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Lebenswandel: Erfinden Sie sich neu! Mehr Gelassenheit, Lebensfreude und Liebe

Die größte Barriere im Leben sind wir uns selbst, deshalb lautet die Parole: Genuss statt Frust! Wie Sie Ihren Alltag einfach umkrempeln können, Ihre alten Verhaltensmuster loswerden und mit einer Gelassenheit und Lebensfreude einen Neustart machen können, erfahren Sie hier!

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Lebenswandel: Erfinden Sie sich neu! Mehr Gelassenheit, Lebensfreude und Liebe
© Corbis

Das war wieder ein richtig erfolgreicher Tag! Zwar ist Ihr Kühlschrank gähnend leer, weil Sie seit Tagen nicht zum Einkaufen gekommen sind. Und das Treffen in der Tapas-Bar mit Freunden mussten Sie ganz spontan auf "irgendwann" verschieben. Auch für die Massage war wieder keine Zeit. Und doch sind Sie, wenn Sie am Abend erschöpft auf die Couch sinken, stolz auf sich! Schließlich haben Sie doch heute wieder alles erreicht, was "man" von Ihnen erwartet hat. Ja, Sie fühlen sich abgekämpft und müde. Doch Hauptsache, der Chef wird zufrieden mit Ihnen sein. Hauptsache? Wenn Sie wirklich in sich hineinhören und ganz ehrlich mit sich sind, dann müssen Sie zugeben: Eigentlich fühlen Sie sich leer. Nur Leistung zu erbringen kann nicht alles sein - irgendetwas muss sich ändern...

Raus aus der Opferrolle!
Kennen Sie Momente wie diese? Gut so! Dann heißt es: Herzliche Gratulation zum ersten Schritt der Selbsterkenntnis! Sie sind gefangen in einem bestimmten Verhaltensmuster, das es zu durchbrechen gilt. Irgendwann ist man in dieses bestimmte Muster hineingeschlittert, und es zeigt die Tendenz, sich immer zu wiederholen. Ob es um Partnerschaften geht, die immer unglücklich enden, um das immer wiederkehrende Gefühl, nicht gehört zu werden, oder die Rolle von "Everybody's Darling", der es allen recht macht nur nicht sich selbst. Das Spiel von Reaktion und Gegenreaktion ist immer das gleiche, und solange wir's nicht erkennen, fragen wir uns: "Warum werde immer ich ausgenützt? Immer ich betrogen? Warum werde immer ich übergangen?" Der Kniff: Reagieren Sie einfach mal anders, als man es von Ihnen erwartet. Das zwingt auch die anderen zu neuen Aktionen Ihnen gegenüber. Nur so können Sie Ihr Leben umkrempeln und neu durchstarten.

Setzen Sie die rosa Brille auf.
Machen Sie die Probe aufs Exempel, und stellen Sie sich Folgendes vor: Das Thermometer zeigt 30 Grad im Schatten, und Sie haben einen eingegipsten Knöchel. Was würden Sie tun? Sich in der Wohnung verkriechen, alle Jalousien herunterlassen und in Selbstmitleid versinken? Sich von Freundinnen bestätigen lassen, wie viel Pech Sie doch immer haben, und so Ihrer Rolle als Unglücksrabe gerecht werden? Oder probieren Sie zur Verwunderung aller einmal die "Jetzt erst recht!"-Strategie. Schälen Sie sich am Abend in das neue sexy Sommer-Top, und ziehen Sie demonstrativ mit Humpelbein und extra breitem Lächeln auf die Piste. Und freuen sich, welch tolle Typen sich plötzlich um Sie scharen: Der männliche Beschützerinstinkt ist voll geweckt! Pechvogel? Woher denn! Die Chancen stünden gut, dem Single-Leben ein Ende zu bereiten. Wie gut also, dass Sie über Ihren Schatten gesprungen sind!

