Ressort
Du befindest dich hier:

Kosmetikprodukte:
Wann ist weniger mehr?

Lange Zutatenlisten für Kosmetika? Diese Zeiten sind vorbei, der Trend geht in Richtung "weniger ist mehr". Pharmazeutin und Gründerin von DERMA ID Theresa Friedrich verrät, warum das so ist und ob "simpel" wirklich immer "gut" bedeutet.


Kosmetikprodukte:
Wann ist weniger mehr?
© istockphoto.com

Ist ein Kosmetikprodukt automatisch besser, je weniger Inhaltsstoffe es aufweist?

Friedrich: Automatisch sicher nicht, es kommt immer auf die Inhaltsstoffe an (also was verwendet wird). Aber: Je weniger Inhaltsstoffe insgesamt in einem Produkt enthalten sind, desto mehr ist von jedem einzelnen Stoff in wirklich wirksamen Konzentrationen drinnen.

Gibt es Inhaltsstoffe in der Pflege, die essentiell für schöne Haut sind? Was braucht man "wirklich"?

Friedrich: Für mich persönlich sind das naturbelassene Öle und Buttersorten. Sie spenden der Haut essentielle Fettsäuren und Feuchtigkeit. Aber so generell kann das nicht beantwortet werden, denn jeder Hauttyp braucht andere Inhaltsstoffe. Es ist auch sehr stark von den Jahreszeiten abhängig – im Winter brauchen die meisten Leute bekanntlich eher fettlastige Pflege als im Sommer.

Warum, glauben Sie, liegen minimalistische Pflegeprodukte so im Trend?

Friedrich: Das sind sicherlich mehrere Faktoren: Zum einem gibt es immer mehr Leute mit sensibler Haut und gerade dieser Hauttyp profitiert von wenigen Inhaltsstoffen, da damit die Zahl der möglichen Unverträglichkeiten reduziert wird. Der Kunde kann bei wenigen Inhaltsstoffen selbst verstehen, was wirklich im Produkt enthalten ist. Oft ist es so, dass die werbewirksamen Inhaltsstoffe so weit hinten versteckt sind, dass sie keine Hauptwirkung mehr haben können. Das, was gut klingt und den Konsumenten zum Kauf anregt, wird oft als eine der Hauptzutaten deklariert, obwohl es tatsächlich nur in minimalen Konzentrationen enthalten ist.

Führen weniger Inhaltsstoffe zu besserer Verträglichkeit für Menschen mit sensibler Haut?

Friedrich: Nicht unbedingt, denn es kommt immer auf die Inhaltsstoffe selbst an. Aber als Kunde man kann einfacher überprüfen, was wirklich drinnen ist und ob man es verträgt.

Gehen Sie bei der Entwicklung Ihrer Produkte auch nach dem Prinzip "so wenige verschiedene Inhaltsstoffe wie möglich" vor?

Friedrich: Nicht unbedingt, denn es kommt immer auf die Inhaltsstoffe selbst an. Aber als Kunde man kann einfacher überprüfen, was wirklich drinnen ist und ob man es verträgt.

Was ist das Maximum an verschiedenen Inhaltsstoffen, das in Ihren Produkten enthalten ist?

Friedrich: Das variiert natürlich nach Produkttyp, doch das Maximum sind 20 verschiedene Inhaltsstoffe bei den wasserhaltigen Produkten.

Gibt es Fälle, in denen "mehr" tatsächlich "mehr" ist?

Friedrich: Ja, in dem Fall von "mehr" an Konzentration im Produkt. Aber "mehr" kann nie wirklich "mehr" sein, da eine Gesamtkonzentration von 100 % einfach nicht überschritten werden kann. Doch wenn man viel von einem qualitativ hochwertigen Inhaltsstoff in ein Pflegeprodukt packt, wird wird das Endergebnis natürlich auch dementsprechend besser.

Welche Produkte von Derma ID können Sie besonders empfehlen, wenn es um eine kurze Liste an Inhaltsstoffen geht?

Friedrich: Jetzt, wo uns die kalte Jahreszeit wieder bevorsteht, empfehle ich das "Phyto Recovery Oil", weil es die Haut pflegt ohne zu einen unangenehmen Fettfilm zu hinterlassen. Es zieht besonders gut ein, kommt ohne Parfum aus und enthält ganz besondere, pflegende Fettsäuren aus Kukuinussöl, schwarzem Johannisbeersamenöl und Arganöl. So wird die natürliche Schutzfunktion der Haut regeneriert und sie wird gleichzeitig geglättet und gestrafft. Wichtig: Die Haut vor dem Auftragen leicht anfeuchten, erst dann kann das Öl emulgieren und optimal einziehen.

Derma ID ist über derma-id.com, bei Kussmund Wien und in Apotheken erhältlich.

Dr. Theresa Friedrich über maximal reduzierte Kosmetik.
Thema: Pflege