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Küssen? Ja bitte!

Ein zärtlicher Zungenkuss, oder ein schneller Schmatzer: Für Beziehungen haben Küsse eine wichtige Bedeutung, so Paartherapeutin Ellena Eva Lang.

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Küssen? Ja bitte!

Küsse sind essentiell für eine Beziehung. Wird nicht mehr geküsst, stimmt etwas nicht.

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Egal ob Popsong ("Kiss me“ von Sixpence None the Richer) oder Süßigkeiten ("Ferrero Küsschen“), Küssen ist in aller Munde. Der Kuss ist das Intimste, was zwei Menschen teilen können (hier: die besten Kuss-Techniken ). Für eine Paarbeziehung ist es sehr wichtig, dass geküsst wird.

"Es ist eine wunderbare Geste, die den anderen wissen lässt, dass er wahrgenommen und wertgeschätzt wird“, sagt die Paartherapeutin Ellena Eva Lang. Und den meisten Paaren ist ihr erster Kuss auch noch nach vielen Jahren in bester Erinnerung – zudem stärkt häufiges Küssen die Liebe . Aber warum messen wir dem Kuss so viel Bedeutung bei? "Es ist ein Loslassen von Barrieren, ein Sich-dem-anderen-Öffnen.“

Ein Kuss ist die intimste Geste

Bei kaum einem anderen Körperkontakt wie einem intensiven Kuss spüren Paare so viel Nähe zueinander - ja, Küssen gilt sogar als intimer als Sex !

Wird man vom Partner etwa auf den Kopf geküsst, kann das ein ganz intensives Gefühl von Sicherheit vermitteln. Und das hat seinen Grund: Am Kopf befinden sich besonders empfindliche Regionen. "Viele Sinneswahrnehmungen sind hier beheimatet. So auch im Mundbereich der Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn. Das macht aus einem Kuss oft ein Ganzkörper-Erlebnis.“ An den Lippen befinden sich zudem besonders viele Nervenenden. Pheromone werden dadurch besonders gut übertragen, weshalb damit oft Lust auf noch mehr körperliche Berührung einhergeht.

Küssen Sie bewusst!

In langen Beziehungen kann es schon mal vorkommen, dass dem Küssen nicht mehr viel Platz eingeräumt wird, nicht einmal mehr ein Begrüßungsbussi zelebriert wird. Das kann der Paarbeziehung sehr schaden, denn durch diese Zärtlichkeit signalisiert man dem Partner, dass im Moment nichts anderes zählt.

"Die Aufmerksamkeit dem Partner gegenüber geht ein Stück weit verloren, wenn man sich körperlich keine Aufmerksamkeit mehr schenkt“, sagt Lang. Das kann auch bei Alltagsdingen zu Problemen führen, denn gerade Zärtlichkeiten nähren eine Beziehung. Und nur wenn sie genährt ist, dann können auch Krisen leichter bewältigt werden. Fehlt es einem Paar an solchen Zärtlichkeiten, dann ist es sinnvoll, diese wieder zu einem Ritual zu machen.

"Rituale sind ganz wichtig für eine Paarbeziehung und gehören gepflegt!“ Ein Busserl im Vorbeigehen kann auch in schwierigen Zeiten als solche Paarpflege verstanden werden. Es kann wahre Seelennahrung für beide Partner sein. Lang gibt allerdings zu bedenken, dass es auch einfach Menschen gibt, die dem Busserl nicht so viel Bedeutung beimessen. "Der familiäre Hintergrund spielt schon eine große Rolle. Wächst man in einer Familie auf, die zärtlich ist, so wird man auch als Erwachsener mehr das Bedürfnis nach Küssen haben.“

Ein Kuss verheißt mehr...

Dass Küssen meist auch Lust auf Sex macht, ist kein Geheimnis. Aber genau deshalb wird es öfter vermieden. In ihren Paarsitzungen hat Lang die Erfahrung gemacht, dass der Mann seine Partnerin nicht mehr küsst, weil er dann Lust auf mehr bekommt, sie das aber nicht möchte. Und für viele Frauen müssen alle äußeren Umstände wie Haushalt, Kindererziehung und Co passen, dass sie bereit für Sex sind. Da aber gerade diese Zuwendungen nährend sind, rät die Paartherapeutin dazu, sie zuzulassen. "Ein Paar in genährtem Zustand kann seine Alltagsprobleme leichter lösen.“

Übrigens: Auch aus gesundheitlicher Sicht macht das Zungenspiel Sinn: "Herz und Immunsystem werden dadurch gestärkt. Außerdem werden dabei Hormone freigesetzt, die wie Antidepressiva wirken können.“

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