristalle, Stoffballen, die schönsten Modemagazine, alles systematisch geordnet. Dort bin ich aufgewachsen, habe sehr viel beobachtet und mitgeholfen, aber die Absicht, damit auch einmal zu arbeiten, hatte ich nie. Eigentlich hatten meine Großeltern für mich vorgehabt, dass ich Diplomatin werde, so habe ich Internationale Beziehungen studiert und eine entsprechende Karriere angefangen. Als meine Tochter zur Welt kam, habe ich mich entschlossen, bei ihr zu bleiben, statt die eingeschlagene Karriere weiterzuverfolgen. Dann kam mein Sohn und irgendwann ist mir klar geworden, dass ich zu meinen Familienwurzeln zurückgekehrt bin. Ich habe damals viel genäht, und es war dann keine große Überraschung mehr, als meine Oma und meine Tante vorgeschlagen haben, dass ich das Designatelier weiterführen möge, da ich die einzige war, die sich dafür interessiert hat. Die erste Kollektion haben wir drei zusammen vorbereitet, und ich brachte einen Großteil ihres Ateliers nach Wien. Deshalb besitze ich eine große Menge von seltenen, edlen Materialien, die heutzutage gar nicht mehr produziert werden. Seither sind sechs Jahre vergangen und ich stehe vor dem nächsten wichtigen Schritt. Bisher habe ich unter dem Namen "Das Weddings" gearbeitet, ab Hebst werde ich für meine Designs meinen eigenen Namen, also Niely Hoetsch, verwenden. "Das Weddings" wird es weiterhin geben und exklusiv Headpieces von Jenny Packham führen, für meinen Geschmack das schönste Pret-a-porter-Label auf dem Kopfschmuck-Markt. Meine Headpieces bleiben Unikate, eigens nach den Vorstellungen der Braut mit der Hand hergestellt. Ich bin besonders stolz, Jenny Packham Bridal mit der Wedding Affairs | Vienna 2013, dem großen Hochzeitsevent im Oktober, nach Österreich bringen zu können. Denn nicht nur "Das Weddings" wird Exklusivpartner für Jenny Packham Kopfschmuck, Petra Pabst wird dann die Kleider der englischen Nobelmarke in ihrem Salon in der Schwarzenbergstraße führen.

WOMAN: Woher holen Sie sich Ihre Inspiration?

Hoetsch: Aus Formen und Texturen. Ich sehe Formen überall. Architektonische Formen und Ornamente inspirieren mich immer, und ganz besonders das Wiener Jungenstil.

WOMAN: Wie lange brauchen Sie, um eine Kreation fertigzustellen?

Hoetsch: Das ist sehr relativ. Ich brauche nie "kurz", weil ich diesbezüglich extrem perfektionistisch bin. Außerdem lehne ich es ab, mit minderwertiger Qualität zu arbeiten. Ich suche meine Lieferanten aus, die meisten von ihnen habe ich schon bereist um sie kennenzulernen, um die Materialien anfassen zu können. Allein das Aussuchen der Materialien, die ich für ein Stück verwenden werde, dauert schon einige Zeit. Kleinen Fascinators widme ich vielleicht zwei Stunden reine Arbeit, für bestickte oder aufwendig geformte Stücke können es schon einmal 15 Stunden werden.

WOMAN: Mit welchen Materialien arbeiten Sie am liebsten?

Hoetsch: Feder und Strass. Strass ist für mich ein Must!

WOMAN: Was war der ausgefallenste Wunsch, den Sie einer Braut erfüllt haben?

Hoetsch: Ich würde diese Wünsche nicht "ausgefallen" nennen. Manche Bräute kommen eher mit sehr "detailierten" Wünschen. Sie sind entweder sehr stilbewusst oder sehr extravagante Frauen. Ich freue mich dann besonders darauf, weil damit erweitet sich meine Spielwiese. Sie wollen eine Stilära reflektieren oder ein Ascot-Flair versprühen. Es geht dann um die Länge der Feder oder um farbige Akzente... Ganz besonders freue ich mich, wenn ich mit der Fotografin Pia Clodi arbeite. Sie hat einen wunderbaren Geschmack und ganz besondere Vorstellungen. Gold, Stickereien oder Coiffes, die sehr von Vintage inspiriert sind, gehören zu Pias Lieblingen, und meinen auch!

