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Kuscheltherapie für die ganz kleinen Abhängigen

Wenn Babys drogensüchtig geboren werden, brauchen sie mehr Pflege und Fürsorge. Hierfür stellen sich in Pennsylvania immer mehr Freiwillige zur Verfügung.

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Drogensuechtige Babys
© unsplash.com/Omar Lopez

Die kleinen Füßchen, das zarte Haar und die kleinen Knopfäuglein: Alle Babys sind auf ihre Art süß, doch nicht alle Babys haben einen tollen Start ins Leben. Neben Komplikationen bei der Geburt oder Krankheiten kann das Leben eines Säuglings auch durch eine Drogensucht gefährdet sein. Denn wenn die Mutter während der Schwangerschaft Drogen konsumiert hat, dann entwickelt auch das Ungeborene eine Sucht nach jenen Substanzen.

Die Folge ist das Neonatale Abstinenzsyndrom, also der Drogenentzug eines Säuglings. Wenn ein Baby süchtig auf die Welt kommt, muss es oft Monate im Krankenhaus verbringen. Dabei wird es natürlich bestmöglich von dem Krankenhauspersonal umsorgt, doch oft kann sich die Mutter selbst nicht um das Kleine kümmern, da sie ihre eigenen Dämonen bekämpfen muss.

Aus diesem Grund und da die Häufigkeit der Drogensucht in den letzten Jahren rapide zunahm, hat man im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania eine Lösung für die vielen leidenden Babys finden müssen. So entstand am Krankenhaus der Thomas Jefferson Universität ein Freiwilligenprogramm, bei dem man sich ehrenamtlich für das Kuscheln und Halten von drogensüchtigen Säuglingen anmelden kann.

Babys Drogen
(c) unsplash.com / Tim Bish

Krankenschwester Jane Cavanaugh gründete das Programm. Sie hatte nämlich im Laufe ihrer Berufsjahre bemerkt, dass die drogensüchtigen Babys sich viel besser und schneller entwickeln, wenn sie vermehrt gehalten und gekuschelt werden. Die menschliche Berührung, die ja extrem wichtig für die Entwicklung des Gehirns ist, wirkt auch in diesem Fall Wunder. Die Babys scheinen weniger Medikamente zu brauchen und können das Krankenhaus auch schneller wieder verlassen, als jene Säuglinge, die nicht so exzessiv umsorgt werden.

Die Freiwilligen dienen auch als Puffer zwischen dem Krankenhauspersonal und den Eltern der Babys, die sich oft für ihre Situation schämen. Und auch, wenn es nicht in allen Spitälern des Landes solch eine Möglichkeit gibt, den süchtigen Säuglingen zu helfen, ist es doch ein wesentlicher Schritt in Richtung einer Gesellschaft, die zusammenhält.

Themen: Report, Kinder