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Liebesbriefe statt Trennungsunterlagen: Wie aus einer Juristin ein Liebes-Coach wird

Auf ihrem Schreibtisch stapeln sich Akten über Scheidungsverfahren, Obsorgestreitigkeiten und Stalking-Fälle. Im Bücherregal stehen dicke Wälzer über das Eherecht in Österreich, und in ihrem Terminkalender hat sie pro Woche mindestens sieben Gerichtstermine eingetragen. Katharina Grossbauer, 36, ist Juristin bei der Wiener Rechtsanwaltskanzlei Lansky, Ganzger & Partner. Hier geben sich namhafte Topmanager und hochkarätige Wirtschaftsbosse die Klinke in die Hand. Doch neben juristischen Angelegenheiten kommt der eine oder andere Geschäftsmann auch schon mal vorbei, um sich in Liebesdingen beraten zu lassen. Grossbauer fungiert nämlich gelegentlich auch als Liebescoach und hilft bei Beziehungsproblemen.


Liebesbriefe statt Trennungsunterlagen: Wie aus einer Juristin ein Liebes-Coach wird
© Rudi Froese

„Wenn ich im Zuge einer Scheidungsberatung merke, dass mein Mandant seine Frau noch immer liebt, helfe ich ihm, die Beziehung zu retten, anstatt gleich die Scheidungsdokumente aufzusetzen“, lächelt die Juristin. „Viele Topmanager sind oft zu sehr mit dem Aufbau ihrer Karriere beschäftigt und vergessen dabei, ihrer Frau ,Ich liebe dich!‘ zu sagen. Schlussendlich haben sie einen tollen Job, aber eine kaputte Ehe.“

Vor kurzem erst kam ein erfolgreicher Geschäftsmann zu der Advokatin, weil seine Frau eine Affäre hatte und er sich über eine Scheidung informieren wollte. Sein Plan: Mit einem professionell vorbereiteten Vertrag, der seiner Frau versichern sollte, dass er den Seitensprung im Falle eines Scheidungsverfahrens nicht gegen sie verwenden würde, wollte er sie zurückgewinnen. Die Juristin erzählt: „Er wollte ihr, wenn auch auf unkonventionelle Weise, zeigen, dass er sie liebt, indem er ihr verzeiht. Doch anstatt ihm einen nüchternen Vertrag aufzusetzen, habe ich ihm dazu geraten, einen Liebesbrief zu schreiben.“ Gecoacht von der Juristin, wurden romantische Formulierungen und Ausdrücke gepaukt. Grossbauer: „Frauen wollen große Gefühle, Männer jedoch denken oft nüchtern. Genau das wird dann von Frauen als lieblos und gefühlskalt empfunden! Ich habe meinem Klienten geholfen, seine Gedanken in Form eines Liebesbriefes zum Ausdruck zu bringen.“ Heute ist das Paar zwar nicht wieder zusammen, aber auch eine Scheidung wurde vertagt.

LESEN Sie die ganze Geschichte in WOMAN 17/09!

Thema: Liebe