Beziehungsmuster.
Machen Sie noch einen Test: Nehmen wir an, ein Streit mit Ihrem Partner läuft immer folgendermaßen ab: Er provoziert Sie, Sie fangen an zu "keifen", er nennt sie hysterisch und schlägt die Tür hinter sich zu. Sie sitzen allein daheim und schluchzen und befürchten, dass bald die dritte Beziehung in Brüche gehen wird, weil Sie sich nicht "im Griff" haben. Dabei sind Sie doch sonst überhaupt nicht hysterisch... Das nächste Mal, wenn er mit Kritik loslegt, reagieren Sie einmal ganz anders. Bleiben Sie ruhig, schlagen Sie ein Gespräch über das Problem vor, lassen Sie sich durch nichts ins alte Schema drängen, und schauen Sie, wie er reagiert!

Wenn Sie gelassener und freier agieren wollen, müssen Sie allerdings zuerst lernen, sich selbst zu lieben. Lieben Sie Ihre Stärken, und akzeptieren Sie Ihre Schwächen. Nobody is perfect! Und: "Nicht alles, was von anderen als Schwäche gesehen wird, ist tatsächlich ein Schwachpunkt", weiß Doris Riha, Systemischer Coach in Wien ( www.coach-if.net ), "entscheidend ist, in welchem Kontext diese Eigenschaft eingesetzt wird." Wer zum Beispiel anderen oft als i-Tüpfel-Reiterin auf die Nerven geht, mag sich dafür exzellent zu organisieren wissen. Wer in Gesellschaft schwer mit anderen ins Gespräch kommt, ist oft besonders einfühlsam. Riha weist hin: "Sie dürfen ja auch polarisieren und müssen nicht von allen gemocht werden!"

Werden Sie die Chefin Ihres Lebens!
Ebenso wichtig wie die Liebe zu sich selbst ist die bewusste Entscheidung, selbst Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. "Machen Sie sich nicht zum willenlosen Spielball von anderen", schreibt Horst Conen in seinem neuen Buch "Sei gut zu dir, wir brauchen dich" (Campus, € 15,-). "Sehen Sie ein, dass Sie allein für Ihr Denken und Fühlen verantwortlich sind." Wenn Sie sich einreden, Ihr Unglück würden Ihnen allein die anderen bescheren, geben Sie die Verantwortung für Ihr Leben ab. Leben Sie Ihr Leben selbst, statt sich leben zu lassen! Sie müssen zum Beispiel nicht jede Arbeit annehmen, die Ihnen aufgetragen wird.

Suchen Sie das Glück zuerst in sich
Wer mit sich selbst zufrieden ist und weiß, was ihm guttut, muss seine zwischenmenschlichen Beziehungen auch nicht so stark strapazieren, dass sie ins Ungleichgewicht geraten. Ist eine Beziehung hingegen nicht in Balance, hat entweder das Geben oder das Nehmen Schlagseite. Etwa: Eine opfert sich ständig für andere auf, um Anerkennung und Liebe zu bekommen, doch es kommt nur wenig zurück. Oder: Eine macht ständig den Partner für ihr Wohlergehen verantwortlich. In beiden Fällen frisst die Beziehung mehr Energie, als sie abgibt. Das schreibt auch die deutsche Ehe-Expertin Eva-Maria Zurhorst in ihrem prominenten Buch "Liebe dich selbst - und es ist egal, wen du heiratest" ( Goldmann, € 19,- ). Quintessenz: Wer die eigene Leidenschaft in erster Linie in sich selbst entdeckt, muss sie nicht von anderen absaugen. Denn die Gefahr, in dieser Erwartung enttäuscht zu werden, liegt nahe. Am Ende, so die Expertin, treffe man in jeder Beziehung immer nur auf einen Menschen: auf sich selbst. "Jeder Partner spiegelt letztlich die eigenen Ängste, Sehnsüchte und Wünsche wider. Sie wurden bloß auf den Partner projiziert wie ein Film auf eine Leinwand." - Ganz gleich, ob der Mann nun gerade Hugo, Karli oder Peter heißt!

Stehen Sie sich nicht länger selbst im Weg.
Klar: Es wird kein Prinz auf dem Schimmel angeritten kommen, um Sie von Leid und Sorgen zu erlösen. Sie lieben Segeltörns im Urlaub, aber Ihr Partner liegt lieber auf der faulen Haut? Schließen Sie sich statt mit Ihrem Liebsten mit anderen Hotelgästen zusammen, und stechen Sie in See! Die treibende Kraft, die andere dann zu Ihnen führt, heißt Sog - und nicht Druck, den Sie ausüben: Man sucht ehrlich Ihre Nähe und erfüllt nicht bloß eine Pflicht. Klingt doch gut, oder?

