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Lange gekämpft oder Liebe auf den ersten Blick – Paare erzählen ihre Lovestory


Maria B. Egger & der Wassermann © Bild: Privat

Maria B. Egger & der Wassermann


Schon mehr als drei Jahrzehnte dauerte meine Ehe. Eine Ehe, nicht besser oder schlechter als viele andere – zuletzt jedoch mehr Fassade als sonst irgendetwas. Pflichten, die mich niederdrückten, ein verantwortungsvoller Job, der mir das gab, was ich in der Ehe schmerzlich vermisste – Anerkennung, Freundschaft, Optimismus und,… last, but not least: LIEBE. Liebe, Zärtlichkeit, Zuwendung – was ist das ? Schlagworte aus Romanen ? Es schien mir so zu sein. Auf die Frage nach meinen Hobbys konnte ich nur milde lächeln – Was ? Wann? Wie? Ich hatte keine Bedürfnisse zu haben – Beruf während der Woche, Hausarbeit danach, Kindererziehung, Hausbau, die volle Palette – keine Frage meines Mannes: „Kannst du noch ? – Wie geht es dir? Aber, ich funktionierte, funktionierte toll – alles im Lot. Immer mehr griff die Hoffnungslosigkeit nach mir: Schlaflosigkeit, wütendes Aufbegehren und letztlich nur mehr Lethargie – ich hatte einfach keine Kraft mehr. Ich war nicht mehr fähig, Entscheidungen zu treffen, geschweige denn, Konsequenzen zu ziehen. Der Hoffnungsschimmer und scheinbare Ausweg war ein Kuraufenthalt im April 2009– ich packte zusammen, verabschiedete mich von meinem Mann – kein: „Lass es dir gut gehen“, „Schau, dass es dir wieder besser geht“ – nichts, verbissenes Schweigen – wortlos, und doch stand im Raum – „Wie kannst du mich nur alleine lassen?“ „Wozu ist denn das nötig ?“ Wie unendlich traurig – mein Herz war schwer wie Blei. Die Inszenierung des Schicksals nahm seinen Lauf: Ich komme an - ein Kurheim in den Bergen, mein Zimmer mit großem Balkon, mit grandiosem Rundblick. Ich fühle Euphorie, ich fühle mich auf einmal wieder so lebendig, so unternehmenslustig. „Los, los“, sage ich mir – „jetzt mach das, was dir Freude bereitet !“ Es sind nur wenige Kurgäste im Schwimmbecken und ich sehe IHN an! Amor muss mich wohl verwechselt haben, ich fühle einen kurzen Stich. Graublaue, lustige, schelmische Augen, ein Lächeln. WEITER nächste Seite