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Laufen bei Hitze: Ab welcher Temperatur sollte man es lassen?

Die Temperaturen steigen und du möchtest trotzdem nicht auf dein Lauftraining verzichten? Wir haben einen Sportmediziner gefragt, auf was ihr achten müsst.

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Es ist unkompliziert, gratis und man braucht eigentlich nichts dazu, außer sich selbst: Laufen zu gehen ist ein tolles Ausdauertraining, stärkt das Herz-Kreislaufsystem und macht nebenbei den Kopf frei. Eine Runde an der frischen Luft und man ist gleich ein bisschen erholter, obwohl es zugegebenermaßen ganz schön anstrengend ist. Wer am Anfang seines Lauftraining steht, merkt schnell, dass Kondition und Ausdauer nicht von heute auf morgen erlangt werden können. Der Schweiß rinnt, der Kopf wird rot und die Luft kann gar nicht schnell genug in unsere Lungen kommen. Aber hat man diese Schwelle erst einmal überwunden, wird man richtig süchtig und man fühlt sich unausgeglichen, wenn man sein gewohntes Lauftraining nicht einhalten konnte. Und das passiert vor allen Dingen dann, wenn das Wetter nicht mitspielt. Wenn die Temperaturen steigen, wird das Laufen gefühlt immer mühsamer und der Körper wird zu sehr belastet. Doch ab welcher Temperatur sollte man es eigentlich sein lassen? Wir haben den Sportmediziner und Leiter des Referats für Umweltmedizin in der Ärztekammer Wien Dr. Piero Lercher gefragt.

Laut Lercher gäbe es keine definitive Temperaturgrenze für ein Lauftraining. Die Menschen seien in Abhängigkeit von ihrer Leistungsfähigkeit und Lebensweise unterschiedlich hitzeadaptiert. "Als Faustregel kann man sagen, dass Außentemperaturen ab 25°C bei intensivem Training eine hohe Anforderung für den Körper darstellen. Ab 30°C sollte Ausdauersport nur noch im Schatten oder im Wasser betrieben werden", so Lercher. Aber nicht nur um hohe Temperaturen soll man sich Sorgen machen, sondern auch die Ozonbelastung in der Luft ist nicht zu unterschätzen. "Ab einer Ozonbelastung von 360 Mikrogramm pro Kubikmeter sollte der Sport eingestellt werden." Aktuelle Ozonberichte erhält man über die Webseite des Umweltbundesamtes für ganz Österreich.

Wer bei einer Hitzeperiode trotzdem nicht auf das Laufen verzichten will, sollte früh am Morgen oder am Abend laufen. Als Alternative zum Laufen könnt ihr in den Sommermonaten andere Sportarten ausprobieren. "Die beste Alternative ist Schwimmen", so der Sportmediziner. "Der Bewegungsapparat und die Wirbelsäule werden bei der richtigen Schwimmtechnik entlastet." Ein Ganzkörpertraining, dass auch als sogenannte Ausgleichssportart bekannt ist. "Eine weitere Alternative sind Waldspaziergänge oder Bergwanderungen – Walken gilt ja als eine der Paradegesundheitssportarten", so Lercher. Ein schattiger Wald oder eine kühle Alm sind sicher angenehmer, als ein Lauftraining in der stickigen Stadt. Für die, die aber mitten im Stadtgebiet wohnen, bleibt aber immerhin noch der Sprung ins kühle Nass.

Thema: Laufen
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