Sie sind Single und wünschten, dass so ein Sog Ihnen endlich den richtigen Partner "ansaugen" würde? Achtung! Vielleicht stehen Sie sich da selbst im Wege! "Genauso wie viele Frauen unbewusst meinen, den Erfolg nicht verdient zu haben, so wollen sich viele ganz tief drinnen auch keinen Partner gönnen", sagt Michaela Muschitz-Fink, Coach für Frauen in Wien ( www.lighthouse-coaching.at ), "auch wenn sie offensichtlich auf der Suche sind." Das Ergebnis: Sie lassen niemanden an sich heran, sehen in jedem Mann bloß ein "Arschloch" oder einen Langeweiler und verbringen ihre Zeit damit, mit Freundinnen über die ach so böse Männerwelt zu schimpfen. Das mag bequem sein - doch sie nehmen sich letztlich die Chance auf eine erfüllende Partnerschaft. Eine Frau, die sich selbst mag, braucht keinen Sündenbock!

Tschüss, Super-Woman!
Statt sich dem eigenen Wesen zu öffnen, suchen viele Frauen ihre Berufung auch in der Perfektion. Sie verschleudern ihre Energie damit, einem Idealbild hinterherzujagen. Ein Irrweg - denn Perfektion ist eigentlich nur eines: stinklangweilig! Trainerin Muschitz-Fink: "Wer ständig wie aus dem Ei gepellt im Büro erscheint, viermal pro Woche im Fitnessstudio trainiert, nie zu spät kommt und immer alles, richtig' macht, für den ist ein ungemeiner Druck der ständige Begleiter. Zugleich legt er die Latte auch für andere irrsinnig hoch: Wer kann in einem 180-Prozent-Perfektionisten noch einen Menschen erkennen?" Schließlich sind es doch die kleinen Macken, die uns ausmachen und einen Menschen erst liebenswert machen! Übung für notorische Perfektionistinnen: Gehen Sie einmal ohne Make-up die Zeitung holen, gönnen Sie sich ein Schlemmer-Diner ganz ohne Kalorienzählen, oder kommen Sie bewusst zehn Minuten zu spät zum Italienisch-Kurs.

Wehren Sie sich!
Genauso gefährlich wie Super-Woman ist für viele Frauen die Harmonie-Falle. Bedenken Sie: Sie müssen sich, auch im Namen der Harmonie, nicht alles gefallen lassen! Nehmen Sie es nicht als gegeben hin, wenn Sie sich von anderen schlecht behandelt fühlen. Schlucken Sie keinen Ärger hinunter, sondern legen Sie Unstimmigkeiten und brodelnde Konflikte offen auf den Tisch. Eine Kollegin findet bei Ihrem Projekt jedes Mal ein Haar in der Suppe? Sprechen Sie die Sache an. Zum Beispiel mit einer Frage: "Was ist der eigentliche Grund, warum Sie mir das vorwerfen?" Das erfordert gewiss ein Quäntchen Mut - aber Sie werden sehen, wie erleichtert Sie sich fühlen, wenn Sie andere entwaffnet haben.

Glauben Sie nicht alles, was Sie hören.
Hinter vielen Blockaden stecken oft falsche Glaubenssätze, die einem meist in der Kindheit eingetrichtert wurden. Z. B.: "Das tut man nicht", "Das schaffst du nie" oder "Sei nicht so egoistisch!"

Getrieben von diesen Prägungen, agieren wir oft jahrelang gleich und bekommen die gleichen Gegenreaktionen unserer Umwelt. Wenn wir uns aber nicht mehr wohl und zufrieden fühlen, immer stärker spüren, dass im Leben etwas fehlt, ist es Zeit, aus dem "Hamsterrad" auszubrechen. Erfinden Sie sich neu, indem Sie Dinge ganz bewusst anders machen als bisher. Sie werden erstaunt sein, welche Lawine an positiven Überraschungen das nach sich zieht...

Thema: Liebe

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