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Laura Feiersinger: "Ziel ist bei der WM 2019 dabei zu sein!"

Während bei der Herren-WM das Finale immer näher rückt, läuft für die Frauen-WM 2019 noch die Quali. Laura Feiersinger sagt im WOMAN-Interview, es werde für die österreichischen Kickerinnen zwar nicht leicht - aber die Chance lebt!

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Laura Feiersinger: "Ziel ist bei der WM 2019 dabei zu sein!"
© 2017 Getty Images

Es war ein Wendepunkt in der Geschichte des österreichischen Frauenfußball: Die Europameisterschaft 2017. "Sommermärchen" ist nur einer der Begriffe, mit denen die grandiosen Leistungen des österreichischen Frauen-Nationalteams bedacht wurden. Wie viel ist davon ein Jahr später noch übrig? Und was bringt die Zukunft? Dazu hat uns Teamspielerin Laura Feiersinger, die seit dem Sommer 2016 beim deutschen SC Sand unter Vertrag steht, ein paar Fragen beantwortet. Wie ihre Teamkolleginnen Nina Burger, Viki Schnaderbeck und Sarah Zadrazil diese Fragen beantwortet haben, könnt ihr übrigens in der aktuellen Ausgabe von WOMAN nachlesen!


Ein Jahr nach der EM: Was ist die größte Veränderung?
Laura Feiersinger: Durch die erfolgreiche Euro ist der Frauenfußball in Österreich viel mehr in den öffentlichen Fokus gerückt - und damit auch jeder einzelne Spielerin. Mittlerweile wird fast jedes Spiel von uns im Fernsehen übertragen, teilweise gibt es Public Viewing. Die Begeisterung für unseren Sport ist riesig. Jede von uns spürt, dass die Menschen mit uns mitfiebern, uns unterstützen und auch irgendwie stolz auf uns sind. Wir haben eine Verbindung zu den Österreicherinnen und Österreichern hergestellt, die es vorher so nicht gab und die viel stärker ist, als anfangs vielleicht einige Skeptiker gedacht haben.

Wirst du seitdem mehr erkannt? Wo fällt dir das auf?
Laura Feiersinger: Ja, ich werde tatsächlich mehr erkannt - insbesondere in Österreich. Wenn ich einkaufen gehe, werde ich oft angesprochen oder um Fotos gebeten, wenn ich ganz normal in der Stadt unterwegs bin.

Dr. Oetker bekam für seine Werbung rund um die Fußball-WM mit dem Slogan ”Back deinen Mann glücklich“ einen ordentlichen Shitstorm ab. Was ist eurer Meinung nach das dümmste Klischee in Sachen Frauen und Fußball?
Laura Feiersinger: Dass Frauen nicht Fußballspielen können. Ich denke, das haben wir längst widerlegt.

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Laura Feiersinger, geboren in Salzburg, spielt derzeit beim SC Sand.

Wie kontert ihr, wenn blöde Kommentare à la „Frauenfußball ist nicht so attraktiv wie der von Männern“ kommen?
Laura Feiersinger: Mit Taten statt mit Worten. Ich habe es schon früher so gehandhabt, dass ich einfach mit den Jungs mitgespielt habe. Klar, die waren anfangs skeptisch. Aber als ich am Ball war, haben sie schnell gemerkt, dass ich was drauf habe - und dann wird man auch schnell akzeptiert. Jeder, der mit uns kickt, wird die gleiche Erfahrung machen. Auch wenn es generell wenig Sinn macht, den Frauenfußball immer mit dem Männerfußball vergleichen zu wollen.Laura Feiersinger: "Ziel ist bei der WM 2019 dabei zu sein!"


Juli 2019: Was willst du bis dahin unbedingt erreichen?
Laura Feiersinger: Wenn ich speziell an den Sommer 2019 denke, habe ich natürlich das Ziel, bei der WM in Frankreich dabei zu sein. Auch wenn es für uns nicht leicht wird. Aber noch ist die Quali nicht vorbei, noch gibt es eine Chance. Und wir werden alles versuchen, was in unserer Macht liegt, nach der Euro bei der WM dabei zu sein. Das wäre schon cool.

Dein Tipp an alle jungen Frauen und Mädchen: Wie schafft man es zum Fußballprofi?
Laura Feiersinger: Ich glaube, das gilt nicht nur für den Fußball, sondern für jede Sportart, in der man hoch hinaus will: Man muss sehr fleissig sein, sehr diszipliniert. Und man muss auch bereit sein, vieles für seinen Traum zu opfern. Das Wichtigste ist der Wille, immer alles geben und sich ständig verbessern zu wollen.

Was war der wichtigste Rat, den du für deine Karriere bzw. für dein Leben bekommen hast?
Laura Feiersinger: Es klingt banal, stimmt aber: Es gilt, immer an sich zu glauben. Sich selbst zu sagen: 'Ich kann das schaffen.' Und sich dann nie hängen zu lassen, egal, wie schwer es auch sein mag. Ja, Glaube kann Berge versetzen.

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