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United in Diversity: So wird der letzte Life Ball

Der Life Ball gibt bei seiner letzten Ausgabe noch einmal alles: Von Zirkus-Freaks in schwarz-weiß über den Zauberer von Oz hinter dem Regenbogen bis hin zu einem Update der "Know Your Status"-Kampagne - es wird ein rauschender und gebührender Abschied.

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United in Diversity: So wird der letzte Life Ball
© Life Ball / © Marco Ovando 2019; Isa Foltin/Getty Images (Beth Ditto) / 2019

Es waren zwei Stunden in denen ein Wort besonders oft vorkam: "Danke". Kein Wunder, wenn der Life Ball sich heuer mit seiner 26. Ausgabe für immer verabschiedet, gibt es viele, die ein "Danke" verdient haben. Nicht zuletzt der Mann hinter dem Ball, Gerry Keszler selbst, der der Presse heute nach eigenen Aussagen mit gegensätzlichen Gefühlen gegenüber tat: "Nach 27 Jahre stehe ich heute mit vielen Emotionen hier: Es sind zugleich Stolz und Demut, Freude und Trauer sowie Bestätigung und Enttäuschung", so Keszler eingangs auf der Pressekonferenz. Gesagt wurde dort wahrscheinlich mehr als auf allen Pressekonferenz zusammen, die am gleichen Tag ein paar Meter weiter ebenfalls Brisantes zum Inhalt hatten. Aber: Da kann die Österreichische Innenpolitik schon mal implodieren - der Life Ball lässt sich von so etwas nicht die Show stehlen.

Sind keine Eventagentur

Im Gegenteil: Alleine die Pressekonferenz ist schon ein Event für sich. Neben Life Ball Gründer Gerry Keszler und seinem Team waren auch Promis, JournlistInnen, SpenderInnen und zahlreiche Expertinnen und Experten anwesend. Denn auch wenn der Life Ball in unserer Wahrnehmung vor allem das bunte und wohl extravaganteste Ball-Event des Jahres ist: Auch bei der 26. und letzten Ausgabe des Live Balls geht es vor allem um eines: Den Kampf gegen HIV bzw. Aids. "Wir sind keine Eventagentur, auch wenn der Live Ball ein schillerndes Event ist. Wir sind ein gemeinnütziger Verein und der Ball ist unser Mittel um den Vereinszweck zu erfüllen", so Gabriele Hecht, CFO von LIFE+ auf der Pressekonferenz.

"Haften persönlich für den Life Ball"

Und für diesen Verein würden die Vorstandsmitglieder persönlich haften, was es ihnen unmöglich mache, dieses Risiko weiter zu tragen, so Hechts Worte zum Ende des Life Balls: "Unsere Finanzen sind streng in Ordnung, aber erschöpft. Wir hören auf, weil wir vorausblickend sind und ehrlich zugeben müssen, dass wir es in Zukunft nicht mehr schaffen." Und kleinere Brötchen zu backen wäre keine Option, denn "niemand wünscht sich ein Gschnas am Rathausplatz, der Life Ball ist der Life Ball."

Eröffnung: Freaks hinter dem Regenbogen

Und das wird er auch heuer, bei seiner letzten Ausgabe sein. Man will mit einem Knall gehen: "Wir werden bis zur letzten Minute daran arbeiten, dass es ein unvergesslicher Abend wird", so Gerry Keszler. Dazu dürfte allein schon die Kulisse beitragen: So wird der Rathausplatz einer Zirkusmanege gleichen, in der sich bei der Eröffnung des Life Balls zwei Gruppen gegenüberstehen: Auf der einen Seite die "Freaks" in Schwarz Weiß, die dann "hinter dem Regenbogen" mit dem Zauberer von Oz zusammentreffen werden. Dabei spielt nicht zuletzt auch das 50-jährige Jubiläum der "Stonewall-Unruhen" in New York eine Rolle bzw. die gleichzeitig in Wien stattfindende Euro Pride.

Rathausplatz ab 15 Uhr geöffnet

Für das Publikum geöffnet wird der Rathausplatz am 8. Juni um 15:00 Uhr - von dort aus lässt sich dann das bunte Treiben am roten (bzw. bunten Teppich) mitverfolgen, wo es ab 19.30, wenn die Promi-Gäste eintrudeln, spätestens wirklich rund geht. Aber es wäre nicht der Life Ball, wenn es "nur" um die Gaudi gehen würde: Von 17 bis 22 Uhr wird es am Rathausplatz auch eine mobile Teststation geben, denn nicht umsonst lautet der Slogan der seit 2017 zentralen Kampagne "Know your Status" - also "Kenne deinen (HIV)-Status" auf deutsch. Denn nur wer darüber Bescheid weiß, kann sich selbst und andere schützen.

Know Your Status 2019: #uequalsu

Auch diese Kampagne hat zum Abschluss noch ein Update erhalten: Unter dem Titel "U = U" (#uequalsu) ist das Ziel im Jahr 2019 darüber aufzuklären, wie eine HIV-positive Person, die sich in entsprechende Behandlung begibt, das Virus soweit zurückdrängen kann, sodass es nicht mehr an andere weiter gegeben werden kann. Auf den Punkt gebracht wird das mit dem Testimonial Francois Sagat, der sich mutig aus "seiner Geschichte erhebt". Und zwar mit den Worten: "My story won't hurt you. I am HIV-positive. I am on treatment. I am not infectious." Bald wird das Plakat in Wien jedenfalls nicht mehr zu übersehen sein: 400 Litfaßsäulen werden damit plakatiert.

"Kampf gegen HIV noch nicht gewonnen"

Denn auch wenn es der letzte Life Ball sein wird - der Kampf gegen HIV/Aids ist noch nicht gewonnen. Und so waren bei der heutigen Pressekonferenz wie eingangs schon erwähnt auch Expertinnen und Experten anwesend: Von MedizinerInnen bis hin zu Vertretern der Österreichischen Aidshilfen, etwa Wolfgang Wilhelm von der Aids Hilfe Wien. Er betonte neben den sozialen Aspekten des Themas vor allem die zentrale Rolle des Life Balls in Sachen Aufmerksamkeit für die Prävention: "Der Life Ball hat HIV/Aids europaweit zum Thema gemacht. In Österreich gibt es keine vergleichbaren Kampagnen von der öffentlichen Hand. Jetzt, wo es keinen Life Ball mehr gibt, wird das wird Gesundheitsministerium übernehmen müssen - ich hoffe das ist den Zuständigen bewusst", nimmt er auch die politischen VerantwortungsträgerInnen in die Pflicht. Und natürlich: Auch er dankte Gerry Keszler für sein Engagment - mit einem Blumenstrauß, lobenden Worten und einem überdimensionalen Red Ribbon.

Ab 20.15 Übertragung auf ORF1

Rechtzeitig zum 8. Juni werden wir natürlich noch einmal das gesamte Programm übersichtlich zusammenfassen, aber wir können beruhigen: Wer keine Tickets ergattert hat, kann den Life Ball auch heuer ab 20.15 Uhr auf ORF1 von der Couch aus mitverfolgen.

Thema: Life Ball

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