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Hilft langsames Essen wirklich beim Abnehmen?

Bedächtiges Kauen und Slow Eating sollen beim Abnehmen helfen. Diese neue Studie zeigt, dass langsames Essen wirklich einen Vorteil hat.

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Langsames Essen
© unsplash.com/Mariana Medvedeva

Viele von uns kennen das Leid: Man hat über die Jahre ein paar Kilos zugenommen, die man nun am liebsten wieder loswerden würde. Doch das ist schwer! Vor allem, wenn man in einen 40-Stunden-Alltag eingespannt ist und nach der Arbeit kaum Zeit oder gar Lust für Sport übrig hat. Ein nachhaltiger Gewichtsverlust lässt sich nur durch die Kombination aus Sport und einer ausgewogenen Ernährung erreichen. Das Leben derart umzukrempeln - das fällt vielen extrem schwer.

Umso attraktiver wirkt der so oft versprochene schnelle Weg. Nun soll einer sogar von der Wissenschaft bestätigt worden sein: Langsames Essen. Eine japanische Studie hat Patienten mit Typ-2-Diabetes (die durch einen ungesunden Lebensstil bedingte Form der Stoffwechselkrankheit) von 2008 bis 2013 begleitet. Untersucht wurde unter anderem der Zusammenhang zwischen der Essgeschwindigkeit und gesunder Ernährung.

Und da stießen die ForscherInnen auf einen interessanten Zusammenhang: PatientInnen, die angaben, langsam zu essen, waren im Schnitt gesünder und verfolgten auch im Allgemeinen eher einen gesünderen Lifestyle. Das Risiko afür Übergewicht war um 29 Prozent geringer, wenn die Probanden mit normaler Geschwindigkeit aßen. Und wenn die Versuchspersonen angaben, langsam zu essen, sank das Risiko für Übergewicht sogar um 42 Prozent.

Essgeschwindigkeit

Das klingt jetzt sicher total verlockend, aber ganz so einfach ist es auch wieder nicht. Erstens sagen die ForscherInnen in keinem Satz, dass langsames Essen beim Abnehmen hilft. Zweitens wird in der Studie nicht genau definiert, was "langsam" überhaupt bedeutet. Die Probanden hatten dies nach eigenem Ermessen so angegeben. Und drittens bietet die Studie keine Erklärung dafür, warum es einen Zusammenhang zwischen der Essgeschwindigkeit und gesunder Ernährung gibt.

Trotzdem kann man sich den Zusammenhang so erklären: Durch langsames Kauen wird die Nahrung besser verdaulich, also leichter "abtransportierbar". Außerdem spürt man den Sättigungsgrad erst nach etwa 20 Minuten. Wer also bedacht isst, merkt besser, wenn er satt ist!

Doch trotzdem kann man sagen: Langsames Essen und bedächtiges Kauen sind eine gute Herangehensweise, wenn man seine Ernährung umstellen will. Dies könnte tatsächlich der erste Schritt sein, auch, wenn man dem Junk Food noch nicht entkommen ist. Wer seinen Burger langsamer kaut, wird vielleicht schon satt, bevor er überhaupt zu den Fritten greifen kann!