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Lächelnde Frauen sind nicht so erfolgreich

Nur nicht zu fröhlich bitte - das könnte schließlich die Karriere kosten! Das besagt zumindest eine Studie der Technischen Universität München.

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Lachende Frau in der Business-Welt
© Thinkstock

Ein freundliches Lächeln bringt einen immer weiter. EineN vielleicht schon, aber einE scheinbar nicht. Das will zumindest ein Forschungsteam der Technischen Universität München in einer aktuellen Studie herausgefunden haben.

Diese besagt nämlich, dass fröhlich wirkenden Frauen weniger Führungswille zugetraut wird. Mit jedem Lachen oder Lächeln mehr, wird einem die Kompetenz zur fähigen Chefin abgesprochen. Eine traurige Erkenntnis, dass es aber vor allem Frauen sind, die Vorgesetzte dementsprechend bewerten.

Seit 2011 untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Münchner Instituts Auswahl und Beurteilung von Führungskräften. Dabei fand man heraus, dass diese stark nach Stereotypen beurteilt werden. Stereotypisch "männlich" wären Charakteristika wie Durchsetzungsvermögen, Dominanz und Härte. Die weiblichen Klischee-Versionen wurden als ausgleichend, freundlich sowie sozial beschrieben. Und diese doch eigentlich positiven Eigenschaften werden Frauen auf dem Weg nach oben zum Verhängnis, da sie scheins als Schwäche und Weichhheit ausgelegt werden.

Lachende Frau in der Business-Welt
Zähne zeigen bitte auf andere Art und Weise, wenn's die Karriereleiter raufgehen soll?

Zeigen Frauen Stolz bezüglich ihrer Leistungen, werden diese gleichsam als führungswilliger eingestuft. Fröhlichkeit oder gar Emotionen sind auf der Karriereleiter gar nicht gerne gesehen. Ein besonderes Dilemma zeigt sich allerdings da ein dominanter Führungsstil dennoch mehr bei Männern akzeptiert wird und Frauen, die wenig delegieren besonders schlecht bei den Studienteilnehmenden abschneiden. Wo sollte man sich also bewegen, wenn weder die Übernahme der "männlichen" Attribute akzeptiert wird, noch die "weibliche" Selbstaufopferung?

Ein erster Schritt wäre wohl ein Realisieren, dass es diese Vorurteile in allzuvielen Köpfen gibt. Und dass man diese sehr wohl überwinden kann. Helfen kann beispielsweise bei Job-Entscheidungen auf anonyme Bewerbungen zu setzen - ohne Namen und ohne Portrait-Fotos: So liegt der Fokus tatsächlich auf dem Können der jeweiligen Personen und nicht auf Sympathie oder Ressentiments aller Art. Denn wir wollen uns unser Lächeln und unsere gute Laune erhalten!

via: Spiegel.de

Thema: Sexismus