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Kultkomiker Fifi Pissecker als Stripper

In seinem neuen Bühnenprogramm "Supernackt" spielt Kabarettist Fifi Pissecker einen Stripper Mitte 40. Mit WOMAN sprach er über Männer in der Midlife-Crisis, Sehnsüchte der Frauen und Zukunftsängste.


Kultkomiker Fifi Pissecker als Stripper
© Ernst Kainerstorfer

"Du schaust ja aus wie ein in die Jahre gekommener Stripper!", zerkugelte sich Schauspielerin Eva Maria Marold, als sie vor gut einem Jahr Fifi Pissecker, spärlich bekleidet in der Maske im Theater vorfand. "Ich stand damals nur mit weißem Tanktop und kurzer Hose da. Aber mit diesem Spruch gab sie den Anstoß für mein neues Programm", lacht der braungebrannte Kultkomiker, 47, der bereits seit 31 Jahren auf der Kabarettbühne steht ( mit 16 startete er mit der Truppe "Die Hektiker" rund um Florian Scheuba durch, Anm. ). "Ich habe mir gedacht, dass Strippen ein toller Kabarett-Stoff sein könnte – wenn man die Sache nicht zu oberflächlich angeht." Denn obwohl es in "Supernackt" (ab 29.10. im Wiener Rabenhof) um Partys, Sex und nackte Tatsachen geht, achtet Pissecker auf Tiefgang: "Ich breche mit Vorurteilen, die sich die Zuschauer im Laufe des Stücks aufbauen. Und zeige, dass hinter der muskulösen Fassade meines Protagonisten Mike ein Mann mit Träumen, Sehnsüchten und Idealen steckt …" Und weil Pissecker auch mit optischen Reizen nicht geizen will, setzte er sich auf Diät und stemmte im Fitnessstudio täglich Gewichte. "Ich will ja authentisch sein, schließlich trete ich auf der Bühne den Beweis an und lasse alle Hüllen fallen …"

WOMAN: Haben Sie gar keine Hemmungen, sich auf der Bühne nackt auszuziehen?

Pissecker: Doch! Ich überschreite da eine persönliche Grenze, weil mein Körper mit 47 natürlich nicht mehr so ist wie vor zehn Jahren. Und natürlich blockiert der Kopf auch. Das zu überwinden macht aber den Reiz aus.

WOMAN: Wie bereiten Sie sich auf diese spezielle Rolle vor? Gibt’s da Tanzkurse à la: "So lernen Sie richtig strippen"? Oder schauten Sie sich das von Profis ab?

Pissecker: Ich habe mit vielen ehemaligen Strippern geplaudert, die heute Familienväter, Reiseführer oder Bankangestellte sind. Die wollten in den 80ern und 90ern einfach Spaß haben – Partys und schnellen Sex. Darauf sind die auch ziemlich stolz. Und ja – ich habe auch einen Choreografen, der mir die richtigen Bewegungen beibringt. Ich will ja eine glaubwürdige Stripnummer abliefern und mich nicht blamieren. Männerstripshows habe ich mir nicht angesehen. Da fehlt das Angebot.

WOMAN: Auch Ihre Figur Mike führt ein von Sex und Partys bestimmtes Leben. Kennen Sie das aus Ihrer Jugend?

Pissecker: Ja, klar. Wir hatten auch Sturm-und-Drang-Phasen – vor allem zu Hektiker-Zeiten. Wenn wir auf Tour waren, ist es schon ordentlich zur Sache gegangen. Getrunken haben wir schon sehr gerne ... und uns in fremden Städten von den einheimischen Mädels die Sehenswürdigkeiten zeigen lassen (schmunzelt) .

LESEN Sie das ganze Interview in WOMAN 19/2012.

Redaktion: Sandra Jungmann