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Leni Klum: Nach drei Jobs schon ein Supermodel?

Die Tochter von Heidi Klum eröffnete gestern die Berliner Fashion Week. Der Ritterschlag für ein Model, für die 16-Jährige gerade einmal der dritte Job. Doch hat sie wirklich das Potential zum echten Branchen-Star? Wir haben beim Inhaber einer Modelagentur nachgefragt …

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Leni Klum MBFW
© Getty for MBFW

Spätestens seit dem fulminanten Shooting samt Cover für die Januarausgabe der deutschen Vogue kennt fast jeder das Gesicht der 16-Jährigen. Dort war sie erstmals als Model zu sehen, gemeinsam mit Mama Heidi – und das sollte erst der Anfang sein. Leni Olumi Klum, wie sie mit ganzen Namen heißt, war immer schon klar, dass sie in die Fußstapfen ihrer Mama treten möchte. „Es war nur eine Frage der Zeit", erklärte sie der Vogue. Seit sie denken könne, habe sie ihre Mutter zu Shootings und Drehs begleitet. Der Beruf sei das „perfekte Ventil für die ganze Energie, die ich in mir trage.“

Jetzt eröffnete der Teenager die Mercedes Benz Fashion Week in Berlin und präsentierte in einem Video die Outfits verschiedener Labels, darunter Esther Perbandt, Kaviar Gauche oder Lala Berlin. Das Ganze wurde inszeniert als Fashion-Film, also kein klassischer Auftritt auf dem Laufsteg und gänzlich ohne Zuseher. Denn: In diesem Jahr findet die Modewoche aufgrund der Pandemie nur online statt, per Livestream kann dafür jeder dabei sein (bis morgen, 20.1., laufen noch zahlreiche Shows). Auch Heidi Klum rührte für den Auftritt auf Instagram die Werbetrommel und postete einen Schnappschuss von Leni am Catwalk mit den Worten: „Ratet mal, wer die Berliner Fashion Week eröffnen wird?“

Mit derart viel PR von der Modelmama und dem Schritt in die Öffentlichkeit müssen sich aber gerade Promi-Kids auch Kritik stellen, etwa vom Boss von MGM Models Marco Sinervo. Leni sei zu klein und „ein hübsches Mädchen von nebenan, aber kein Topmodel“.

Der Tiroler Andreas Kranebitter, Inhaber und Head Booker der renommierten Modelagentur SP Models, sieht das aber anders. Seiner Meinung nach kann sich die Blondine durchaus eine nachhaltige, eigene Karriere aufbauen. „Andere Kinder prominenter Eltern haben es ja schon erfolgreich vorgemacht. Als Werbeträgerin mit großer Reichweite – nicht nur auf den Social Media Plattformen – hat Leni Klum sicherlich bald die Chance ihr Gesicht für bekannte Luxusmarken zu verleihen.“

Gerade der Beauty-Bereich könnte für das Nachwuchsmodel lukrativ sein, schließlich ist sie für viele Catwalk-Jobs mit einer Größe von knapp 1,70 m schlicht ein wenig zu klein. „Im Gegensatz zu Celebrity/Instagram-Models wie Kendal Jenner oder den Hadid-Schwestern punktet Leni mit Natürlichkeit. Ihre Gesichtsstruktur wirkt lieblich und angenehm. Große, sanfte Augen, starke dunkle Augenbrauen als Kontrast zu ihren hellen Haaren, und nicht zu vergessen ihre Schmolllippen – ein perfekter Mix. Super geeignet für die junge Linie von Kosmetikmarken. Ein Kosmetikvertrag ist sowieso das finanzielle Non-Plus-Ultra in der Karriere eines Models. Sieht also gut aus,“ so Kranebitter über zukünftige Job-Perspektiven.

Heidi Klum ist eine internationale Marke und davon profitiert auch Leni. Kranebitter weiß: „Leni Klums Name ist noch nicht mit irgendwelchen Marken aufgeladen, abgesehen von der Deutschen Vogue, eine Publikation, die allerdings jedes Model gerne in seiner Referenzliste aufnehmen möchte. Es war ein guter Schritt, Leni nicht für die erstbeste Anfrage zu verbuchen, sondern ihre Karriere mit einem Vogue-Titel zu starten und den Marken Zeit zu geben, ihr Potential zu entdecken und zuzuschlagen, wenn das Geld und die Qualität stimmen.“