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Homophobie: Lesbisches Paar wurde aus einem Seniorenheim geworfen

Im US-Bundesstaat Missouri hat die Homophobie gesiegt: Das Gericht stimmte einem Seniorenheim zu, das zwei Frauen hinauswarf, weil sie ein Paar sind.

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© istockphoto.com

Homophobie steht immer noch an der Tagesordnung. Dies hat auch ein älteres Paar am eigenen Leibe erfahren müssen. Bev und Mary sind seit 40 Jahren ein Paar und seit 10 Jahren verheiratet. Die beiden Frauen wollten gemeinsam ein Apartment in einem Seniorenheim im US-Bundesstaat Missouri beziehen. Doch dann bekamen sie einen Brief, in dem stand, dass nur Pärchen bestehend aus Mann und Frau für einen Heimplatz bewerben dürfen.

Bev und Mary verklagten das Seniorenheim auf Basis der Diskriminierung aufgrund der Sexualität. Doch das Gericht gab nicht ihnen, sondern dem Heim recht. Denn laut dem "Fair Housing" Gesetz des Staates sei es gar nicht verboten, jemanden aufgrund seiner Sexualität zu diskriminieren. Das Schlimme dran ist, dass aber genau jenes Gesetz dafür sorgen soll, dass alle Wohnungssuchenden gleich behandelt werden.

Die zwei Damen werden laut ihren Anwälten gegen den Beschluss vorgehen. Doch dieser Fall zeigt, dass Homophobie tief in den Gesetzen verankert ist. Zum Glück gibt es aber auch bei uns Fälle, die ein Umdenken der Gesellschaft zeigen. In Wien hat es nämlich vor kurzem das erste Regenbogen-Treffen für SeniorInnen gegeben. Lesbische, schwule, bisexuelle, transgender und intersexuelle Personen sind bei dem Treffen, das ab jetzt jeden Freitag stattfinden soll, willkommen. Organisiert wird dies von Stadt Wien.

Doch trotz solcher Neuerungen, werden leider auch in Österreich homosexuelle Paare nicht gleich wie heterosexuelle behandelt. Aktuellstes Beispiel ist die Sache mit der Ehe für alle. Denn obwohl sie seit 1. Jänner 2019 gilt, ist sie scheinbar doch nicht für alle Paare. gedacht.

Gleiche Rechte? Noch immer nicht!

Betroffen sind binationale Paare und vor allem jene, wo ein Partner aus einem Land stammt, wo es keine Ehe für alle gibt. Bei diesen Paaren besteht Heiratsverbot. Nur eine eingetragene Partnerschaft ist möglich. Eigentlich wollte Wien ja das Eherecht sehr liberal ausleben, doch Anfang Jänner seien die Behörden vom Innenministerium benachrichtigt worden, dass eben solche Fälle nicht durchgelassen werden sollen.

So müssen zum Beispiel auch Paare, die vor 2019 in einem anderen Land geheiratet haben, noch einmal in Österreich heiraten, um als Ehepaar zu gelten. An all diesen Hindernissen übt die SPÖ starke Kritik. In einer Aussendung wird das Innenministerium aufgefordert, einheitliche Bestimmungen an alle Behörden des Landes zu schicken. Außerdem wolle man den Innenminister zum Umdenken bewegen. Ob das klappt, wird sich zeigen.

Thema: Sexismus