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Letizia, mach's wie Máxima!

Zwei wie Tag & Nacht. Die eine hochkonzentriert und unterkühlt, die andere fröhlich und ausgelassen. Was sich die neue spanische Königin Letizia von Hollands Máxima abschauen sollte, um wieder glücklich zu werden.

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Letizia, mach's wie Máxima!
© Carlos Alvarez/Michel Porro/Getty Images

Unterschiedlicher könnten die beiden Monarchinnen wohl kaum sein. Die eine zerbrechlich, betrübt, meist mit ernster Miene - die andere lebensfroh, offenherzig und immer für ein Späßchen zu haben. Während Máxima aus den Niederlanden neben Herzogin Kate und Kronprinzessin Victoria von Schweden zu den beliebtesten Royals in Europa zählt, weht Letizia von Spanien ein rauer Wind entgegen. Bereits nachdem offiziell wurde, dass sie und ihr Felipe nach der Abdankung von König Juan Carlos den Thron besteigen werden, protestierten zehntausende Spanier gegen die Monarchie. Nun braucht es ein Königspaar, das nicht nur das von Affären und Betrugsvorwürfen gebeutelte Königshaus wieder ins rechte Licht rückt, sondern das auch Nähe zeigt zu einem von der Wirtschaftskrise gebeutelten Volk. Ob Letizia die Sympathien der Spanier für sich gewinnen kann? Viele zweifeln daran, dass ihr das gelingen wird.

Eine Regentin, die schweigt …

Auch die gebürtige Argentinierin Máxima hatte es anfangs nicht leicht. Ihr Ruf als Partygirl und die faschistische Vergangenheit ihres Vaters wurden ihr fast zum Verhängnis. Trotzdem hat‘s die mittlerweile 43-Jährige in den vergangenen zwölf Jahren geschickt angelegt, ihr Image ändern. Geholfen hat ihr dabei ihre ungezwungene und bodenständige Art. Für den guten Zweck schwamm sie mit tausenden anderen Niederländern durch Amsterdams Grachten, ein anderes Mal tanzte sie Samba oder zeigte beim Bowling, was sie drauf hat. Die dreifache Mutter (Amalia, 10, Alexia, 8, & Ariane, 7) mischt sich oft spontan unters Volk, ist eine von ihnen. Ganz anders bei den Spaniern! Letizia flaniert mit Perücke durch Madrid, um wie eine Touristin ungestört auf Shoppingtour gehen zu können. Bei offiziellen Veranstaltungen gibt sie sich meist reserviert, will nicht auffallen, kaum ein Lächeln kommt ihr über die Lippen - aus Angst, etwas falsch zu machen. Denn gerügt wurde die ehemalige TV-Journalisten bereits bei ihrer Verlobung 2003. "Laut Kritikern hat sie bereits ihren ersten öffentlichen Auftritt verpatzt“, erinnert sich ORF-Adelsexpertin Lisbeth Bischoff. "Statt eines adretten Kostümchens hat sie nämlich am Verlobungstag einen weißen, Armani‘-Hosenanzug getragen.“ Und dann gab’s da noch einen weiteren Fauxpas: Als Felipe auf eine Journalistenfrage zu antworten begann, fiel sie ihm ins Wort. Bischoff weiß: "Dem zukünftigen König von Spanien ins Wort zu fallen, ist gegen jede höfische Etikette! Dafür gibt es keine Entschuldigung.“ Seit damals schweigt Letizia. Und spricht nur noch bei öffentlichen Reden.

Rat von der Freundin.

Vielleicht gelingt es ihr jetzt, an der Spitze der spanischen Monarchie, sich endlich freier zu bewegen - wie ihre Amtskollegin aus den Niederlanden. Lisbeth Bischoff kennt die Besonderheiten der Königshäuser: "Es gibt einen gravierenden Unterschied im Hofzeremoniell. Die Mitglieder des niederländischen Königshauses können sich viel ungezwungener geben. In Spanien ist alles sehr traditionsbewusst. Staatsakte und familiäre Feiern folgen strengen Regeln. Individualität ist nicht erwünscht.“

Wie schwer sich Letizia noch immer damit tut, im engen Korsett des spanischen Zeremoniells zu bestehen, zeigen auch die immer wiederkehrenden Magersuchtsgerüchte. Im Gegensatz dazu: Máxima, die mit Weiblichkeit und bunten Outfits punktet und bei all ihren Auftritten wirkt, als wäre sie längst angekommen Ihren Platz in der Monarchie muss Letizia erst finden. Denn auch wenn Felipe stets hinter ihr stand - wirklich Fuß fassen konnte die 41-Jährige als zukünftige Regentin nie. "Letizia muss noch in ihre Rolle hineinfinden“, meint Royal-Kennerin Lisbeth Bischoff. "Sie sollte sich bewusst werden, dass man von ihr ein traditionelles Auftreten erwartet. Noch steht sie zu sehr im Schatten von Felipe. Obwohl sie die Thronfolge mit zwei Töchtern längst gesichert hat, ist sie noch keine eigenständige Persönlichkeit.“ Helfen kann ihr dabei Freundin Máxima. Bei ihrem letzten offiziellen Treffen im vergangenen September machte Letizia, damals noch Prinzessin, einen Knicks vor der niederländischen Königin. Wie es die Etikette vorschreibt. Da umarmte Máxima ihre Freundin herzlich. Eine Geste der Wärme, der Bodenständigkeit - daran muss sich Letizia wieder erinnern.