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Willst du in einer Langzeitbeziehung kuscheln, dann leg dir ein Haustier zu

Ein realistischer Rat einer aktuell frustrierten Langzeit-Partnerin.

von

Frau mit Haustier
© Chris Amaral - Thinkstock

Lasst euch nicht von den ersten Wochen und Monaten einer Beziehung täuschen: Nach dem ersten Jahr und spätestens ein paar Jährchen darauf, verlässt man die beziehungstechnische Kuschelzone und tritt in den Ernst des Lebens ein. Denn nur in den allerseltensten Fällen, haben Partnerin und Partner das gleiche Nähebedürfnis: Es gibt immer einen – beziehungsweise meist eher eine -, die will mehr als der andere. Und das kann zu gehörigen Spannungen führen. Schließlich wurde man zu Beginn der Partnerschaft mit Zuneigung und Streicheleinheiten überhäuft und dann folgt – selbst wenn das Verhältnis an sich wirklich glücklich ist – der langsame Entzug.

Statt romantischen Spaziergängen inklusive Im-Arm-Halten, gibt es höchstens noch gemeinsame Supermarkt-Besuche inklusive Lebensmittel-nach-Hause-Schleppen, statt Kuschelrunden vor dem Fernseher wird demonstrativ die Chips-Packung dazwischen gelegt und im Bett gibt es entweder Sex oder gar nix.

Offene Gespräche über die jeweiligen Bedürfnisse können bisweilen helfen, jedoch gilt es ja ebenso zu akzeptieren, wenn der oder die andere eben nicht soviel täglichen Hautkontakt haben möchte. Auch wenn es wirklich, wirklich schwer fällt…

Man spielt dann natürlich immer wieder mit dem Gedanken, die Beziehung zu beenden, um das Glück erster Verliebtheit wieder zu erfahren und dann vielleicht ja doch einen abzubekommen, der genauso gerne stundenlang küsst und nur zärtlich den Arm streichelt und damit zufrieden ist. Aber darf ich die werten Lesenden zart an den Beginn dieses Textes erinnern?

Irgendwann kommt also die ernüchternde Konsequenz: Man muss das immense Kuschelbedürfnis anderwertig ausgelagern. Nicht an eine Affäre, sondern an eine andere animalische Alternative: Wie wäre es mit Hund, Katz oder Meerschweinchen? Denn die lieben Tierchen freuen sich tatsächlich über jede Streicheleinheit und geben sehr viel Liebe retour!

Allerdings gibt es hier dennoch zwei klitzekleine Nachteile (abgesehen davon natürlich, dass die Pflege eines Haustieres einiges an Veranwtortung und Arbeit bedeutet): Erstens könnte es sein, dass auch der Partner sich auf einmal intensivst mit dem Tierchen beschäftigt. Und man wird regelrecht auf dieses eifersüchtig: Warum wird die Katze abgebusselt und bekuschelt und man selbst muss sich mit dem minimalen Vorspiel beim Sex begnügen und ansonsten lebt man eher wie WG-Genossen with benefits zusammen?
Und zweitens kann man schließlich nur noch hoffen, dass man keine Allergie gegen seinen tierischen Kuschelersatz entwickelt…

Frau mit Haustier