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Lauf-Mythen: Der Experte klärt auf!

WAS? Man verbrennt ab der 1. Sekunde beim Joggen Fett? Gut, dass uns Sport- und Ernährungsprofi Roman Daucher über die 10 wichtigsten Lauf-Mythen aufgeklärt hat!

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Laufen Mythen Experten-Talk

Auf den richtigen Puls kommt es an, wenn man abnehmen möchte!

© Thinkstock Images. Pic by Martinan.

Es gibt wohl in jedem Bereich hartnäckige Mythen, die einfach von Generation zu Generation und von Freund zu Freund weitergegeben werden. Vor allem, wenn es ums Joggen geht, wissen wir oft nicht: Was stimmt jetzt? Deswegen haben wir Fitness-Profi und Hervis-Experte Roman Daucher getroffen, der uns endlich verrät was dran ist, an den 10 wichtigsten Lauf-Mythen!

Roman Daucher Fitness-Experte Woman
Im Talk mit Puls4-Fitness-Profi Roman Daucher
1

Am gesündesten ist es, barfuß zu laufen.
Dies ist vom Alter und Gewicht abhängig. Es ist nicht immer zu empfehlen. 80% aller Läufer kippen mit dem Sprunggelenk leicht nach innen und brauchen gerade dann einen Laufschuh, der sie seitlich stabilisiert. Wenn Alter, Gewicht, Konstitution stimmen, ist barfuß laufen grundsätzlich aber das Beste.

2

Vor dem Laufen sollte man sich unbedingt dehnen.
Nein, überhaupt nicht. Generell bin ich der Meinung, dass Dehnen vor einer sportlichen Aktivität, bei denen nicht die Freiheitsgrade in den Gelenken benötigt werden, absolut widersinnig ist. Man dehnt die Muskulatur an, um sie danach wieder zu kontrahieren. Die Trainingswirksamkeit wird eingeschränkt und die Verletzungsgefahr erhört. Zusammengefasst: Dehnen vor dem Laufen ist nicht sinnvoll, nach dem Laufen aber schon.

3

Je mehr Dämpfung der Laufschuh hat, desto besser.
Absoluter Blödsinn. Nicht jede Dämpfung ist gleich gut für jeden Läufer. Wichtiger ist es zu wissen, mit welcher Pulsfrequenz man bei verschieden harten Schuhen läuft. Denn dies ist das einzige Feedback, das uns der Körper in Verbindung mit einem gedämpften oder nicht-gedämpften Schuh geben kann.

4

Je stabiler der Laufschuh ist, desto besser für die Füße.
Hier kommt es auf die Zielsetzung des Läufers an. Vor allem im Cross-Country-Bereich, wenn man auf unebenem Grund oder bergauf läuft, ist die Stabilität des Schuhs wichtig. Wenn man aber auf Asphalt läuft und das Tempo im Vordergrund steht, dann ist die Stabilität nicht unbedingt Priorität Nummer 1.

5

Erst ab 30 Minuten joggen beginnt der Körper mit der Fettverbrennung.
Das stimmt nicht. Man kann ab der ersten Sekunde Fette verbrennen. Wesentlich ist aber WAS man verbrennt. Man kann Wasser, Kohlenhydrate, Fette oder sogar Proteine verbrennen. Der entscheidende Faktor, um Fett zu verbrennen ist die Pulsfrequenz. Man muss also anhand eines Herz-Kreislauf-Tests vorab feststellen, ab welcher Pulsfrequenz man Fette verbrennt und dann in dieser laufen.

6

Nur wer im richtigen Puls läuft, kann abnehmen.
Das unterschreibe ich zu 100%. Grundsätzlich ist es aber so: Höhere Pulsfrequenz bedeutet höherer Kalorienumsatz und damit größerer Gewichtsverlust.

7

Magnesium hilft gegen Krämpfe beim Laufen.
Wurde ein Magnesiummangel durch einen Bluttest festgestellt, dann stimmt diese Aussage. Ein Faktor, der einen Magnesiummangel signalisiert, ist Krampfverhalten der Muskulatur auch in der Ruhephase. Beispiel: Abends vor dem Schlafengehen in der Wade. Außerdem kann man nie zu viel Magnesium zu sich nehmen. Es wird, wenn nicht gebraucht, einfach vom Körper ausgeschieden.

8

Laufen ist schädlich für die Gelenke.
Auch das ist abhängig vom Körpergewicht des Läufers. Natürlich ist es für die Gelenke schonender eine "Non-Impact-Bewegung" auszuführen, wie Schwimmen, Radfahren oder Training am Crosstrainer in einem Fitness-Studio, aber wenn man keine Vorerkrankungen hat, ist es überhaupt nicht schädlich. Wenn man als Anfänger nach 15 Minuten Schmerzen in den Gelenken verspürt, sollte man sich untersuchen lassen.

9

Viel schwitzen heißt, dass man nicht fit ist.
Überhaupt nicht. Schwitzen will gelernt sein, wie jedes andere körperliche Training. Erst wenn man gut trainiert ist, kann man die Schweißdrüsen aktivieren. Eigentlich sollte es heißen: Je mehr man schwitzt, desto fitter ist man.

10

Durch das Laufen bekommt man einen Hängebusen.
Wenn man in jungen Jahren mit einem Sport-BH läuft, sollte sich der Busen nicht durch das Laufen aushängen. Die Form der Busen ist eher eine Frage der Gewebestruktur.

Themen: Fitness, Laufen