WOMAN: Haben Sie ein persönliches Lieblingsstück?

Hoetsch: Ich würde diese Wünsche nicht "ausgefallen" nennen. Manche Bräute kommen eher mit sehr "detailierten" Wünschen. Sie sind entweder sehr stilbewusst oder sehr extravagante Frauen. Ich freue mich dann besonders darauf, weil damit erweitet sich meine Spielwiese. Sie wollen eine Stilära reflektieren oder ein Ascot-Flair versprühen. Es geht dann um die Länge der Feder oder um farbige Akzente... Ganz besonders freue ich mich, wenn ich mit der Fotografin Pia Clodi arbeite. Sie hat einen wunderbaren Geschmack und ganz besondere Vorstellungen. Gold, Stickereien oder Coiffes, die sehr von Vintage inspiriert sind, gehören zu Pias Lieblingen, und meinen auch!

WOMAN: Wir sind neugierig: Welche "Hoppalas" sind Ihnen während einer Anfertigung schon passiert?

Hoetsch: Echte Hoppalas eigentlich nicht, aber wenn ich Stoffe, Perlen oder Federn einfärbe, kann das Ergebnis schon einmal unbefriedigend sein. Einfärben ist eine hohe Kunst, die meine Großmutter verstand wie keine andere, die ich jemals kennengelernt habe. Sie hat einen ganzen Schrank gehabt, voll verschiedenster Pigmente aus der ganzen Welt. Alkohol, kleine Schüsseln und alle mögliche edlen Stoffreste, an denen sie die Farben getestet hat, bevor sie ernsthaft loslegte. Als Kind erinnerte mich meine Großmutter mit ihrem Farblabor immer an einen Parfümeur: das sorgfältige Auswählen, Messen, Wiegen, Mischen, Ausprobieren... Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, hätte ich so viel mehr Zeit neben ihr verbracht, als sie die Farbmischungen präpariert hat. Bei mir geht manchmal leider viel verloren, wenn ich zum Beispiel mit Gelb und Blau spiele, bis ich das erwünschte Grün erreiche.

WOMAN: Auf wie vielen Hochzeiten waren Sie schon - und welche ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Hoetsch: Oh! Meine Arbeit bereitet mir sehr viel Freude! Ich habe nur mit glücklichen Leuten zu tun, und es wächst immer eine liebevolle Beziehung zwischen mir und "meinen" Bräuten. Ich werde sehr oft zu Hochzeiten eingeladen, und ich würde sehr gerne auf alle gehen können! Ich liebe Hochzeiten! Dieses Jahr war mir eine besonders ans Herz gewachsen. Kathi Kneussl aus Österreich hat Henry Leon aus England geheiratet. Ich habe die Ehre gehabt, ihren Kopfschmuck für die standesamtliche Trauung in London, und dann auch die kirchliche und Feier in Wien zu machen. Es war eine wunderschöne Hochzeit in der Jesuitenkirche, mit wunderschönen und lieben Gästen aus allen Ecken der Welt. An diesem Tag bin ich gerade von einer geschäftlichen Reise nach London zurückgekommen und hatte keine Zeit mehr, nach Hause zu fahren und mich umzuziehen. Daher bin ich einfach vom Flughafen zur Kirche gefahren, habe mir bei Zanoni ein Eis geholt und habe auf dem Platz gewartet, bis das Paar und alle Gäste rausgekommen sind. Es war einfach königlicher als viele royale Hochzeiten im Fernsehen!

Niely Hoetsch | Headpieces
Atelier: Gärtnergasse 3/7, 1030 Wien

dasweddings.com

WOMAN Newsletter

Deine täglichen Infos per Mail: News, Gewinnspiele und tolle WOMAN-Aktionen.

Ja, ich möchte den WOMAN Newsletter tägl. erhalten und bin mit Übermittlung von Informationen über die Verlagsgruppe News, deren Produkte und Aktionen einverstanden.