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Lästern über Sexismus macht happy!

Sexistische Bemerkungen im Job? Nix wie raus damit! Warum das Lästern über frauenverachtende Kommentare unsere Laune erst so richtig hebt!


Lästern über Sexismus macht happy!

Raus mit dem Ärger - schon geht's dir besser

© Thinkstock/Fogstock

Eine kleine Anekdote, die manchen von euch in abgewandelter Form vermutlich bekannt vorkommen wird. Ein Büro, lauter Männer. Eine Frau betritt den Raum, ein Kollege geht zu ihr. Und plötzlich tönt es aus der Ecke: "Das ist typisch. Den ganzen Tag hat der Kollege seinen Platz nicht verlassen – aber kaum kommt eine hübsche Frau, schon steht ER...."

Brüllendes Gelächter, Schenkelklopfer, der Stammtisch hat wieder zugeschlagen. Und die Frau? Lächelt wahlweise verlegen (frau will ja kein Spaßverderber sein), bellt etwas zurück (und trägt fortan das Stigma der Zicke) oder verlässt das Büro, um sich vor der Türe auf die Zunge zu beißen und im Kopf alle schlagfertigen Bemerkungen durchzugehen, die sie am liebsten ... die sie aber nicht.

Sexismus ist Alltag. Im Kleinen wie im Großen. Er reicht von dümmlichen Bemerkungen bis zur Hand, die länger als normal auf der Taille verweilt und gerne auch mal tiefer sinkt.

Aber wie kommt frau am besten damit zurecht? Ganz simpel. DURCH LÄSTERN!

Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Studie der Wilfrid Laurier University in Kanada. In dem Experiment der Forscherin Mindi Foster wurden Frauen gebeten, nach Lektüre eines sexistischen Textes entweder öffentlich oder privat zu twittern. Eine andere Testgruppe wurde gebeten, nicht über den Inhalt des Textes zu berichten.

Das Ergebnis: Am glücklichsten war jene Testgruppe, die den Sexismus möglichst breit via Twitter öffentlich machte.

Die These der Forscherin: "Opfer von Sexismus weisen sich selbst oft eine Teilschuld zu: 'Hätte ich mich nicht so aufreizend angezogen.' 'Hätte ich nicht selbst eine flapsige Bemerkung gemacht...'. Wenn sie den Sexismus aber öffentlich machen und durch das Feedback der anderen User das Gefühl bekommen, dass es noch andere Leidensgenossinnen oder eben einfach nur Empörung über das männliche Verhalten gibt, dann haben sie eher das Gefühl, dass der Akt nichts mit ihnen als Person zu tun hat."

Foster verweist in ihrer Studie auch auf die Online-Kampagne "Everyday Sexism", bei der Frauen über den Alltags-Sexismus berichten und sich austauschen können. Ihr Fazit: "Je lauter Frauen ihre Stimme gegen Sexismus erheben, desto mehr gewinnen sie einen Teil ihrer abgesprochenen Stärke zurück. Es ist also wirklich nicht verwunderlich, warum uns diese Lästerei dann glücklicher hinterlässt..."

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