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Krebs & Kinderwunsch

Auch nach einer Krebserkrankung ist eine Schwangerschaft möglich. Betroffene sollen rechtzeitig vorsorgen - derzeit werden drei Methoden mit gutem Erfolg angewendet.

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Krebs & Kinderwunsch
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Traurig aber wahr: Bei den 30- bis 40-jährigen steigt der Anteil an Brustkrebsneuerkrankungen an, während er in allen anderen Altersklassen sinkt. Aber gerade bei Frauen in ihren 30ern ist die Familienplanung oft noch nicht abgeschlossen. Früher war eine Krebserkrankung oft gleichbedeutend mit dem Aus für einen Kinderwunsch. Doch wissenschaftliche Erkenntnisse und verbesserte Methoden in der Reproduktionsmedizin sorgen für neue Hoffnung.

Kompetenzzentren.

Einzige Voraussetzung: Die behandelnden Ärzte müssen früh genug Bescheid wissen, wie Univ.-Prof. Dr. Christian Singer, Gynäkologischer Onkologe und Leiter der Brustgesundheit an der Wiener Frauenklinik (breastandhealth.com), erklärt. Denn nach einer Behandlung mit Chemo- und Hormontherapie ist die Wahrscheinlichkeit, auf ganz normalem Weg ein Kind zu bekommen, relativ gering. Je früher betroffene Frauen mit ihrem Anliegen in ein Brustgesundheitszentrum kommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, einen Kinderwunsch erfüllen zu können.

Neue Möglichkeiten.

Drei Methoden werden derzeit mit gutem Erfolg angewendet:

1


Vor der Chemotherapie werden die Eierstöcke hormonell stimuliert, herangereifte Follikel werden entnommen, mit den Spermien des Partners befruchtet und anschließend kryokonserviert, also tiefgefroren. Nach erfolgreicher Behandlung wird der Zyklus hormonell wieder hergestellt und die befruchteten Eizellen werden wie bei einer normalen In-Vitro-Fertilisation eingesetzt.

2


Gibt es keinen Partner, werden die stimulierten Eizellen entnommen und unbefruchtet konserviert.

3


Es wird Eierstockgewebe entnommen, das nach erfolgreicher Behandlung wieder eingesetzt und dann hormonell stimuliert wird, damit wieder Follikel heranreifen können.

Verringertes Risiko.

Eine gewisse Gefahr bedeutet dieser Weg natürlich schon, da die meisten Brusttumore hormonabhängig sind. Die erhöhte Östrogenausschüttung während der Schwangerschaft birgt auch ein Risiko in sich. Doch viel wichtiger ist die gute Nachricht: Neue Studien zeigen, dass Frauen, die nach einer Brustkrebserkrankung schwanger werden, langfristig gesehen sogar ein geringeres Rückfallrisiko haben.