Ressort
Du befindest dich hier:

Liebes Tagebuch ...

von

In unserer Jugend haben wir ihm unsere geheimsten Wünsche anvertraut. Sechs Frauen begaben sich für uns auf eine emotionale Reise: Was hat sich seitdem verändert?


Nina Martin, 37, Pantomime: "Habe meine Unsicherheit ausgedrückt" © Bild: Oliver Topf

Nina Martin, 37, Pantomime: "Habe meine Unsicherheit ausgedrückt"

Schwierige Selbstfindung. In ihrer Kindheit war die Wienerin oft allein: "Meine Eltern hatten ein Restaurant und wenig Zeit." Einsam fühlte sie sich dennoch nie, vielmehr beflügelte das Alleinsein Ninas Fantasie: "Ich habe es geliebt, in der Natur zu spielen und meine Gedanken abends aufzuschreiben." Besonders in der Pubertät stärkte das Tagebuch Ninas Selbstbewusstsein: "Es fiel mir schwer, mich in einen Freundeskreis zu integrieren und anzupassen. So habe ich meine Unsicherheit schriftlich ausgedrückt. Das half." Mit ihren Aufzeichnungen ging sie offen um, auch vor ihrer Mama. "Ich habe ihr gern alles gezeigt, und sie hat mich immer aufgebaut und bestärkt", erinnert sich die Künstlerin. Später, als die 37-Jährige in Prag dann Schauspiel studierte, akeptierte sie ihren starken Drang nach Unabhängigkeit: "Ich tat genau das, was zu mir passte. Es hat mich glücklich gemacht, wenn ich viele Stunden in Übungsräumen allein war." Mittlerweile hat Nina in vielen verschiedenen Ländern gelebt, studiert, gearbeitet: "Vor Kurzem habe ich mein eigenens Tanzstudio in Wien eröffnet. Jetzt fühle ich mich angekommen." Tagebuch schreibt Nina heute noch: "Ich lese mir aber auch zwischendurch alte Einträge durch und bin überrascht, dass viele meiner frühen Zeilen noch immer für mich gültig sind. Offenbar habe ich mich nicht sehr verändert." pantonina.com