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Kein Kükenmord mehr fürs Frühstücksei

In Deutschland wurde eine neue Methode entwickelt, die dafür sorgen soll, dass zukünftig nicht mehr Millionen von männlichen Küken als Abfallerzeugnis der Eier-Industrie kurz nach der Geburt auf grausame Weise getötet werden.

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Küken

Männliches Küken - in der Lebensmittelindustrie schon nach wenigen Stunden Leben ein Todesurteil.

© OLLI GEIBEL/AFP/Getty Images

Setzt man sich etwas genauer mit der kommerziellen Produktion des geliebten Frühstückseis auseinander, dann vergeht einem bald der Appetit. Denn Millionen an flauschigen Küken werden kurz nach dem Schlüpfen weltweit täglich durch eine Häckselmaschine oder durch Vergasung getötet. Dieses Schicksal trifft sämtliche männlichen Tiere, da diese ja keine Eier legen können sowie als Masthühner ungeeignet sind und daher für die Industrie wertlos sind.

Aber eine neue Technologie soll diese Vorgehensweise, die Lebewesen zu Wegwerfprodukten reduziert, in Zukunft hoffentlich unterbinden: Bis 2017 soll dank Geschlechtsbestimmung eines Kükens schon im Ei das massenhaften Töten der Tiere gestoppt werden.

In Deutschland wurde die sogenannte Nah-Infrarot-Raman-Spektroskopie entwickelt, mit der man in Sekundenschnelle heraus finden kann, ob im Ei ein weibliches oder männliches Küken heranwächst. So können die Eier mit den männlichen Küken früher aussortiert und beispielsweise als Tierfutter herangezogen werden. Jedoch ist diese Technik mit erheblichen Kosten verbunden und insofern ist fraglich, ob kleinere Betriebe sich diese leisten können.

Vegane Alternativen:

Sofort seinen Beitrag an weniger Tierleid kann man leisten, wenn man einfach komplett auf Eier verzichtet. Das bedeutet aber nicht, dass man sich kulinarisch einschränken muss. Denn fürs Backen, Rührei und Panieren gibt es zahlreiche vegane Alternativen zu Eiern:

  • Seidentofu - je 75 g für ein Ei: Angerührt mit etwas Kurkuma sowie schwarzem Salz zaubert man beispielsweise ein wunderbares Rührei.
  • Sojamehl: 2 EL mit Wasser anrühren.
  • Kichererbsenmehl: 2 EL mit Wasser anrühren.
  • Apfelmus: Macht Kuchen und Gebäck saftig.
  • Leinsamen: 1,5 EL gemahlene Leinsamen in 75 ml Wasser quellen lassen.
  • Reife Bananen: Zerdrückte Bananen sorgen ebenso für saftige Kuchen und Co.
  • Ei-Ersatzpulver gibt es auch fix fertig zu kaufen - beispielsweise auf der Basis von Kartoffelstärke und Tapiokamehl.
  • So mischt du den Eierersatz selbst: 2 EL Mehl, 1/2 TL Öl, 2 EL Wasser und 1/2 TL Backpulver vermengen, ergibt 1 großes Ei.

In Österreich:

Auch in heimischen Gefilden überlegt man alternative Optionen zur massenhaften Küken-Entsorgung - zumindest bei Bio-Betrieben. Denn sogar hier war es bisher üblich, die männlichen Tiere sofort zu töten. Ab 2016 jedoch werden männliche Küken in Bio-Legebetrieben groß gezogen.

Der Kauf von Bio-Eiern zahlt sich also mehrfach aus! Nicht nur wird hierin den erwachsenen Tieren zumindest etwas mehr Lebensqualität gegönnt, sondern gleichsam 500.000 Hahnküken etwas Lebenszeit geschenkt. Allerdings nur für neun Wochen, danach werden die Hühner weiterverarbeitet zu Hackfleisch, Wurst oder Suppe.

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Männliche Küken leben meist nicht länger als einen Tag. Sie werden bei lebendigem Leib zerquetscht, vergast oder zerschreddert. Küken, die zu spät schlüpfen, nachdem die Sortierer ihre Arbeit bereits beendet haben, werden dann ebenfalls vernichtet, egal ob männlich oder weiblich. 45 Millionen Küken enden so jedes Jahr allein in Deutschland.

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Die grausamen Bilder aus Legebatterien sind vielen Menschen bekannt, aber auch die so genannten alternativen Haltungsformen sind nicht das Gelbe vom Ei. Ob nun Boden- Freiland- oder Biohaltung: Der Tod im Schlachthof bleibt auch hier keinem Huhn erspart.